Leerer Wassertank bremst Reiterclub aus
21.08.2026 Sport, Weitere SportartenSommerturnier in Tenniken muss wegen Wasserknappheit und Parkplatzsituation abgesagt werden
Wegen der Trockenheit kann der Reiterclub Sissach sein für Ende August geplantes Sommerturnier in Tenniken nicht durchführen. Die knappen Wasserreserven reichen nicht aus, um den ...
Sommerturnier in Tenniken muss wegen Wasserknappheit und Parkplatzsituation abgesagt werden
Wegen der Trockenheit kann der Reiterclub Sissach sein für Ende August geplantes Sommerturnier in Tenniken nicht durchführen. Die knappen Wasserreserven reichen nicht aus, um den Reitplatz ausreichend zu bewässern.
Thomas Ditzler
«Eine Durchführung in der jetzigen Situation können wir nicht verantworten», begründet Vereinspräsident Manuel Wüthrich die Absage des Sommerturniers des Reiterclubs Sissach. Die Absage des Turniers, das Ende August auf dem Reitplatz Weihermatt hätte stattfinden sollen, begründet Wüthrich einerseits mit der Parkplatzsituation – aber auch mit der Wasserknappheit. «Für das Parkieren der Fahrzeuge beanspruchen wir jeweils landwirtschaftliche Flächen», erzählt er. Wegen der ausgetrockneten Böden habe der Verein jedoch keine Bewilligung für die Nutzung erhalten, da der Kanton das Abstellen von Motorfahrzeugen auf Grünflächen, Stoppelfeldern, Feldern und Wiesen verboten hat.
Unabhängig vom Wassernetz
Mehr Sorgen bereite ihm jedoch die Wasserknappheit: Der Sandplatz müsse täglich bewässert werden. Dieses Wasser bezieht der Reiterclub Sissach aus einem unterirdischen Tank, der bei der Sanierung des Tenniker Reitplatzes vor fünf Jahren eigens dafür angelegt wurde. «Dank diesem Tank sind wir für die Bewirtschaftung nicht auf das Wasser aus dem Netz angewiesen», betont Wüthrich. Das Wasser aus dem rund 50 000 Liter fassenden Tank besteht aus Regen- und Sickerwasser aus dem Hang sowie solchem, das vom Reitplatz jeweils zurückläuft. «Wir beziehen alles Wasser für den Platz aus diesem Tank», fährt Wüthrich fort. Die Wasserreserven, die sich zurzeit noch im Tank befinden, reichen aber für die Austragung des Sommerturniers nicht mehr aus. «Wir haben verschiedene Optionen geprüft», sagt Wüthrich und ergänzt, dass das Ausweichen auf Leitungswasser aufgrund des generellen Wassermangels nicht in Frage gekommen sei: «Wir wollen das Wassernetz nicht zusätzlich strapazieren.»
Der Platz müsse unter anderem aus Sicherheitsgründen regelmässig gewässert werden. So bleibe der Boden stabil und das Verletzungsrisiko für die Pferde werde reduziert. Zudem sorgt das Wasser dafür, dass der Sand kompakt bleibt und beim Bereiten des Platzes weniger Staub aufwirbelt, was wiederum verhindert, dass Sand in das benachbarte Wohnquartier gelangt und der Verein für den Platz mehr neuen Sand anschaffen muss.
Auf Einnahmen angewiesen
Von der Turnierabsage seien mehrere 100 Reiter betroffen: «Wir haben jeweils rund 500 Starts», sagt Manuel Wüthrich und hofft, dass das Turnier – sofern es das Wetter zulässt – Anfang Oktober nachgeholt werden kann. Da der Reiterclub noch die Sanierungskosten des Reitplatzes abzahle, sei man auf die Einnahmen aus den Turnieren angewiesen: «Ein kräftiger Sommerregen würde bereits ausreichen, um unseren Tank wieder zu füllen.» Weil dieser bislang jedoch nicht eingetroffen ist, sei man nun gezwungen gewesen, hinsichtlich des August-Termins zu handeln, ehe grössere Vorbereitungskosten entstanden wären.
Wegen der Wassersituation sei der Verein generell gezwungen, die täglichen Reitaktivitäten auf dem Platz einzuschränken: «Weil wir weniger Wasser im Tank haben, müssen wir sparsamer mit der Bewässerung umgehen.» Dies habe wiederum zur Folge, dass der Sand beim Bereiten mehr Staub entwickle. «Das wollen wir verhindern», so Wüthrich. Deshalb sei es nicht zu vermeiden gewesen, Vereinstrainings abzusagen.
Ergiebige Niederschläge würden deshalb nicht nur den täglichen Reitbetrieb erleichtern, sondern auch die Chancen erhöhen, dass das Turnier nachgeholt werden kann. Bis dahin bleibt dem Verein nichts anderes übrig, als mit den vorhandenen Wasserreserven möglichst haushälterisch umzugehen.
