Meine ersten Schritte im Kantonsparlament
14.12.2023 PolitikAls ich angefragt wurde, auf der Liste für den Landrat zu kandidieren, habe ich mir schon überlegt, ob ich bei einer Wahl zusagen würde. Ich bin zum Schluss gekommen, dass ich mir eine solche Chance nicht entgehen lassen sollte. Zumal die Wahlchancen äusserst gering waren. ...
Als ich angefragt wurde, auf der Liste für den Landrat zu kandidieren, habe ich mir schon überlegt, ob ich bei einer Wahl zusagen würde. Ich bin zum Schluss gekommen, dass ich mir eine solche Chance nicht entgehen lassen sollte. Zumal die Wahlchancen äusserst gering waren. Im Februar habe ich mich dann einfach riesig über mein tolles Resultat gefreut. Dass ich in Itingen, meiner Wohngemeinde, nach Saskia Schenker am zweitmeisten Stimmen holen konnte, war mein persönliches Highlight dieses Wahlsonntags. Damit war der Landrat, vorerst zumindest, für mich abgehakt. Doch oft kommt es nicht so wie erwartet. So klingelte im Oktober das Telefon.
Wie fühlt es sich an, wenn das Telefon klingelt und man dir mitteilt, du könntest Landrätin werden? Sicher für alle, die dies bereits erlebt haben, ein überraschender Moment. Freude, Überforderung und Unsicherheit sind damals gleichermassen über mich gekommen. Von einem Moment auf den nächsten musste ich mich entscheiden, ob ich mein Leben auf den Kopf stellen wollte. Und das in einem Moment, als ich wegen des Wahlkampfs für den Nationalrat für den Moment eigentlich genug hatte von Politik. Aber so ist das Leben eben, es wartet nicht auf den richtigen Moment.
Nun, etwas mehr als einen Monat später, habe ich bereits zwei Parlamentssitzungen hinter mir und habe sogar schon mein erstes Votum gehalten. Die Sitzungen sind immer sehr interessant, aber auch ziemlich anstrengend. Ich habe mich mit Themen befasst, denen ich bisher höchstens in der Zeitung begegnet bin. Ganz besonders freue ich mich auf die Arbeit in der Umwelt- und Energiekommission, in der ich direkt mein Wissen aus dem Studium einbringen kann.
Mit meinen 22 Jahren bin ich aktuell die jüngste Landrätin im Kanton Baselland. Neben meinen inhaltlichen Themen sehe ich es auch als riesige Chance, im Parlament der Jugend eine Stimme zu geben. Es braucht in manchen Köpfen dringend etwas frischen Wind, der den Staub von den Bücherregalen wischt. Ich konnte im Landrat bereits viele freundliche Personen kennenlernen. Doch ich glaube, wir müssten einmal einen Teambuilding-Anlass organisieren … Nein, Spass beiseite. Die grösstenteils konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Parteien hat mich sehr überrascht, sind von aussen doch oft nur die Reibereien erkennbar.
Es wird sicher nicht immer einfach sein, mir als jüngste Landrätin des Kantons Gehör zu verschaffen, aber die grosse Unterstützung, die ich nach meinem Entscheid, das Amt anzunehmen, erfahren habe, stimmt mich zuversichtlich. Ich konnte viele Glückwünsche und Unterstützungsangebote entgegennehmen, sowohl aus der Politik als auch aus meinem persönlichen Umfeld. Der grosse Rückhalt in der Dorfbevölkerung, der sich in meinem Wahlresultat im Februar bereits gezeigt hat, hat sich zum Glück auch jetzt bei meinem Nachrücken bestätigt. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Ich freue mich darauf, in Zukunft an der Weiterentwicklung unseres Kantons beteiligt zu sein.
In der «Carte blanche» äussern sich Oberbaselbieter National- und Landratsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden zu einem selbst gewählten Thema.

