Leuchtender Start zur 800-Jahre-Feier
10.03.2026 TennikenIn Erinnerung an die Vergangenheit
Mit einem Fackelumzug durchs Dorf, fulminantem Feuer beim Reitplatz und einem Programm voller Erinnerungen an vergangene Zeiten wurde in Tenniken der erste Akt der 800-Jahre-Feier begangen.
Brigitt Buser
Vergangenen ...
In Erinnerung an die Vergangenheit
Mit einem Fackelumzug durchs Dorf, fulminantem Feuer beim Reitplatz und einem Programm voller Erinnerungen an vergangene Zeiten wurde in Tenniken der erste Akt der 800-Jahre-Feier begangen.
Brigitt Buser
Vergangenen Samstag war es so weit: Das OK-Team «800 Joor Tenniken» lud zur ersten von drei Feiern «Gestern. Heute. Morgen» des 800-jährigen Bestehens von Tenniken ein. Kurz vor 19 Uhr pfiff Major Andy von den Tenniker «Bölchefrösch» zum Abmarsch. Eine grosse Zahl Besucherinnen und Besucher mit Kindern, die vorab brennende Fackeln erhalten hatten, folgte dem Ruf. Unter Pauken- und Trommelschlag zog sich ein archaisch wirkender, leuchtender Strom durch die Dunkelheit des Märzabends, erinnernd an eine vergangene Zeit.
Kurz zuvor hatte sich ein zweiter Zug von der Verzweigung Zelgli-/Elletenweg aus mit dem Musikverein Tenniken (MVT) in Bewegung gesetzt. Beide Züge trafen sich beim Parkplatz des Reitplatzes, wo das OK-Team die Teilnehmenden mit über 100 Fackeln erwartete. Nach einer kurzen Darbietung des MVT und der Begrüssung durch Gemeinderätin Franziska Buonfrate eröffnete Gemeindepräsident Thomas Grüter den offiziellen Teil der Feier.
Im Jahr 1226 wurde Tenniken zum ersten Mal urkundlich erwähnt – aus heutiger Sicht der Anfang einer langen, bewegten und reichhaltigen Geschichte voller Wandel und Hoffnung. Nicht an Grösse und Macht sei Tenniken gewachsen, sondern durch Leben, Arbeit, Streit, Lachen und Zusammenhalt der Vorfahren, vornehmlich Bauern und Handwerker, so Grüter.
Das Gefühl von einem Zuhause
«Der Rückblick auf 800 Jahre soll daran erinnern, dass auch wir Teil einer Geschichte sind und jede Generation Verantwortung getragen hat. Auch wenn sich Tenniken immer wieder verändert und weiterentwickelt hat, der starke Zusammenhalt und das Gefühl, hier zu Hause zu sein, sind immer geblieben», sagte Grüter. Abschliessend dankte er dem OK-Team und allen Helfern, die zum Gelingen des Anlasses beigetragen haben.
Nach einer weiteren Einlage des MVT mit dem obligaten Baselbieterlied stand das sorgsam aufgeschichtete Holz für das «Fasnachtsfeuer» unter Aufsicht der Feuerwehr Bölchen bald in Flammen – begleitet von Feuerwerksvulkanen, die einen fulminanten Sternenregen streuten.
Die Erwartungen des OKs wurden deutlich übertroffen. «Wir rechneten mit etwa 150 bis 200 Personen, schätzen aber, dass um die 300 Personen anwesend waren, und sind natürlich mehr als zufrieden», so OK-Chefin Marianne Iberg. Da in der bereitgestellten Holzhütte nur 120 Personen Platz fanden, wurden draussen Zelte mit Sitzgelegenheiten und Lautsprechern aufgestellt. Drinnen wie draussen verköstigte man sich mit einem schlichten Angebot: Kartoffelsuppe, Wienerli und Cervelats. Dazu gab es Getränke und ein reichhaltiges Kuchenbuffet.
An den Wänden und auf den Tischen informierten beschriftete Fotos über vergangene Zeiten des Dorfs. Auch das Programm stand im Zeichen von damals: Kaspar Geiger schilderte mit Anekdoten, wie ein Tag früher ablief. Jeanette Keller von Arx erzählte in damaliger Aufmachung die Geschichte von Barbara Häfelfinger, auch «Engel des Tales» genannt, die bis zu ihrem Ableben im Jahr 1964 überall tatkräftig anpackte, wo Not an der Frau war – unter anderem bei der Betreuung von Kranken oder Betagten.
Anschliessend sorgte der Tenniker Liedermacher Max Mundwiler dafür, dass die Zuhörenden in Erinnerungen schwelgten – etwa mit dem Lied «Für alles dank ich dir» über seine Kindergartenzeit im «Fridlihuus». Zum Abschluss des offiziellen Teils war auch das Publikum gefragt: Mit dem Gesang von altbekannten Liedern wie «S’isch mr alles äi Ding» oder dem Canon «Wenn eine tannigi Hose het» sorgte das Publikum gemeinsam für eine ausgelassene Stimmung. «Ein rundum schöner Anlass, der mir sehr gefallen hat», bestätigte die bald 83-jährige Tennikerin Annemarie Zumbrunn stellvertretend für viele.


