Langsam wächst die Tagesstruktur
11.09.2026 GelterkindenDie Belegung steigt, bleibt aber bislang unter den Zielwerten
Die Tagesstruktur Gelterkinden wird besser genutzt als im vergangenen Schuljahr. Besonders beim bislang spärlich besuchten Ferienangebot steigen die Anmeldezahlen. Bis zur Evaluation im zweiten Halbjahr 2027 bleibt dennoch ...
Die Belegung steigt, bleibt aber bislang unter den Zielwerten
Die Tagesstruktur Gelterkinden wird besser genutzt als im vergangenen Schuljahr. Besonders beim bislang spärlich besuchten Ferienangebot steigen die Anmeldezahlen. Bis zur Evaluation im zweiten Halbjahr 2027 bleibt dennoch Luft nach oben.
Lea Wieser
Die Herbstferien stehen bereits vor der Tür. Um Kinder zu betreuen und berufstätigen Eltern unter die Arme zu greifen, bieten die Tagesstrukturen Gelterkinden wie letztes Jahr in der zweiten Ferienwoche ein Programm für die Kinder: Herbstliche Ausflugsziele und ein Tag am Gelterkinder Herbstmarkt warten auf sie.
Über das Schuljahr verteilt findet während insgesamt sechs Ferienwochen ein Ferienangebot statt. Gerade diese schnitten allerdings in der ersten Bilanz des Gemeinderats an der Rechnungsgemeindeversammlung im Juni mit Abstand am schlechtesten ab (die «Volksstimme» berichtete).Während die Zielwerte der Mittags- und Nachmittagsmodule jeweils um etwa drei Kinder verfehlt wurden, besuchten die Ferienmodule im Durchschnitt statt den erwarteten 14 lediglich drei bis vier Kinder.
In diesem Schuljahr sind die Zahlen zumindest beim ersten Ferienangebot im Herbst gestiegen. Bislang sind im Schnitt sind sechs Kinder pro Tag angemeldet. Auch die anderen Module seien näher an den Zielwert gerückt.
«Luft nach oben gibt es weiterhin», sagt Stefanie Kläy, Leiterin der Tagesstruktur. Damit sei jedoch zu rechnen gewesen. Bis ein solches Angebot richtig Fuss fassen könne, dauere es eine Weile. «Ich gehe davon aus, dass es ab jetzt von Jahr zu Jahr mehr wird.» Man müsse den Eltern und Erziehungsberechtigten Zeit geben, das Angebot kennenzulernen. Besonders im ersten Schuljahr sei dies schwierig gewesen. Im April 2025 habe sie für die Tagesstrukturen zu arbeiten begonnen, und bereits im August desselben Jahres seien sie eröffnet worden. «Das war eine sehr kurze Zeitspanne, um alles vorzubereiten und gleichzeitig die Nachricht zu verbreiten, dass es uns gibt», sagt die 38-jährige Gelterkinderin.
Mittlerweile seien sie und ihr Team in diesem Punkt weiter. Das Angebot werde regelmässig mit dem Mail-Verteiler der Schule versendet. «Daneben haben wir angefangen, Flyer zu gestalten», sagt Kläy, «damit auch Eltern, die vielleicht nicht jede Mail genau durchlesen, vom Angebot erfahren.» Ausserdem gebe es alle paar Monate einen Bericht über die Tagesstruktur.
Wichtig seien zudem die Rückmeldungen der Eltern. «Darauf, ob diese zufrieden sind, kommt schlussendlich vieles an», sagt Kläy. «Ansonsten würden sie ihre Kinder ja nicht weiterhin zu uns schicken.» Auch für allfällige Anpassungen, um das volle Potenzial aus den Tagesstrukturen zu schöpfen, seien die Meinungen der Eltern hilfreich.
Die aussagekräftigsten Rückmeldungen würden allerdings die Kinder selbst geben. «Wir merken sofort, wenn sie sich wohlfühlen.» Die meisten Kinder freuen sich stets, in die Tagesstruktur zu kommen. «Zusehen zu können, wie sie gemeinsam mit ihren Freunden hier ankommen, ihre Wohlfühlecken oder Lieblingsbeschäftigungen haben und wie sie hier Freundschaften untereinander schliessen, ist das Schönste am Job», sagt Kläy. Das zeige ihr auch, dass die Tagesstrukturen Anklang fänden. Zudem sei es für einen Ort der Grösse von Gelterkinden wichtig, ein solches Angebot bieten zu können. «In jeglicher Hinsicht lohnt es sich, für die Tagesstrukturen einzustehen», findet Kläy.
Inwiefern das nötig ist, wird sich im zweiten Halbjahr 2027 zeigen. An der Einwohnergemeindeversammlung vom 11. Dezember 2024, an welcher die Anwesenden für die schulergänzenden Tagesstrukturen stimmten, wurde zusätzlich ein Antrag angenommen, der verlangt, dass das Pilotprojekt nach zwei Jahren vollumfänglich evaluiert wird.
Auch wenn sich dabei bereits Tendenzen für die Zukunft der Tagesstrukturen aufzeigen dürften, werde anhand der Evaluation nicht zwingend eine finale Entscheidung getroffen, wie der zuständige Gemeinderat Hans Wieser mitteilt. Unabhängig vom Resultat der Evaluation würde das Pilotprojekt, wie vereinbart, bis Mitte 2028 laufen.
«Ideal wäre es, bei der Belegung der jeweiligen Module die Zielwerte zu erreichen, diese dienen aber als Richtlinie und nicht als ultimative Urteilsgrundlage», fügt Wieser hinzu. Würde die Belegung also bis Mitte 2028 unter dem Zielwert liegen, es sich aber als deutlich erweisen, dass die Tagesstrukturen sinnvoll und kostentragend sind, bedeute dies nicht zwingend, dass der Gemeinderat von einer Weiterführung der Tagesstrukturen abraten würde. Mitzudenken sei einerseits, dass das Angebot bei weitem attraktiver würde, wären die Tagesstrukturen auf dem Areal der Primarschule Hofmatt etabliert. Andererseits sei eine Pilotphase von drei Jahren verhältnismässig kurz.
Bis am Montag können Kinder noch für das Ferienangebot vom 5.10. bis 9.10.2026 angemeldet werden.

