«Karli, none Buech»
29.09.2026 Sport, FussballNeue Biografie über FCB-Legende Karl Odermatt präsentiert
Über Karl Odermatt wurde schon vieles erzählt und geschrieben. Die neue Biografie «Immer am Ball – Forever Young» zeigt nun auch weniger bekannte Seiten der in Rickenbach lebenden Basler Fussballlegende.
...Neue Biografie über FCB-Legende Karl Odermatt präsentiert
Über Karl Odermatt wurde schon vieles erzählt und geschrieben. Die neue Biografie «Immer am Ball – Forever Young» zeigt nun auch weniger bekannte Seiten der in Rickenbach lebenden Basler Fussballlegende.
Thomas Ditzler
«Was gesagt ist, wird auch geschrieben. Ich wollte ein authentisches Buch», sagte der ehemalige Fussballstar Karl «Karli» Odermatt gleich zu Beginn der Vernissage vom vergangenen Donnerstagabend in der Filiale der Basler Kantonalbank in der Spiegelgasse in Basel. «Immer am Ball – Forever Young» ist beileibe nicht das erste Werk, das über das Basler Fussball-Urgestein erschienen ist. «Wir wollten aber eine ehrliche Biografie schaffen und nicht eine weitere Lobhudelei», sagte Alfred Rüdisühli, Projektleiter beim Reinhardt Verlag. Über ein Jahr befasste sich Autor Florian Blumer mit dem Leben und den Geschichten des einstigen Schweizer Nati-Captains, der seinen Wohnsitz schon seit vielen Jahren in Rickenbach im Oberbaselbiet hat.
Das 220 Seiten fassende Werk handelt nicht primär von den einstigen fussballerischen Erfolgen, von denen Odermatt zahlreiche vorweisen kann. Vielmehr werden die verschiedenen Abschnitte im Leben des mittlerweile 83-Jährigen abgebildet. Dazu gehören auch solche, die nicht einfach waren. «Solche Phasen haben mich im Leben aber weitergebracht», betonte Odermatt. Im Buch kommen beispielsweise das schwierige Verhältnis zu seinem Vater, das von Wutausbrüchen geprägt war, aber auch seine Faszination und Begeisterung für das Pilzesammeln zur Sprache: «Karli wollte nicht nur früher beim Fussball, sondern will auch heute beim ‹Pilzlen› der Beste sein», erzählte Florian Blumer und spielte dabei auf den ehrgeizigen Charakter Odermatts an.
Mehr als der Spassmacher
Aufgegliedert in acht Kapitel gibt Blumer Einblick in neue und weniger bekannte Facetten von Odermatt – vom Jugendlichen über den Berufsmann und Familienvater bis hin zum Netzwerker. «Karli als Spassmacher ist allen bekannt. Er hat aber auch eine kämpferische und verbissene Seite. Beide Seiten wollte ich verstehen und vereinen», so Autor Blumer.
Wie reichhaltig und gespickt mit unzähligen Anekdoten sein Leben sowohl auf als auch neben dem Fussballplatz war und immer noch ist, zeigte das FCB-Urgestein anlässlich der Buchvernissage. So gab Odermatt während der rund einstündigen Veranstaltung dem zahlreich erschienenen Publikum einige «Müschterli» zum Besten und sorgte für manche Lacher. So fragte er sich beispielsweise in Anspielung auf die besseren Bedingungen, welche die heutigen Fussballstars vorfinden, wie gut er als Fussballer in der heutigen Zeit gewesen wäre. Dass Saläre von 100 Millionen Franken bezahlt würden, könne er nicht verstehen, fügte aber im selben Atemzug an: «Nehmen würde ich das Geld dennoch.»
Seine grosse Liebe zur Fasnacht zeigte sich unter anderem darin, dass er sich zu Aktivzeiten einst zu später Stunde hinter einer Larve vor seinem Trainer Helmut Benthaus versteckte. Auch ein möglicher Transfer zum FC Zürich wurde thematisiert: «Hätte ich dieses Angebot angenommen, wäre ich ein Verräter gewesen und würde heute wohl nicht hier sitzen.» So aber ist der einstige Mittelfeldstratege auch 50 Jahren nach dem Ende seiner Fussballkarriere gefragt wie eh und je und zieht das Interesse der Menschen nach wie vor auf sich. «Karli ist einfach immer noch hochaktuell», meinte Projektleiter Rüdisühli.


