«Man findet zwischen den Zeilen Raum»
11.08.2026 TennikenFür das Dorffest wurde ein Lied getextet und komponiert
Im Auftrag des OK-Teams schrieb und vertonte Max Mundwiler das «Tennikerlied», das an der Eröffnungsfeier des Dorffests vom Chor «… ma non troppo» uraufgeführt wird. Für den Chorsatz ...
Für das Dorffest wurde ein Lied getextet und komponiert
Im Auftrag des OK-Teams schrieb und vertonte Max Mundwiler das «Tennikerlied», das an der Eröffnungsfeier des Dorffests vom Chor «… ma non troppo» uraufgeführt wird. Für den Chorsatz verantwortlich war Stefan Furter.
Brigitt Buser
Herr Furter, wie kam es dazu, dass Sie an der Entstehung des Tennikerliedes beteiligt sind?
Stefan Furter: Ich wurde von der OK-Präsidentin angefragt, ob ich bereit wäre, ein Lied zu komponieren. Da ich aber keine Liedtexte schreibe, sondern nur Musikstücke zu bereits vorhandenen Texten komponiere, musste ich ablehnen. Auch weil ich als Zunzger keinen näheren Bezug zu Tenniken habe.
Was passierte danach?
Max Mundwiler: Da wurde ich angefragt, ob ich bereit wäre, ein «Tennikerlied» zu schreiben, was mich natürlich sehr freute, bin ich doch in Tenniken aufgewachsen. Ich kenne die hintersten Ecken des Dorfs, das frühere Dorfgeschehen und auch heute noch viele Einwohner. Also nahm ich den Auftrag an und schrieb ein Lied mit fünf Strophen und entwarf auch die Melodie dazu.
Was war Ihnen wichtig beim Texten des Liedes?
Mundwiler: Die 800-Jahre-Feier besteht aus drei Anlässen: «Gestern», «Heute» und «Morgen». Diese Elemente wollte ich in meinen Text einbinden. In der ersten Strophe erwacht das Dorf leise und wird im Schein von Licht und Schatten zum Leben erweckt. In der Mitte ein Streifzug durch meine Erinnerungen, verbunden mit der Wehmut für das, was noch geblieben ist. Und zum Schluss, in der Abendstimmung, die Aussicht auf eine hoffnungsvolle Zukunft, die alle Dorfbewohner in ihrer Eigenständigkeit verbinden soll. Wichtig ist mir, dass man zwischen den Zeilen genügend Raum findet, seinen eigenen Empfindungen nachzuspüren.
Der Text und die Melodie waren also geschrieben – hätte man das Lied danach nicht einfach einem
Chor übergeben können?
Mundwiler: Nein. Zwar bin ich schon seit mehr als 40 Jahren mit meinen eigenen Mundartliedern unterwegs, jedoch habe ich noch nie ein Lied mit passender Melodie für einen Chor geschrieben. Für ein Arrangement mit mehreren Stimmen fehlte noch der Chorsatz. So fragte ich Stefan Furter, den ich schon lange kenne, nach seiner Meinung zu meiner Liedvorlage und ob er das Schreiben des Chorsatzes übernehmen würde.
Also waren Sie, Herr Furter, plötzlich doch wieder in diese Geschichte involviert?
Furter: Genau. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass Max sich meldet, und war, als er mir das Lied mit der Melodie und passenden Akkorden zukommen liess, sehr erfreut, da beides sehr gut harmonierte. So machte ich mich an den Chorsatz mit drei Stimmen. Zu Sopran gesellten sich noch die Alt- und Bassstimmen, wobei man das Lied auch nur mit zwei Stimmen vortragen oder eine Stimme durch ein Instrument ersetzen könnte. Natürlich kann man es auch problemlos nur mit der Melodie von Max an einer Bundesfeier oder einem Banntag singen.
Sie haben sich sicher getroffen und ausgetauscht …
Mundwiler: Ja, aber nur einmal. Als es um die letzten Feinheiten ging, setzten wir uns etwa eine Stunde zusammen. Alles andere lief per Telefon und E-Mail.
Schliesslich wurde das Lied dem OK und dann dem Chor übergeben, der schon seit einigen Wochen probt für das Dorffest. Kamen von dieser Seite auch noch Fragen?
Mundwiler: Ja, natürlich. Es ging vor allem darum, warum im Lied das Wort «Tenniken» nicht vorkommt. Ich habe dies bewusst weggelassen, habe aber einige Anker gesetzt wie zum Beispiel «Bottehuus» oder «Schnäggewägli». Das Lied heisst ja «Tennikerlied» und jeder Dorfbewohner weiss, wo er zu Hause ist.

