Langfristige Vermögensbildung durch Immobilien
Die Bürgergemeinde Reigoldswil wird Besitzerin der Parzelle «Dorfplatz 2» in Reigoldswil. Die Stimmberechtigten sagten am Montag Ja zum Kauf der 371 Quadratmeter grossen Parzelle, die (noch) der ortsansässigen Reigi ...
Langfristige Vermögensbildung durch Immobilien
Die Bürgergemeinde Reigoldswil wird Besitzerin der Parzelle «Dorfplatz 2» in Reigoldswil. Die Stimmberechtigten sagten am Montag Ja zum Kauf der 371 Quadratmeter grossen Parzelle, die (noch) der ortsansässigen Reigi GmbH gehört.
Willi Wenger
Die erstmals im Museum «Im Feld» durchgeführte Bürgergemeindeversammlung fällte am Montag einen richtungsweisenden Entscheid. Mit 15 zu 5 Stimmen genehmigten die Stimmberechtigten den Kredit von 1,55 Millionen Franken für den Kauf der Parzelle Dorfplatz 2 im Gebiet Mittelbiel. Der Abstimmung enthielten sich – korrekterweise – die anwesenden Gesellschafter der Reigi GmbH als Noch-Besitzer der Liegenschaft sowie die Gemeinderatsmitglieder.
Gemeindepräsident Fritz Sutter bezeichnete den Entscheid als «klug». Der Kauf sei ein Teilprojekt der 2021 lancierten Strategie «Zukunft 4418», deren Ziele sich derzeit in der Umsetzung befänden – unter anderem mit dem laufenden Werkhofumbau. Sutter informierte zudem, dass die Investorin der Parzelle 415 im «Unterbiel» täglich mit der Baubewilligung rechne, um die geplante Arztpraxis und 24 Wohnungen realisieren zu können.
Vizepräsident Thomas Moser stellte das Geschäft detailliert vor. Gemeindeeigentum reduziere Abhängigkeiten von Privatmarktpreisen und Verfügbarkeitsschwankungen und könne als Absicherung für die Zukunft dienen. Zudem ermögliche der Besitz von Grundstücken eine bessere Planung von Verkehr, Schulen und Freizeiteinrichtungen.
Finanzierung einer Grossbank
Gemeinderätin Marisa Dürrenberger hielt fest, dass ein Kauf durch die Einwohnergemeinde nie zur Diskussion gestanden habe – die finanzpolitische Lage habe dies nicht zugelassen. Weitere Fremdmittel aufzunehmen sei auch wegen der Werkhof-Investitionen keine Option gewesen; zudem könnten Liegenschaften der Einwohnergemeinde wie die Turnhalle Bündten, das Primarschulhaus oder die Reservoire nur zu ungünstigen Konditionen belehnt werden.
Der Gemeinderat hielt in seiner Botschaft am Montag auf der anderen Seite fest, dass die Bürgergemeinde als Besitzerin der abgeschriebenen Liegenschaften «Tempel und Mühlitäli» von einer Grossbank die Finanzierungszusage über 1,6 Millionen Franken für den «Dorfplatz 2» zu einem marktüblichen Zinssatz erhalten habe.
Die rund 60-jährige Liegenschaft befindet sich laut Expertise in gutem Zustand. Dank umfangreicher Sanierungen in den vergangenen fünf Jahren – darunter der Anschluss an die Fernwärmeheizung – besteht kurzfristig kein weiterer Investitionsbedarf. Mit den Mieterträgen rechnet die Bürgergemeinde mit jährlichen Einnahmen von 75 000 Franken, was einer Rendite von gut 4 Prozent entspricht. Das Ganze könne als geeignetes Renditeobjekt mit wertstabiler Lagequalität eingestuft werden.
Die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger waren letztlich sehr überschaubar. Fragen wie etwa zum Zustand des Hauses beziehungsweise zu den voll vermieteten Wohnungen in den Obergeschossen wurden kompetent beantwortet. Der Gemeinderat kündigte an, sich bei Bedarf dafür einzusetzen, dass der BLKB-Bankomat am Gebäude erhalten bleibt.
Die «Bürgergmäini» nahm schliesslich zur Kenntnis, dass das ursprünglich geplante Geschäft in Bezug auf die Fusion der beiden Forstreviere Frenkentäler und Dottlenberg abgesetzt werden musste (die «Volkssstimme» berichtete). Gemeinderat Mirco Gisin sagte, dass die angestrebte Fusion voraussichtlich frühestens Mitte kommenden Jahres zum Thema werde.