Kontakte, Kunst und Kakerlaken
21.08.2026 ArisdorfSibylle Laubscher malt und stellt in England aus
Vielleicht kennen Sie die Arisdörfer Künstlerin Sibylle Laubscher – sie malt regelmässig Karikaturen für die «Volksstimme». Sie nimmt diesen Sommer an einer Weiterbildung an der Londoner Kunstschule ...
Sibylle Laubscher malt und stellt in England aus
Vielleicht kennen Sie die Arisdörfer Künstlerin Sibylle Laubscher – sie malt regelmässig Karikaturen für die «Volksstimme». Sie nimmt diesen Sommer an einer Weiterbildung an der Londoner Kunstschule «Turps Banana» teil.
Brigitte Keller
«Das ist ein Programm von professionellen Künstlern für professionelle Künstler», erzählt Sibylle Laubscher am Telefon. «Diese Art Weiterbildung, die sich rein auf die Malerei fokussiert, gibt es in der Schweiz noch nicht.» Sie habe sich wahnsinnig gefreut, dass ihre Bewerbung nach dem Einreichen ihres Portfolios und einem Zoom-Interview angenommen worden war. Zu England hat Sibylle Laubscher einen engen Draht – sie kam zwar in Liestal zur Welt, aber ihre Eltern emigrierten nach England, als sie 5 Jahre alt war. Seit 20 Jahren ist die Schweiz wieder ihr Zuhause.
Zusammen mit ihr nehmen 16 weitere Teilnehmende von rund um die Welt an dieser «Intensiv Residency» teil. Nicole aus Sydney hat ein Stipendium bekommen, Rayaz reiste von Indien an, Camila aus Chile, weitere Teilnehmer kommen aus den USA, Schottland, Schweden, Irland, dem Oman und Dubai. Die Ateliers befinden sich in einem brutalistischen Gebäude aus den 1960er-Jahren – bereits zum Abriss freigegeben, aber dann pausiert. Darin wohnt eine kunterbunte Mischung Familien aus aller Welt – es kann auch mal eine volle Windel aus dem Fenster fliegen.
«Wir haben hier wahnsinnig viele Kontakte zu anderen professionellen Künstlern aus London, die uns Feedback zu unserer Arbeit geben», berichtet Laubscher weiter. «Ein Künstler erklärte, wie er vom Kinderausmalbuch zum grossen Ölbild kam, der nächste wollte wissen, was wir über seine Arbeiten wissen möchten, die nächste erklärte, wie sie durch das Klettern zum Kunstwerk kam.»
Das Programm in London sei in allen Belangen intensiv. «Wir arbeiten in zwei grossen Gemeinschaftsateliers. Ich geniesse den regen Austausch mit den anderen hier sehr», fährt Laubscher fort. «Zu Hause in Arisdorf arbeite ich allein – ausser wenn ich unterrichte. Für acht Wochen geniesse ich es, alles an einem Ort zu haben: Kontakte und Austausch mit anderen Künstlern und einen Arbeitsplatz
– die Kakerlaken in der Küche haben auch für mein Bild Modell gestanden.»
Batterien aufladen
Sibylle Laubscher konnte ihre Malutensilien von zu Hause mitnehmen, da sie von ihrem Sohn mit dem Auto nach London gefahren wurde. Heim kommt sie mit allen eingerollten Werken wieder mit dem Auto, abgeholt von ihrem Mann. Vielleicht gibt es später eine Ausstellung in Arisdorf.
Laubscher ist dankbar, in London hin und wieder ihre Künstler-Batterien aufzuladen – ab und zu findet man Inspiration für eine künftige Karikatur in der «Volksstimme». Dank der acht Wochen mit «Turps Banana» kann sie ihrer malerischen Neugierde und Experimentierfreude in guter Begleitung nachgehen. Zum Schluss gibt es natürlich eine professionell kuratierte und gehängte Ausstellung in den Räumlichkeiten von «Turps Banana».
Mehr zur Künstlerin und Einblicke in den Aufenthalt in London finden sich auf www.sibyllelaubscher.ch. Zurzeit kann man Laubschers Werke auch in der Gruppenausstellung «Heim@» in der Bühni Galerie Dotzigen erleben (21. August bis 6. September).


