Wenn man lernen möchte, ist KI ein sehr hilfreiches Werkzeug zur individuellen Förderung. In einer Klasse mit vielen Schülerinnen und Schülern kann eine Lehrperson nicht jeden Einzelnen gleich intensiv begleiten. KI kann dabei unterstützen, Lerninhalte an das jeweilige ...
Wenn man lernen möchte, ist KI ein sehr hilfreiches Werkzeug zur individuellen Förderung. In einer Klasse mit vielen Schülerinnen und Schülern kann eine Lehrperson nicht jeden Einzelnen gleich intensiv begleiten. KI kann dabei unterstützen, Lerninhalte an das jeweilige Niveau anzupassen und gezielt Hilfestellung zu geben. Voraussetzung ist jedoch, dass die Lernenden aktiv am Lernprozess teilnehmen und die Arbeit nicht vollständig der KI überlassen.
Etienne Morel, Lehrperson für Französisch, Altgriechisch, Latein
Ich denke, dass die aktuelle Entwicklung als Übergangsphase betrachtet werden kann. Die Befürchtungen gab es auch bei früheren technischen Neuerungen, etwa beim Taschenrechner. Auch damals wurde befürchtet, grundlegende Denkfähigkeiten würden verloren. Mit der Zeit haben sich jedoch Unterricht und Prüfungsformen angepasst. Wahrscheinlich wird dies auch bei KI geschehen. Die Technologie wird das Lernen verändern, aber nicht ersetzen.
Mark Steven Passmore, Lehrperson für Mathematik, Physik
Bei Prüfungen in der Schule müssen die Schüler ihre Handys abgeben, damit KI nicht genutzt werden kann. Dadurch lässt sich Schummeln während eines Tests weitgehend verhindern. Schwieriger ist die Situation bei Hausaufgaben oder Arbeiten, die zu Hause erstellt werden. Dort kann kaum kontrolliert werden, ob die Inhalte selbst erarbeitet oder von KI erstellt wurden. Deshalb versucht die Schule neue Methoden, um das Schummeln mit KI zu verhindern.
Sheryn Inniger (Ziefen), Schülerin Gymnasium Liestal
Ein Problem besteht darin, dass viele Schülerinnen und Schüler Künstliche Intelligenz vor allem nutzen, um Aufgaben möglichst schnell zu erledigen. Statt sich selbst mit einem Thema auseinanderzusetzen, lassen sie Texte, Zusammenfassungen oder Präsentationen erstellen. Dadurch wird ein Teil der geistigen Arbeit ausgelagert. Langfristig kann dies dazu führen, dass wichtige Fähigkeiten wie eigenständiges Denken meiner Meinung nach weniger trainiert werden.
Noel Bühlmann (Ziefen), Schüler Gymnasium Liestal
Die Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant weiter, sodass sie in Zukunft noch zuverlässiger sein wird und deutlich weniger Fehler machen dürfte. Der Umgang mit Fehlern gehört grundsätzlich zu unserem Alltag, da zum Beispiel auch klassische Lehrmittel wie gedruckte Lehrbücher nicht fehlerfrei sind. Deshalb ist es einfach wichtig, dass wir Schülerinnen und Schüler KI-Ergebnisse nicht einfach übernehmen, sondern kritisch prüfen und bewusst damit arbeiten.
Giancarlo Ballmer (Arboldswil), Schüler Gymnasium Liestal