Im «Schlüssel» kehrt wieder Leben ein
20.03.2026 WaldenburgDie neue Pächterin vereint asiatische und schweizerische Küche und Arbeitsintegration
Mehr als vier Jahre stand der Waldenburger «Schlüssel» leer. Nun hat sich eine neue Gastgeberin gefunden: Thusanthy Sinniah wird im Lokal asiatische und einheimische Küche ...
Die neue Pächterin vereint asiatische und schweizerische Küche und Arbeitsintegration
Mehr als vier Jahre stand der Waldenburger «Schlüssel» leer. Nun hat sich eine neue Gastgeberin gefunden: Thusanthy Sinniah wird im Lokal asiatische und einheimische Küche verschmelzen sowie Migranten und weiteren von der Sozialhilfe abhängigen Personen eine Integrationschance bieten.
Christian Horisberger
Im Gasthof zum Schlüssel in Waldenburg wird seit fast 600 Jahren gerastet, gegessen und getrunken. Damit ist das Lokal im «Stedtli» das älteste Gasthaus des Baselbiets. Nach einer mehr als vierjährigen Durststrecke ohne Pächter und Gäste wird ab dem kommenden Wochenende wieder Leben im Lokal einkehren. Die aus Sri Lanka stammende Thusanthy «Dusha» Sinniah will für frischen, exotischen Wind in den alten Mauern sorgen.
Denn die Herkunft der Wirtin, die seit 20 Jahren in der Region Basel lebt, spiegelt sich in den Gerichten, die sie ihren Gästen in Waldenburg servieren wird. In den Rezepten, die alle ihre persönliche Handschrift tragen, werden Produkte aus der Region mit Zutaten aus dem asiatischen Raum zu Kombinationen verschmolzen, verspricht sie. So wird sie beispielsweise Zander auf schwarzen Linsen mit Rüebli, Tamarinden und gelbem Reis servieren oder gedämpfte Spätzli aus Dinkel- und Reismehl mit Kokosfleisch und Babyspinat an rotem Curry. Und am «Fusion Brunch», der im «Schlüssel» immer am Sonntag stattfinden wird, stehen einerseits Zopf oder Konfitüre zur Wahl, andererseits Bratkartoffeln mit Lauch und Curry oder ein Brotaufstrich aus Apfelchutney mit Minze und grünem Chili.
Immer dienstags und mittwochs wird im «Schlüssel» ein Mittagsbuffet angeboten, donnerstags wartet die Wirtin mit Gerichten aus ihrer Heimat auf und jeweils am Freitag kommen Liebhaberinnen und Liebhaber von Fisch und Meeresfrüchten auf ihre Kosten. Am Montag ist Ruhetag.
Hilfsköche und Küchenhilfen
Mit einem Bachelor-Studium in Tourismusmanagement, als ayurvedische Ernährungsberaterin und Rezeptentwicklerin, durch den Handel mit eigenen Gewürzmischungen sowie als Catering- und Gastköchin ist «Dusha» Sinniah schon seit Jahren gastronomisch tätig, dies vor allem in Basel. Ein eigenes Restaurant hat die 50-Jährige, die in Kürze von Basel ins Waldenburgertal umziehen wird, aber noch nie geführt. Umso sorgfältiger habe sie sich auf dieses Engagement vorbereitet: «Ich habe eine Machbarkeitsstudie gemacht, um zu eruieren, was es in der Region bereits für Angebote gibt und was fehlt, um Gäste aus der näheren und weiteren Umgebung gewinnen zu können.»
Das Konzept, das sie auf dieser Grundlage entwickelt hat, schliesst Sinniahs zweites berufliches Standbein mit ein: Nach einem Betriebswirtschaftsstudium hat sie ihren Fokus auf die Arbeitsintegration gelegt und für Organisationen wie die Standortförderung Baselland oder den Verein «zRächtCho» gearbeitet. In Waldenburg will sie Flüchtlinge, Migranten sowie Arbeitslose, die von der Sozialhilfe abhängig sind, sorgfältig für Jobs in der Gastronomie, die unter Fachkräftemangel ächzt, schulen und sie in den Arbeitsmarkt integrieren: «So können wir sie aus der Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung führen.»
Eröffnung am Wochenende
Der Pilotversuch für das Integrationsund Schulungsprogramm soll mit zehn Personen, je fünf als Service- und Küchenhilfen, im Herbst dieses Jahres starten. Wie lange eine Person im Integrationsprogramm verbleibt, sei abhängig von deren fachlichen Fortschritten, wie rasch sie unsere Sprache lernt sowie vom Vermittlungserfolg auf dem Arbeitsmarkt, erklärt Sinniah.
Zunächst aber gelte es, den «Schlüssel» aus seinem Dornröschenschlaf zu küssen und ihn zu einem Ort zu machen, der eine hochwertige und überraschende Küche in historischer Kulisse bietet. Morgen Samstag heisst die neue «Schlüssel»-Pächterin geladene Gäste zur offiziellen Eröffnungsfeier ihres «Schmuckstücks» willkommen. Am Sonntag dann steht das Restaurant allen Neugierigen und Geniessern offen. Mit einem reichhaltigen Brunch-Buffet wird die Gastgeberin ihre kulinarische Visitenkarte abgeben und, so hofft sie, bei ihren Gästen für Wow-Effekte sorgen.

