Kugelbahnweg braucht noch Geduld
27.10.2026 OltingenProjekt nach Einwänden des Zentrums Ebenrain angepasst
Wer auf dem Kugelbahnweg in Erinnerungen an das Oltinger Dorffest schwelgen möchte, muss sich gedulden. Das Baugesuch für die Installation mehrerer Kugelbahnen zwischen Oltingen und Wenslingen ist noch hängig. Das ...
Projekt nach Einwänden des Zentrums Ebenrain angepasst
Wer auf dem Kugelbahnweg in Erinnerungen an das Oltinger Dorffest schwelgen möchte, muss sich gedulden. Das Baugesuch für die Installation mehrerer Kugelbahnen zwischen Oltingen und Wenslingen ist noch hängig. Das Zentrum Ebenrain hat Vorbehalte angemeldet.
Christian Horisberger
Die Freude über den hohen Gewinn am Dorffest wurde an der Gemeindeversammlung vom Donnerstag (siehe oben) leicht getrübt. Gemeinderätin Andrea Brenna gab bekannt, dass die Baubewilligung für den geplanten Kugelbahnweg noch nicht vorliege. Sie stehe in Verhandlungen und werde dafür kämpfen, dass das Projekt umgesetzt werden könne. Es sei zu viel investiert worden, um das Vorhaben fallen zu lassen.
Geplant ist, auf einem Teilstück des Erlebnispfads «Passepartout» des «Erlebnisraums Tafeljura» 12 der 20 Kugelbahnen des Dorffestes dauerhaft zu installieren. Darüber hinaus soll an den Stationen auf einfache und verständliche Weise aufgezeigt werden, was eine gesunde, nachhaltige und regionale Landwirtschaft ausmacht und wie viel Arbeit, Fachwissen, Engagement und Verantwortung hinter der Produktion unserer Lebensmittel steckt, hielt Andrea Brenna fest. Drei Stationen sind im Siedlungsgebiet von Oltingen vorgesehen, eine in Wenslingen, die weiteren zwischen den beiden Dörfern. Start und Ziel befinden sich beim «Konsi» in Oltingen und beim Leimenhof in Wenslingen.
Landwirte unterstützen Projekt
Der Kugelbahnweg mitsamt Beschilderung und flankierenden Massnahmen wie der Verlängerung einer bestehenden Hecke wird nicht aus dem Dorffestgewinn finanziert. Den grössten Teil der Projektkosten von 45 000 Franken steuert die Transitgas AG aus ihrem Topf für nachhaltige Projekte bei.
Laut Gemeinderätin Andrea Brenna, die das Projekt seit nunmehr zwei Jahren betreut, sind sämtliche betroffenen Landwirte mit der Installation der Bahnen einverstanden. Die ausserorts in der Landwirtschaftszone vorgesehenen Kugelbahnen hätten keinen landwirtschaftlichen Nutzen und befänden sich an Orten mit bereits bestehenden Strukturen wie Wegweisern oder Bänkli. Andererseits versprächen sich einzelne Landwirte mehr Laufkundschaft für ihre Hofläden. Auch die «Konsi»- Genossenschaft hofft auf eine Umsatzsteigerung: Vor dem Dorfladen soll eine auch an den Wochenenden zugängliche Verkaufsbox mit regionalen Erzeugnissen eingerichtet werden.
Wie Andrea Brenna auf Anfrage der «Volksstimme» erklärte, verzögerten Einwände des Ebenrain-Zentrums für Landwirtschaft, Natur und Ernährung das Vorhaben. Dabei handle es sich nicht um ein kategorisches Nein. Man befinde sich im Gespräch, um eine Lösung zu finden. Das Zentrum Ebenrain bestätigt dies: Dessen Fachstellen hätten im Rahmen des normalen Mitberichtsverfahrens Vorbehalte zu diesem Projekt gehabt und die Bewilligungsfähigkeit infrage gestellt, heisst es auf Anfrage.
Die Vorbehalte beträfen die Beanspruchung von wertvollem und geschütztem Kulturland sowie mögliche Beeinträchtigungen der angrenzenden Kulturen, der Natur, der Landschaft und der landwirtschaftlichen Arbeiten. Positiv gewertet würden die mit dem Projekt verfolgten Ziele wie Förderung des Naturerlebnisses und Sichtbarmachung der Landwirtschaft.
Da die Kugelbahnen in der Landwirtschaftszone nicht zonenkonform seien, sei eine Ausnahmebewilligung der Bau- und Umweltschutzdirektion erforderlich. Die abschliessende Bewilligung erfolge durch das Bauinspektorat.
Nach den vom Ebenrain vorgebrachten Vorbehalten gab es eine gemeinsame Sitzung mit allen Projektbeteiligten, worauf das Baugesuch angepasst wurde: Auf zwei Standorte wurde verzichtet, und einzelne Posten wurden an weniger kritische Stellen verschoben. Nach diesen Anpassungen gebe es seitens des Ebenrains keine grundsätzlichen Einwände gegen das Projekt mehr, heisst es bei der kantonalen Stelle.
Noch offen seien einige Ergänzungen und Berichtigungen der Baugesuchsunterlagen, «damit diese auch effektiv der zugesicherten Umsetzung entsprechen und das Vorhaben optimal in die Landschaft eingebettet ist».
Damit liegt der Ball – oder die Kugel – wieder bei den Oltingern. Dort herrscht Zuversicht. Laut Andrea Brenna gibt es bei der Materialisierung und bei den Abmessungen einzelner Bahnen noch einige Details zu klären. «Ist dies erfolgt, sind wir auf einem guten Weg – sofern das Bauinspektorat anschliessend die Bewilligung erteilt.»

