«Ja» nach intensivem Schlagabtausch

  27.08.2026 Oberdorf

Versammlung genehmigt Bau von Wasserwerk

en. Die Diskussionen an der Oberdörfer Gemeindeversammlung vom Dienstagabend waren ausgiebig. Gegner wie Befürworter des Wasserwerk-Projekts z’Hof duellierten sich mit harten Bandagen. Letztlich siegten die Befürworter mit 30 Ja- gegen 16 Nein-Stimmen.

Gemeinderat Hannes Schweizer war derjenige, der den Stimmberechtigten aufzeigte, was die Dorfexekutive seit Mai 2025 und damit seit der damaligen Rückweisung des Projekts durch die Gemeindeversammlung alles unternommen hat, um die Vorlage bewilligungsfähig zu machen. «Wir haben in Zusammenarbeit mit Niederdorf das Geschäft optimiert und dabei die Kosten deutlich senken können», sagte Schweizer gewohnt sachlich. «Mit dem jetzt vorliegenden Kredit in der Höhe von 2,01 Millionen Franken haben wir die an uns gestellten Vorgaben erfüllt.»

Der Ressortleiter Wasser stellte auch klar, warum es in Oberdorf ein neues Wasserwerk brauche. «Mit diesem sichern wir langfristig die Trinkwasserversorgung. Gleichzeitig setzen wir die Wasserstrategie, also die Vernetzung der Wasserversorgung im Waldenburgertal, um und erhöhen die Versorgungssicherheit im Sinne eines zweiten Standbeins.» Schweizer ergänzte, dass bei den Optimierungen die Vereinfachung der Verfahrenstechnik, der Verzicht auf die Umkehrosmose (Enthärtung) sowie die Trinkwasseraufbereitung mit Ultrafiltration und UV-Desinfektion im Zentrum gestanden hätten.

Dies alles habe die Kosten erheblich reduziert. Die ursprünglichen Kosten in der Höhe von 4,6 Millionen Franken konnten um 600 000 Franken auf 4 Millionen Franken gesenkt werden. Davon übernimmt Niederdorf die Hälfte, obwohl es weniger Einwohner als Oberdorf hat.

Kritische Äusserungen
Das Gros der wortmeldenden Personen äusserte sich dennoch kritisch bis ablehnend zum Projekt. Einige Rednerinnen und Redner fanden, dass sich Niederdorf stärker beteiligen sollte, zumal Oberdorf das Wasserwerk in der präsentierten Form zurzeit gar nicht brauche. Die Rede war von der dreistufigen Wasseraufbereitung, die nur Niederdorf dienen würde. Wortmeldungen gab es auch zum künftigen Wasserpreis, der in der Grössenordnung von 50 Rappen pro Kubikmeter steigen dürfte. Niederdorf wurde mehrfach heftig angegriffen und als Profiteur bezeichnet.

Gemeinderat Michael Wild und Gemeindepräsident Piero Grumelli kämpften für die Genehmigung des Projekts. Wild bezeichnete das Wasserwerk als einmalige Chance: «Es wäre schäbig, das generationenübergreifende Projekt über Bord zu werfen.» Grumelli hielt mit klaren Worten fest, dass das Projekt unverzichtbar sei, auch in Bezug auf eine gute Zusammenarbeit im Tal.

Die Gemeindeversammlung genehmigte schliesslich das Wasserwerk und ebenso den Investitionsbeitrag in der Höhe von 150 000 Franken für den Nordanschluss an Niederdorf. Mit diesem kann künftig Wasser aus Bubendorf bezogen werden. Die Vertragsgenehmigung betreffend der Sicherung der Trink- und Löschwasserversorgung der Gemeinden Oberdorf und Niederdorf fand ebenfalls, nach einigen Diskussionen, Zustimmung.


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