Lärmbelästigung bleibt vorerst ungelöst
21.08.2026 EptingenAstra sieht keinen akuten Handlungsbedarf
Die Eptinger klagen über Verkehrslärm bei der Autobahnüberfahrt bis tief in die Nacht. Während das Astra aufgrund seiner Messungen keinen akuten Handlungsbedarf sieht, möchte der Gemeinderat nach Lösungen suchen ...
Astra sieht keinen akuten Handlungsbedarf
Die Eptinger klagen über Verkehrslärm bei der Autobahnüberfahrt bis tief in die Nacht. Während das Astra aufgrund seiner Messungen keinen akuten Handlungsbedarf sieht, möchte der Gemeinderat nach Lösungen suchen – eine konkrete Massnahme gibt es bislang nicht.
Aline Schneider
Schwere Lastwagen, die über Fahrbahnübergänge rollen, dröhnende Auspuffe und brummende Motoren: Der Lärm von der Eptinger Autobahnüberfahrt raubt manchen Anwohnern wortwörtlich den Schlaf. Der Gemeinderat will sich für eine Lösung einsetzen. Beim Bundesamt für Strassen (Astra) scheint der Handlungsdruck allerdings gering zu sein.
Beim Überfahren des Fahrbahnübergangs auf der Autobahn A2 entstehen Geräusche, die in der ganzen Gemeinde zu hören sein sollen. Das schreibt die Gemeinde Eptingen im Mitteilungsblatt dieses Monats. Anwohner beschreiben demnach einen dumpfen, wiederkehrenden Ton, den sie teilweise als stark belastend empfinden. Der Gemeinderat nahm die Beschwerden aus der Bevölkerung auf und bat daraufhin das Bundesamt für Strassen um eine fachtechnische Beurteilung.
Die Einschätzung des Astra fällt allerdings weniger alarmierend aus als jene mancher Betroffener. Messungen, die laut Gemeindepräsident Joerg Grieder laufend durchgeführt werden, hätten ergeben, dass sich die Lärmemissionen der A2 in Eptingen im Normalbereich bewegen. Aus Sicht des Bundesamts besteht damit derzeit offenbar kein dringender Handlungsbedarf.
Da sich die Beschwerden aus der Bevölkerung dennoch häuften, zog das Astra zusätzlich den zuständigen Erhaltungsplaner für Brückenbauwerke bei. Dieser bestätigte, dass die Autobahnbrücke, die bei Eptingen das Tal überspannt, 2018 und zuletzt im vergangenen Jahr revidiert wurde. Sie befinde sich entsprechend in einem ordnungsgemässen Zustand. Hinweise auf Defekte liegen laut Astra keine vor, wie aus einem Bericht der «bz» von Anfang August hervorgeht.
Bei der Brücke handelt es sich um eine Hohlkastenkonstruktion mit Lamellenübergängen. Auf der Fahrbahn befinden sich dadurch mehrere Übergänge, die beim Überfahren Schallimpulse verursachen können. Wie Gemeindepräsident Joerg Grieder erklärt, habe das Astra bereits in der Vergangenheit auf entsprechende Beschwerden reagiert: Im Zuge der Sanierung der Autobahnbrücke wurden Schalldämpfer eingebaut, welche die beim Überfahren der Übergänge entstehenden Geräusche reduzieren sollen.
Die Konstruktion der Brücke selbst spielt bei der Geräuschentwicklung eine Rolle. Die beim Überfahren entstehenden Impulse werden durch die Lamellen aufgenommen und in die Lager weitergeleitet, wie der Publikation im Gemeindeblatt zu entnehmen ist. Der Stahlhohlkasten könne diese Energie zusätzlich verstärken und eine Resonanzwirkung erzeugen, präzisierte das Bundesamt für Strassen gegenüber der «bz». Die Geräuschentwicklung sei konstruktionsbedingt und könne technisch nicht vollständig verhindert werden.
Lärmschutzwände erhöhen?
Die Klagen aus der Bevölkerung bestehen dennoch weiter. Nach Angaben von Anwohnern ist der Verkehr auf der Autobahn weiterhin deutlich zu hören – tagsüber und, für die Betroffenen besonders belastend, auch während der Nacht. Der wiederkehrende Lärm sorge bei einigen Anwohnern für Stress und störe die Nachtruhe.
Weitere technische Möglichkeiten zur Lärmreduktion hat das Astra bereits geprüft, wie es gegenüber der «bz» erklärte. Solche Massnahmen seien grundsätzlich möglich, könnten jedoch die Inspektionen der Brücke erschweren und kurzfristige Sperrungen erforderlich machen. Das Bundesamt sieht deshalb derzeit keinen weiteren Handlungsbedarf.
Für den Gemeinderat ist das Problem damit jedoch nicht vom Tisch. Die Beschwerden aus der Bevölkerung betreffen laut Grieder nicht nur die Geräusche unmittelbar bei der Autobahnbrücke. Aufgrund der Lage Eptingens am Ende des Diegtertals werde der Verkehrslärm der A2 im Tal zurückgeworfen und sei dadurch im Dorf besonders gut wahrnehmbar. «Der Schall kommt quasi von zwei Seiten», erklärt Grieder.
Der Gemeinderat will deshalb weiterhin gemeinsam mit dem Astra nach Lösungen suchen. Die Verärgerung unter den Einwohnerinnen und Einwohnern sei spürbar – insbesondere, weil die Ergebnisse der Messungen ihre Wahrnehmung der Lärmbelastung nicht bestätigen.
Konkrete Massnahmen kann Grieder derzeit noch keine nennen. Eine Idee bringt er jedoch bei den bestehenden Lärmschutzwänden ins Spiel: «Man könnte die Lärmschutzwände nochmals erhöhen. Die, die wir bereits haben, reichen nicht aus, um den Schall vom Dorf abzuhalten. Deshalb würde ich nochmals etwas weiter in die Höhe gehen.»
Ob eine Erhöhung der Lärmschutzwände technisch möglich ist und vom Astra überhaupt in Betracht gezogen würde, ist derzeit offen. Grieder hofft auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem Bundesamt, um eine Lösung für die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner zu finden.

