Hundertstelsekunden entscheiden
14.04.2026 Sport, Weitere SportartenFrühlingsturnier in Tenniken
Beim Frühlingsturnier des Reiterclubs Sissach in Tenniken hat sich die «Volksstimme» zwei Oberbaselbieter Teilnehmenden an die Fersen geheftet: der Itingerin Alexandra Hägler und Rico Buser (aus Sissach).
Lukas ...
Frühlingsturnier in Tenniken
Beim Frühlingsturnier des Reiterclubs Sissach in Tenniken hat sich die «Volksstimme» zwei Oberbaselbieter Teilnehmenden an die Fersen geheftet: der Itingerin Alexandra Hägler und Rico Buser (aus Sissach).
Lukas Müller
Aus den Lautsprechern dringt Party-Sound von anno dazumal. Kraftvolle Pferde, betreut und geritten von Reitern und Reiterinnen aus der ganzen Schweiz, drehen ein ums andere Mal ihre Runden auf dem Tenniker Reitplatz. Sie nehmen beim Frühlingsturnier die auf dem ganzen Parcours verteilten und je nach Kategorie 90 bis 115 Zentimeter hohen Hindernisse und die knifflige Kombination mit Bravour und Eleganz.
Kalt ist es, bitterkalt. Und Bindfäden regnen tut es in Tenniken offenbar nur einmal an diesem grauen Tag. Trotz dieser nicht ganz einfachen äusseren Bedingungen wirken Aktive und Funktionäre sowie das Hilfspersonal vor Ort sehr motiviert. Was all diese Menschen miteinander verbindet, ist «die Freude am sportlichen Quervergleich und der Plausch an der Arbeit mit Pferden», wie Alexandra Hägler betont. Wichtig ist der Reiterin aus Itingen aber auch der «Genuss der speziellen Stimmung, die an solchen Pferdesportanlässen immer sehr gut ist», und die «spezielle Beziehung, die man mit der Zeit zu einem Pferd aufbauen kann». Und am Ende geht es schon auch ums Sportliche: Hägler will in einem Teilnehmerfeld von mehr als 60 Aktiven in ihrer Prüfung fehlerfreie Runden absolvieren, garniert mit guten Zeiten, damit die Hoffnung auf eine Klassierung im vorderen Drittel lebt.
Guter erster Durchgang
Für Alexandra Hägler sowie den Sissacher Rico Buser, die den Pferdesport seit einigen Jahren gemeinsam pflegen und welche die «Volksstimme» an diesem verregneten Samstag begleitet hat, lief der Startdurchgang ganz nach Plan. Die beiden gingen mit der 13-jährigen Westfalen Fuchs-Stute Coradina (Hägler) respektive mit dem 11-jährigen Schimmel Calidro (Buser) an den Start.
Während Buser optimal durch den Parcours kam, gab es für Hägler eine Schrecksekunde: «Es gibt zehn Hindernisse und eine Kombination», berichtete sie, «nach dem neunten Hindernis habe ich den linken Steigbügel verloren. In diesem Moment habe ich etwas den Faden verloren und kam auch leicht aus dem Gleichgewicht. Doch mein Pferd, das sehr gut mitmacht, brachte mich sicher ins Ziel.» Coradina wurde im übrigen mit einer Gesichtsmaske ausgerüstet, der eine beruhigende Wirkung zugeschrieben wird. Dank einer fehlerfreien Runde wurden beide Aktiven im vordersten Drittel klassiert. Rico Buser erreichte eine Zeit von 56,82 Sekunden, Alexandra Hägler kam auf 57,98 Sekunden.
In der Folge wurden die Hindernisse neu positioniert. Die Aktiven nutzten diese Zeit, um den frisch gestalteten Parcours zu besichtigen und die neuen Umstände kennenzulernen. Zum Schluss gaben alle nochmals alles. Auch unser Duo mischte kräftig mit. Während Alexandra Hägler auf Coradina wiederum mit einer Nullrunde brillierte, aber zeitlich etwas hinter den Besten zurücklag, musste sich Rico Buser auf Calidro acht Strafpunkte notieren lassen. Am Schluss fehlte nur ganz wenig, sonst wäre Hägler erneut nochmals bei den Preisgekrönten im vorderen Drittel gelandet.
Nuancen entschieden hier über Siegreiche und Platzierte – und gewertet wird in Hundertstelsekunden.
Angesichts der starken Konkurrenz können die von unseren Teilnehmenden aus dem Oberbaselbiet erreichten Zeiten immer noch als höchst ehrenvolle Resultate angesehen werden. Im Spätsommer ist Tenniken wiederum Austragungsort eines Reitturniers. Für Teilnehmende wie Organisierende ist zu hoffen, dass das Wetter dort etwas besser mitmacht.


