Künstliche Intelligenz – Fluch oder Segen?
04.06.2026 PolitikMichael Dinter, Gemeindepräsident Läufelfingen, parteilos
Der Begriff KI ist in aller Munde. Angepriesen wird die Künstliche Intelligenz als die goldene Wollmilchsau, die uns das Leben vereinfachen soll. Vergleichen wir die Systeme, so müssen wir ...
Michael Dinter, Gemeindepräsident Läufelfingen, parteilos
Der Begriff KI ist in aller Munde. Angepriesen wird die Künstliche Intelligenz als die goldene Wollmilchsau, die uns das Leben vereinfachen soll. Vergleichen wir die Systeme, so müssen wir feststellen, dass diese innerhalb kürzester Zeit grosse Fortschritte gemacht haben. In Verbindung mit der Robotertechnik entstehen ganz neue Möglichkeiten. Viele Firmen schwören auf KI und haben die Entwicklung derselben in ihren Leitbildern festgeschrieben.
Es gibt bald keinen Gegenstand des täglichen Bedarfs mehr, der nicht mit KI versorgt ist (ausser vielleicht dem Korkenzieher). Jeder Fernseher, Kochherd, Backofen, Wischroboter oder Wagen ist verbunden mit einer KI, von der er nicht nur Daten empfängt, sondern auch zu deren Lernprozess beiträgt. Praktisch jede Abfrage, die wir im Netz stellen, sowie alle Daten werden durchsucht, um Antworten zu finden und zu geben. Ein Wissensstand, den keine Bibliothek und keine Universität je erreichen wird.
USA, China, Indien, Europa und viele weitere kämpfen um die Vorherrschaft. Wobei zu erwähnen ist, dass einzig Eu- ropa wirklich darum besorgt ist, Regulierungen zur KI einzuführen, was bedeuten wird, dass es hinter die skrupelloseren Länder zurückfallen wird.
Welche Jobs werden hinfällig durch KI? Anzunehmen ist, dass in einer ersten Phase hauptsächlich Arbeiten aus dem kaufmännischen Bereich wegfallen werden: Buchhaltung, Finanzwesen, Texten, Übersetzen, Analysieren, Kundenservice, juristische Assistenzarbeiten. Komplexere Tätigkeiten sowie Berufe, die auf Empathie, echter Kreativität und physischer Prä- senz basieren, sind noch krisensicher. Ein Gewinn für Firmen und Aktionäre. Doch was bedeutet das für die Gesellschaft?
Die Schweiz hat den Luxus einer geringen Arbeitslosenquote. Fast alle anderen Länder kämpfen mit diesem Problem. Durch die Automatisierung werden viele Arbeitsstellen hinfällig. Die versuchte Beruhigung durch die Firmen geht darauf hinaus, dass behauptet wird, die verlorengehenden Stellen würden durch neue in anderen Berufsgattungen aufgefangen.
Wir werden also in Zukunft vor dem Problem stehen, dass auch wir in der Schweiz eine grosse Anzahl Arbeitslose haben, die durch das Sozialsystem aufgefangen werden sollen. Doch dieses bewegt sich bereits heute schon in Richtung Abgrund. Solange wir Milliarden für Rüstung ausgeben, jedoch beim Sozialsystem und der Ausbildung sparen, können wir nicht von einem Schutz unseres Landes reden!
Wie sieht die «perfekte» Welt mit KI in Zukunft aus? Eine Möglichkeit wäre der funktionierende Sozialismus. KI und Roboter erledigen die Arbeiten. Der Gewinn aus all diesen Aktivitäten fliesst auf ein zent- rales Konto. Von diesem erhält jeder Mensch den gleichen Anteil und kann sich daher seinen eigenen Aktivitäten widmen. Leider haben wir bereits in der Vergangenheit gelernt, dass der Mensch für Gleichbehandlung nicht geeignet ist. Sein Wunsch, etwas anderes oder mehr zu haben als sein Mitmensch, verurteilt ihn praktisch zum Konkurrenzdenken, was eine Lösung wie oben beschrieben unmöglich macht.
Was also wäre die Alternative? Betrachten wir unsere Erde aus logischer Sicht, müssen wir zum heutigen Zeitpunkt sagen, dass der Mensch das grösste Problem für Natur und Umwelt ist. Der Raubbau kann nicht weitergehen. Somit müsste auch eine KI auf den Gedanken kommen (im Sinne der Optimierung), den Menschen entweder einzuschränken oder abzuschaffen. Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage! Das Gute daran ist: Der Mensch rationalisiert sich selber weg.
In der «Carte blanche» äussern sich Oberbaselbieter National- und Landratsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden zu einem selbst gewählten Thema.

