Jetzt soll eine Petition den Anschluss retten
29.09.2026 AnwilMehr Druck für die Buslinie 102
kam. Die Ausrichtung der Buslinie 102 (Kienberg–Anwil–Rothenfluh–Ormalingen–Gelterkinden) geht in die nächste Runde: Liliane Käser, Christof Kühni und Marcel Weber aus Anwil haben am Freitag eine ...
Mehr Druck für die Buslinie 102
kam. Die Ausrichtung der Buslinie 102 (Kienberg–Anwil–Rothenfluh–Ormalingen–Gelterkinden) geht in die nächste Runde: Liliane Käser, Christof Kühni und Marcel Weber aus Anwil haben am Freitag eine Petition zur «Wiederherstellung der Buslinie 102 an die Schnellzugsanschlüsse in Gelterkinden» bei der Baselbieter Landeskanzlei eingereicht. Regierungs- und Landrat werden darin aufgefordert, sich für eine bessere ÖV-Anbindung von Anwil und den weiteren betroffenen Gemeinden einzusetzen.
Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember ist die Buslinie 102 von Kienberg nach Gelterkinden auf die S3 ausgerichtet. Zuvor erreichten die Fahrgäste mit dem Postauto die Schnellzüge von und nach Basel. Für Pendlerinnen und Pendler aus den betroffenen Dörfern haben sich dadurch die Reisezeiten verlängert (siehe «Volksstimme» vom 27. August). Bereits im vergangenen Frühling hatten Anwil, Kienberg und Rothenfluh im Rahmen der Fahrplanvernehmlassung eine bessere Schnellzuganbindung gefordert.
In Anwil und Rothenfluh kamen bei einer von Pendlern initiierten Unterschriftensammlung mehr als 400 Unterschriften zusammen. Auch Kienberg sprach sich in einer Bevölkerungsumfrage für das Anliegen aus. Unterstützung kam zudem vom Verein Region Oberbaselbiet.
Die Gemeinden hatten dem Kanton einen eigenen Fahrplanvorschlag auf Basis des Fahrplans 2025 vorgelegt. Nach Angaben des Anwiler Gemeinderats Darryl Ackermann hätte dieser keine zusätzlichen Kurse benötigt und wäre kostenneutral gewesen. Die kantonale Abteilung öffentlicher Verkehr lehnte eine Anpassung auf den kommenden Fahrplanwechsel jedoch ab. Sie verwies darauf, dass die Fahrgastzahlen noch keine belastbare Beurteilung der Nachfrage zuliessen. Eine Neubeurteilung stellte sie für die erste Jahreshälfte 2027 in Aussicht.
Nun soll die Petition den politischen Druck erhöhen. Dass dieses Mittel im Streit um Busanschlüsse durchaus Bewegung auslösen kann, zeigt das Beispiel von Tecknau und der Buslinie 103 (Oltingen–Wenslingen–Tecknau–Gelterkinden): Dort hatten 651 Personen die Reaktivierung der Haltestelle am Bahnhof verlangt (siehe «Volksstimme» vom 21. August).
Der Landrat überwies die Tecknauer Petition Ende August mit 64 zu 13 Stimmen als Postulat an die Regierung – entgegen der Empfehlung der zuständigen Kommission. Die Regierung muss das Anliegen damit nochmals prüfen.
