vs. Wie klang er wohl, der Alltag im Hause von Clara und Robert Schumann? Es wurde geübt, komponiert und geschrieben – und sicher mischten sich auch Kinderspiel und Lachen in diesen Klangteppich. Und wie klang es aus vielen musikalischen Stuben um die Mitte des 19. ...
vs. Wie klang er wohl, der Alltag im Hause von Clara und Robert Schumann? Es wurde geübt, komponiert und geschrieben – und sicher mischten sich auch Kinderspiel und Lachen in diesen Klangteppich. Und wie klang es aus vielen musikalischen Stuben um die Mitte des 19. Jahrhunderts? Die Reihe «Stimmen zu Gast» gibt sich mit dem nächsten Konzert in der Stadtkirche Liestal diesem fantasievollen Gedankenspiel hin.
Ausgangspunkt des Programms sind Johannes Brahms’ innige Deutsche Volkslieder, die der Komponist selbst als besonders persönlich empfand – so sehr, dass er 1894 an Hermann Deiters schrieb, es sei «wohl das erste Mal, dass ich dem, was von mir ausgeht, mit Zärtlichkeit nachsehe». Clara Schumann wiederum bekannte in einem Brief, wie sehr sie diese Lieder erfreut hätten. Von dieser emotionalen Offenheit ausgehend, spannt das Konzert einen weiten Bogen zu Liedern und Duetten von Robert und Clara Schumann sowie zu Alexander Zemlinskys farbenreichen Walzer-Gesängen nach toskanischen Texten. Alle Werke kreisen um die Liebe in ihren vielfältigen Erscheinungsformen: von schmerzlicher Sehnsucht über zarte Annäherung bis hin zur heiteren Leichtigkeit des Verliebtseins. Ergänzt wird das Programm durch Auszüge aus Robert Schumanns Kinderszenen, die mit poetischer Klarheit die innere Welt der Romantik spiegeln.
Auch biografisch sind die Komponisten eng miteinander verbunden: Robert Schumann entdeckte den jungen Johannes Brahms 1853 und pries ihn in seinem berühmten Artikel «Neue Bahnen» als kommenden «Auserwählten» der deutschen Musik. Brahms wiederum fand in der Familie Schumann eine künstlerische Heimat und entwickelte eine tiefe Freundschaft zu Robert und Clara. Später setzte er sich in Wien auch für den jungen Alexander Zemlinsky ein, empfahl dessen Werke Verlagen und förderte Aufführungen.
Dargeboten wird dieses fein verwobene Programm vom international gefragten Tenor Jan Petryka, der im Baselbiet durch seine eindrucksvolle Interpretation der Winterreise in Erinnerung geblieben ist, sowie von der vielseitigen Sopranistin Andrea Suter, Mitgründerin der Reihe «Stimmen zu Gast» und bekannt für ihre ausdrucksstarke Präsenz auf Konzert- und Opernbühnen. Am Klavier begleitet sie Riccardo Bovino, der die beiden mit seiner klanglich sensiblen Gestaltung verbindet. Gemeinsam lassen sie die romantische Liedkunst in all ihrer emotionalen Tiefe und musikalischen Farbigkeit lebendig werden.
Konzert der Reihe «Stimmen zu Gast»,
Freitag, 17. April, 19.30 Uhr,
Stadtkirche, Liestal.