Knappe Kader, ein Lazarett und ein Notfall
03.03.2026 Sport, Unihockey1. Liga Kleinfeld: Bubendörferinnen retten sich, Sissacher müssen in die Abstiegsspiele
Der TSV Bubendorf hat die Pflicht erfüllt: Die Kleinfeld-Erstligistinnen gewinnen zum Abschluss eines von zwei Spielen und bleiben erstklassig. Die Sissacher Wild Dogs hingegen ...
1. Liga Kleinfeld: Bubendörferinnen retten sich, Sissacher müssen in die Abstiegsspiele
Der TSV Bubendorf hat die Pflicht erfüllt: Die Kleinfeld-Erstligistinnen gewinnen zum Abschluss eines von zwei Spielen und bleiben erstklassig. Die Sissacher Wild Dogs hingegen müssen sich dieses Prädikat noch erarbeiten.
Sebastian Wirz
«Unser zweites Spiel habe ich leider gar nicht gesehen», sagt Simone Dolder am Telefon und lacht. Statt die Bubendörfer Unihockey-Erstligistinnen am Sonntag im letzten Match der Saison mitzubetreuen, überliess Dolder das Team ganz Coach Yannick Kilcher – um mit einer verletzten Spielerin in den Notfall zu fahren. Der Stock einer Gegenspielerin war während der ersten Partie des Tages im Gesicht der Bubendörferin gelandet. Fazit: Mit «ein paar Stichen» konnte die Schnittverletzung neben dem Auge geflickt werden – und der TSV Bubendorf hat den Ligaerhalt in höchsten Kleinfeld-Liga der Schweiz geschafft.
Zwar unterlagen die Oberbaselbieterinnen im letzten Match 2025/26 den SC Oensingen Lions, aber dank des Siegs in der Auftaktpartie der Doppelrunde in der Dreifachhalle Kaselfeld in Bellach reichte es für den Klassenerhalt: Der TSV Bubendorf «verlor» zwar eine Spielerin wegen des «Cuts» im Gesicht, siegte gegen das UHT Semsales aber 5:2. Nach 0:2-Rückstand drehten die besten Oberbaselbieter Unihockeyanerinnen auf und trafen in Hälfte zwei gleich fünffach.
«Es war schon eine Erleichterung zu spüren», sagt Dolder. Auch aufgrund der schwierigen Gegner der anderen Abstiegskandidaten hätten sie damit gerechnet, dass ein Sieg zum Ligaerhalt reichen würde. Diese Pflicht erfüllte Bubendorf: «Die Jurassierinnen von Semsales geben nie auf», so die Trainerin, «unsere Spielerinnen haben gut dagegengehalten und damit gesiegt.»
Dezimierte Wild Dogs auf Rang 9
Damit entgeht der TSV Bubendorf den Abstiegsspielen, welche die beiden Letzplatzierten pro Gruppe erwarten. Dies ist den Wild Dogs nicht vergönnt: Die Sissacher verloren am Sonntag ihre letzten beiden Meisterschaftsspiele und schliessen die Meisterschaft auf dem 9. und damit zweitletzten Rang von Gruppe 1 ab. 3 Siege und 4 Unentschieden aus 18 Spielen sind nicht genug: «Es braucht eigentlich immer rund zwölf Punkte für den Ligaerhalt», sagt Co-Spielertrainer Patrick Graf. Es mache die höchste Liga aus, dass es rund um den Strich immer so eng sei. «Es bleibt bis zum Ende spannend, das ist eigentlich cool.» Eigentlich – denn Sissach muss nun in die Abstiegsspiele.
Ein Sieg mehr in einem Direktduell gegen einen Konkurrenten im Abstiegskampf hätte gereicht, um über dem Strich zu landen. In den vier Spielen gegen Kappelen (ein Unentschieden, eine Niederlage) und Mümliswil (zwei Unentschieden) haben die «wilden Hunde» aber keinen einzigen Sieg geholt. Nur gegen das abgeschlagene Schlusslicht Köniz haben die Oberbaselbieter zweimal gesiegt, gegen Naters-Brig gelang der einzige weitere Zwei-Punkte-Erfolg.
«Wenn ich überlege, was wir für Abgänge vor der Saison, verletzungsbedingte Ausfälle während der Saison und knappe Kader bei mehreren Runden hatten, können wir mit den 10 Punkten eigentlich recht zufrieden sein», sagt Patrick Graf. Das seien nur zwei Punkte weniger als mit einem deutlich stärker besetzten Team in der Vorsaison.
Die «Auf-Abstiegs-Play-offs» werden gemäss Spieldatenraster von Swiss Unihockey am 28./29. März und 11./12. April als «Best of Three»-Serie ausgetragen. Allerdings ist die Situation aufgrund zweier freiwilliger Rückzüge aus der 1. Liga noch unübersichtlich. Graf und seine Kollegen rechnen damit, dass sie erst kurz davor wissen, ob, wann und gegen wen sie antreten müssen. Bis dann wird fleissig weitertrainiert. «Wir waren lange in der 2. Liga und wissen, wie schwierig es ist, aufzusteigen», sagt der Spielertrainer, «entsprechend werden wir unseren 1.-Liga-Platz mit allem verteidigen, was wir haben. Wir wollen unbedingt oben bleiben.»
In Bubendorf dagegen ist die Saison für die oft ebenfalls knapp besetzten Erstligistinnen vorbei. Die Aufgabe für die Sommerpause besteht primär darin, die Kader zu verbreitern. Dolder hofft, dass der Verein weiterhin sowohl in der 1. als auch in der 3. Liga der Frauen ein Kleinfeld-Team stellen kann, was im Moment zahlenmässig nur knapp gelingt.

