Klassik und Klangfarben zum Hören und Tanzen
04.09.2026 HölsteinZweites «Between Mountains Festival» auf der Holdenweid
Nach dem geglückten Start vor einem Jahr findet im Zentrum Holdenweid am Wochenende das zweite «Between Mountains Festival» mit klassischer und elektronischer Musik statt. Es erstreckt sich neu über drei ...
Zweites «Between Mountains Festival» auf der Holdenweid
Nach dem geglückten Start vor einem Jahr findet im Zentrum Holdenweid am Wochenende das zweite «Between Mountains Festival» mit klassischer und elektronischer Musik statt. Es erstreckt sich neu über drei Tage, und das ist nicht die einzige Neuerung.
Jürg Gohl
«Between Mountains» heisst das Festival vom kommenden Wochenende. «Zwischen Bergen», so die Übersetzung, bewegt sich der Anlass gleich in mehrfacher Hinsicht. Sicher spielt der Name auf die Jurahügel an, welche das Zentrum Holdenweid in Hölstein umgeben. Dort wird von Freitag bis Sonntag musiziert. Die Bezeichnung könnte aber auf den Inhalt anspielen, wartet das Festival doch mit einer bunten Mischung aus zeitgenössischer Klassik, Elektronik und experimenteller Musik auf. Das Festival bewege sich «zwischen konzentriertem Zuhören und kollektiver Festivalerfahrung», wird es in einer Mitteilung beschrieben. Es lasse «die Grenzen zwischen Open-Air-Konzert, Club und Konzertsaal verschwimmen.»
Als zwei emotional entgegengesetzte «Berge» können auch die beiden ähnlich gelagerten Anlässe der Vorwoche betrachtet werden: Am vorletzten Wochenende gastierte bereits das «Festival Neue Musik Rümlingen» in Langenbruck, also ebenfalls im Waldenburgertal. Gemäss Medienmitteilung wurden 400 Besucher gezählt, was als Erfolg verbucht wird. Im krassen Gegensatz dazu steht die Raver-Party in Aarau, wo am Sonntag tödliche Schüsse fielen.
Fast 40 Stunden Musik
Auf den bevorstehenden Anlass in Hölstein haben die tragischen Ereignisse keinen direkten Einfluss. Man halte am eigenen Sicherheitskonzept fest, antwortet Mitorganisator und Mitgründer Felix Heri, «wir sind in Gedanken bei den Angehörigen und Betroffenen dieses schrecklichen Vorfalls». Zum Konzept gehört auch ein Verhaltenskodex (Awareness), der den Umgang untereinander regelt.
Das ist nicht die einzige Neuerung, die nach dem erfolgreichen Start vor einem Jahr bei der zweiten Ausgabe vorgenommen wird. Die augenfälligste betrifft die Dauer. Der ursprünglich eintägige Anlass erstreckt sich gleich über drei Tage. Am Freitag geht es um 18 Uhr im «Im Puls» los. Das ist einer von insgesamt vier Spielorten, die zeitweise sogar parallel bespielt werden.
Danach wird von den Besuchern Ausdauer gefordert. Denn am Samstag um 10 Uhr geht es bereits weiter, und zwar ohne Unterbruch bis am Sonntag um 17 Uhr – also 31 Stunden Musik nonstop. Rechnet man den Freitag noch dazu, so kommen noch weitere acht Stunden hinzu. Der Festivalpass kostet 80 Franken.
Den letzten Auftritt wird die junge, preisgekrönte Cellistin Dobrawa Czocher bestreiten, um ein Beispiel herauszugreifen. Sie bewegt sich zwischen klassischer und zeitgenössischer Musik. Sie tritt in Hölstein im Duo auf. Hervorzuheben gilt auch der Auftritt des bekannten Trompeters Simon Höfele am Samstagmorgen gemeinsam mit dem Jungen Kammerorchester Baselland. Beide gelangen, solo oder mit anderen, noch zu weiteren Auftritten.
Felix Heri verrät, dass die Veranstalter mit diesem Orchester, das bewusst auf ein Dirigat verzichtet, eine längere Partnerschaft anstreben. Die anderen Musikerinnen und Musiker wechseln hingegen, um so Talenten eine Möglichkeit zu geben, sich zu profilieren. Aus diesem Grund fehlt im Gegensatz zur Erstauflage auch Vera Schnider – trotz kurzer Anreise. Die Harfenistin, die sowohl in der Alten als auch in der Neuen Musik zu Hause ist und im Mai den Baselbieter Kulturpreis erhalten hat, wohnt in Waldenburg.
Abgesehen von den fast 40 Stunden Musik, auf die das Festival ausgedehnt wird, wartet es mit weiteren Neuerungen auf. Felix Heri, der acht Jahre lang Geschäftsführer der Basel Sinfonietta und zudem sechs Jahre bei Lucerne Festival für die zeitgenössische Musik zuständig war, nennt etwa die Küchengespräche. Sie werden in Zusammenarbeit mit SRF dem Publikum angeboten. Das sind offene Gesprächsrunden mit den Künstlerinnen und Künstlern. Zudem wird dem Publikum die Möglichkeit geboten, sich auf dem Campingplatz zu erholen.

