Gemeinde verkauft Wärmeverbund an Firma
Die Gemeindeversammlung hat entschieden, den Wärmeverbund der Gemeinde Tenniken zu einem symbolischen Preis von 1 Franken zuzüglich Planungskosten zu verkaufen. Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren Kostengründe.
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Gemeinde verkauft Wärmeverbund an Firma
Die Gemeindeversammlung hat entschieden, den Wärmeverbund der Gemeinde Tenniken zu einem symbolischen Preis von 1 Franken zuzüglich Planungskosten zu verkaufen. Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren Kostengründe.
Sander van Riemsdijk
Der Souverän der Gemeinde hat am Dienstagabend mit dem Verkauf per 1. Juli einen zukunftsweisenden Entscheid getroffen. Der im Jahr 2005 in Betrieb genommene Tenniker Wärmeverbund versorgt derzeit knapp 60 Liegenschaften, wobei die Gemeinde selbst die grösste Abnehmerin ist. Seit März 2023 wird der Wärmeverbund von der Firma Adev Ökowärme AG aus Liestal betreut.
Die bestehende Heizzentrale mit dem Leitungsnetz hat nach gut 20 Betriebsjahren das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht, wie Gemeinderat David Wiesner den 52 Stimmberechtigten im vollen Gemeindesaal mitteilte. «Sie muss dringend ersetzt werden.» Seit vergangenem Jahr ist sie nicht mehr funktionstüchtig, weshalb notfallmässig ein Provisorium errichtet werden musste.
Ein Ersatzbau würde die Gemeinde nach heutigem Kenntnisstand 2,5 Millionen Franken kosten, rechnete Wiesner den Anwesenden vor. Mit Blick auf die hohen Investitionskosten und die aktuell hohe Projektbelastung der Gemeinde biete sich mit der Firma Adev als Käuferin eine nachhaltige Lösung an, so der Gemeinderat. Mit dem Verkauf könnten zusätzliche Wärmebezüger gewonnen, Synergien genutzt und die Versorgung langfristig gesichert werden.
Holz als Energielieferant
Aus der Versammlung war zu vernehmen, dass im Dorf grosses Interesse an einem Anschluss an den neuen Wärmeverbund besteht. Ob ein Anschluss kurz- oder langfristig möglich ist, hänge unter anderem von der Lage der bestehenden Leitungen ab, wie Gemeindepräsident Thomas Grüter ausführte.
Damit sich die Bevölkerung vorgängig über die Modalitäten und Gründe des Verkaufs informieren konnte, fand eine Woche vor der Gemeindeversammlung ein Informationsanlass statt. Im Zuge des Verkaufs will die Gemeinde den Restwert des Leitungsnetzes von rund 392 000 Franken abschreiben; dieser Betrag wird der Jahresrechnung 2026 belastet. Zudem übernimmt die Gemeinde eine festgelegte Garantie für das Netz.
Die neue, vergrösserte Anlage im Schulhaus Seematt wird mit einem Energiemix von 90 Prozent Holz und maximal 10 Prozent Öl betrieben, wie der Geschäftsführer der Adev Ökowärme AG, Thomas Tribelhorn, in seinem Referat ausführte. Nach einigen Wortmeldungen stimmte der Souverän dem Antrag des Gemeinderats einstimmig und mit grossem Applaus zu. Die Inbetriebnahme der neuen Anlage ist für kommenden Januar geplant.
Nachdem Gemeinderat Daniel Sutter die Versammlung mit einer Prise Gelächter auf die schon länger geplanten und nun bevorstehenden Tempokontrollen im Dorf aufmerksam gemacht hatte, stimmten Gemeinderätin Franziska Buonfrate und Thomas Grüter die Anwesenden auf das Dorffest zum 800-Jahre-Jubiläum von Tenniken ein. Das Fest findet am Wochenende vom 21. bis 23. August statt. Ein Apéro rundete die Versammlung ab.