«Mich faszinieren alle Musikstile»
10.07.2026 SissachSängerin Nadine Rudin – heute zu Gast bei der «Volksstimme»
Am heutigen Sommerfest der «Volksstimme» stehen nicht nur Verpflegung und ein Blick ins Druckereimuseum auf dem Programm, sondern auch ein Auftritt der Baselbieter Sängerin Nadine Rudin. Mit ...
Sängerin Nadine Rudin – heute zu Gast bei der «Volksstimme»
Am heutigen Sommerfest der «Volksstimme» stehen nicht nur Verpflegung und ein Blick ins Druckereimuseum auf dem Programm, sondern auch ein Auftritt der Baselbieter Sängerin Nadine Rudin. Mit ihrer kräftigen Stimme und offenherzigen Art verzaubert sie.
Lea Wieser
«Musik ist mein Leben. Das habe ich schon als Fünfjährige gewusst, als ich mein erstes Musical, ‹Starlight Express›, gesehen habe. Von da an wollte ich nie mehr etwas anderes als Musicaldarstellerin werden», sagt die 31-jährige Nadine Rudin. Die gebürtige Baselbieterin tanzt, seit sie acht ist, nimmt Gesangsunterricht, seit sie zwölf ist, und kann sich ein Leben ohne Bühne gar nicht vorstellen.
Ihre Karriere beginnt mit einer dreijährigen Musical-Ausbildung an der «Performance Academy» in Wien. Dort habe sie auch vorgehabt, zu bleiben, doch ein Platz im Ensemble des Schweizer Musicals «Space Dream» habe ihren Plan geändert: «Eigentlich hatte ich vorgehabt, nach der Produktion wieder nach Wien zurückzukehren.» Die Nähe zur Familie und auch die neu gefundene Liebe hätten sie jedoch in der Schweiz behalten. Sie sei damals mit ihrem heutigen Mann zusammengekommen und habe gewusst: «Das ist das Richtige.»
Bezüglich ihres Berufswunschs habe sich zu dieser Zeit einiges bei ihr verändert: «Das ständige Rennen von Casting zu Casting, das viele Reisen und die Familie immer und immer wieder verlassen – ich habe gemerkt, dass ich das nicht kann», meint die Sängerin. Dass der Job so viel Energie kostet, sei ihr als Kind nicht bewusst gewesen. Besonders jetzt, wo sie Mutter ist, sei eine Vollzeit-Musicalkarriere undenkbar für sie: «Es gibt viele Frauen, die das auf ganz tolle Weise kombinieren. Ich bewundere sie sehr, aber mein Weg ist es nicht.» Heute lebt Rudin mit ihrem Mann und ihrer achtmonatigen Tochter in Diegten.
Andere Pläne
Da sie dennoch weiterhin auf der Bühne stehen wolle – und ihr insbesondere das Singen viel bedeute –, hat sie einen anderen Weg eingeschlagen. Oder besser gesagt zwei: Vor drei Jahren hat sie sich selbstständig gemacht und «DeinMusicalCoaching» in Kaiseraugst gegründet. «Mein Leben lang hatte ich das Gefühl, auf der Bühne zu stehen, würde mich am meisten erfüllen. Sehr lange hat es das auch getan», sagt Rudin. Mittlerweile habe sie aber das Unterrichten für sich entdeckt und könne sich in Zukunft auch vorstellen, Regie zu führen. Das Musical-Coaching bereite ihr grossen Spass, weshalb sie viel in die Firma investiere: «Inzwischen habe ich meine Schule vergrössert. Davor habe ich alles alleine gemacht. Jetzt ist es ein grösseres Studio mit mehreren Lehrpersonen und einem deutlich grösseren Angebot.» Ab Sommer bietet die Schule Musical-Kurse sowohl für Kinder als auch für Erwachsene an.
Mit dem Spielen hat Nadine Rudin nie ganz aufgehört: «Seit ich mich selbstständig gemacht habe, habe ich weiterhin zwei, drei Musicals gemacht», sagt sie. Mit einer Stellvertreterin lasse sich das gut vereinen. Auch ihre Schülerinnen und Schüler fänden das toll – und könnten somit ihre Auftritte sehen.
Gleiche Passion
«Das Singen ist für mich oft eine Art Ventil von der inneren Welt in die äussere», beschreibt Rudin. Sie sei zwar eine Person, die sich auch in Gesprächen gut öffnen könne, beim Singen gehe das jedoch leichter.
«Als ich mich gegen eine aktive Musicalkarriere entschieden habe, war ich auf der Suche nach einem Weg, bei dem ich trotzdem regelmässig auf der Bühne stehen und singen kann. So ist das mit den Konzerten entstanden», erklärt Rudin. Sie spiele häufig auf Hochzeiten und anderen Events, oft mit ihrem Bruder, der selbst Musiker ist. Ausserdem war sie in mehreren Bands, unter anderem bei den «Revatos» aus Buus. Rudin findet: «Mit einer Live-Band macht ein Auftritt ganz klar am meisten Spass.»
Mittlerweile sei sie bei Gesangsauftritten so sehr ein alter Hase, dass sie nicht einmal mehr Lampenfieber habe: «Auftritte sind schliesslich mein Beruf», erklärt sie. Vielmehr freue sie sich. Besonders auf Auftritte wie jenen am heutigen Sommerfest der «Volksstimme», da sie dort viele neue Leute kennenlerne – und diese wiederum sie. Menschen mit ihrer Stimme zu berühren, bedeute Rudin viel: «Ich finde es immer schön, wenn mein Gesang bei jemandem etwas auslöst und ich das in den Gesichtern sehen kann.» Manchmal kämen die Leute nach dem Konzert bei ihr vorbei und würden ihr erzählen, wie sie es gefunden haben. «Mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, ist immer wertvoll», findet Rudin.
Am wichtigsten für einen gelungenen Musikabend sei definitiv die Stimmung: «Wenn die Leute tanzen oder schunkeln, wenn man sieht, wie sich bei einem romantischen Lied zwei Menschen ansehen und man merkt, dass ihnen das Lied etwas bedeutet.» Eine Mischung aus rockigeren Liedern und ruhigeren Balladen gefalle ihr. «Wenn dann noch ein Aperol Spritz dabei ist, umso besser», sagt Rudin lachend. Oft erzähle sie bei ihren Konzerten auch Geschichten aus ihrem eigenen Leben: «Die meisten Lieder wähle ich, weil ich einen persönlichen Bezug dazu habe.» Manchmal gefalle ihr aber auch einfach nur der Song. Das Publikum dürfe sich heute Abend bei der «Volksstimme» auf jeden Fall auf eine kurzweilige, sorgfältig ausgewählte Mischung aus verschiedenen Musikstilen freuen.
Nadine Rudin singt heute um 19 Uhr am Sommerfest der «Volksstimme» an der Bahnhofstrasse in Sissach. Zuvor spielt das Alphorntrio «Mir wei luege». Kommen Sie vorbei!

