Migros plant historische Grossfusion
27.10.2026 SchweizAbstimmungen Mitte 2027
sda. Die Migros steht vor einem grundlegenden Umbau: Die zehn Regionalgenossenschaften und der Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) sollen zu einer einzigen schweizweiten Genossenschaft verschmelzen. Damit will der Schweizer Detailhändler ...
Abstimmungen Mitte 2027
sda. Die Migros steht vor einem grundlegenden Umbau: Die zehn Regionalgenossenschaften und der Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) sollen zu einer einzigen schweizweiten Genossenschaft verschmelzen. Damit will der Schweizer Detailhändler Doppelspurigkeiten abbauen, schneller entscheiden und seine Wettbewerbsfähigkeit stärken. Die 2,3 Millionen Genossenschafter sollen Mitte 2027 darüber abstimmen.
Die Verwaltungen aller zehn Regionalgenossenschaften unterstützen das Vorhaben. Auch der Basler Migros-Präsident Miguel Serrano sieht angesichts des Einkaufstourismus nach Deutschland und Frankreich Handlungsbedarf. «Der Wettbewerb ist hart», sagte er gestern an einer Medienkonferenz in Bern. Ein schweizweit einheitlich geführtes Supermarktgeschäft mache die Migros zukunftsfähiger.
Die neue Gruppengenossenschaft soll sieben weiterhin eigenständige Geschäftseinheiten umfassen, darunter Migros Supermarkt, Denner und die Migros Bank. Die Regionalgenossenschaften würden ihre bisherige Eigenständigkeit verlieren. Ihre Interessen sollen künftig sechs Regionalräte vertreten. Migros-Präsidentin Ursula Nold versicherte, dass die regionale Verankerung und die genossenschaftliche Mitsprache erhalten blieben. Für die Migros-Kundinnen und -Kunden soll sich zunächst nichts ändern. Auch regionale Produkte sollen weiterhin angeboten werden.
Bis zu 3000 Jobs gefährdet?
Welche Auswirkungen die Fusion auf die Beschäftigten haben wird, ist offen. Laut einem Bericht der «SonntagsZeitung» könnten rund 3000 Stellen wegfallen. Das Blatt schätzt das jährliche Einsparpotenzial auf 300 bis 400 Millionen Franken. Die Migros nennt selbst keine konkreten Zahlen. Präsidentin Nold betonte, ein Stellenabbau sei nicht das Ziel. Veränderungen beträfen vor allem Verwaltung und Management. Für betroffene Mitarbeitende sollen möglichst interne Lösungen gefunden oder die natürliche Fluktuation genutzt werden. Bis mindestens Mitte 2028 garantiert die Migros in den Regionalgenossenschaften den Verzicht auf «organisationsbedingte Entlassungen».
Auch an der Konzernspitze des Detailhändlers kommt es zu Veränderungen: Migros-Chef Mario Irminger und Migros-Supermarkt-Chef Peter Diethelm wollen ihre Ämter nach der Urabstimmung Mitte kommenden Jahres abgeben. Die Hürden sind bekannt: Für die Fusion braucht es in jeder Regionalgenossenschaft eine Zweidrittelmehrheit bei mindestens 25 Prozent Stimmbeteiligung.
