«Klimaschule» hat keine politische Schlagseite
22.05.2026 GelterkindenRegierung stellt sich hinter das Zertifizierungsprogramm
sep. Mit einem «Blackout Day» ist die Sekundarschule Gelterkinden 2020 in den vierjährigen Prozess zur Zertifizierung als «Klimaschule» gestartet: Das sei nur ein Beispiel dafür, dass ...
Regierung stellt sich hinter das Zertifizierungsprogramm
sep. Mit einem «Blackout Day» ist die Sekundarschule Gelterkinden 2020 in den vierjährigen Prozess zur Zertifizierung als «Klimaschule» gestartet: Das sei nur ein Beispiel dafür, dass das Programm keine politische Haltung bevorzuge, sondern alle Aspekte von Klimawandel und Energiewende abdecke und die Schülerinnen und Schüler darauf sensibilisiere. Das schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf die Interpellation von SVP-Landrat Markus Graf (Maisprach), der unter anderem wissen wollte, ob «konkret Energiemangel und der damit verbundene potenzielle wirtschaftliche Abstieg» in der Klimaschule ebenfalls behandelt werde. Denn insgesamt sieht er in dem Programm «eine gewisse Ballung von Fürsprechern aus dem rotgrünen Lager sowie einschlägiger NGOs» und will sichergestellt haben, dass «die verschiedenen politischen Lösungsansätze gleichmässig gewichtet werden».
Energiemangel erlebbar gemacht
Der Regierungsrat weist mit seiner Antwort Grafs Verdacht zurück, dass die Klimaschule politische Schlagseite habe. Die öffentlichen Schulen im Kanton Baselland seien zu politisch neutralem Unterricht verpflichtet und das auch dann, wenn sie an Projekten wie der «Klimaschule» teilnähmen.
Im Lehrplan seien aber unter anderem ausdrücklich die fächerübergreifenden Themen «Natürliche Umwelt und Ressourcen» festgehalten. Dabei gehe es auch um Zielkonflikte und um individuelle wie gesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten. Ziel des Programms «Klimaschule» sei es, die Themen Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit ausserhalb des klassischen Unterrichts im Schulzimmer zugänglich zu machen. Am erwähnten «Blackout Day» beispielsweise hätten Schülerinnen und Schüler «konkret erfahren, was Energiemangel heisst und dass ein achtsamer Umgang wichtig ist.»
Grafs Frage, wer «die Kompetenz» habe, aus der Schule eine «Klimaschule» zu machen oder aus dem Programm wieder auszusteigen, beantwortet der Regierungsrat so: Die Zertifizierung verleihe die Organisation «My Blue Planet», was in Gelterkinden inzwischen geschehen sei; «die Frage zielt jedoch vermutlich darauf ab, wer an einer Schule über die Teilnahme an solchen Programmen entscheidet.» Im Fall Gelterkinden sei der Vorschlag auf Anstoss einiger Lehrpersonen zunächst in der «Steuergruppe Schulentwicklung» beraten, dem dem Gesamtkollegium vorgestellt, von diesem grossmehrheitlich gutgeheissen und mit der Gründung eines «Kernteams Klimaschule» sei schliesslich die Umsetzung lanciert worden.
Vom Schulrat stets kontrolliert
Dies geschehe jeweils «im Rahmen der Mehrjahresplanung beziehungsweise des Schulprogramms, welches durch den Schulrat genehmigt werden muss. Der Schulrat wurde in den ganzen Prozess laufend eingebunden und hat die Aktivitäten stets unterstützt», schreibt die Regierung weiter.
Bis auf eine einzige Veranstaltung seien sämtliche Aktionen der «Klimaschule» zu Unterrichtszeiten durchgeführt worden und der eine Abendanlass habe von den beteiligten Schülerinnen und Schülern kompensiert werden können. Mit Bezug auf Grafs Frage zur Zertifizierungsorganisation «My Blue Planet» und deren Finanzierung verweist die Regierung auf dessen Website: Dort lege der Verein sämtliche Jahresberichte und alle Partnerschaften offen.
