Hoher Besuch zum Geburtstag
25.08.2026 GelterkindenJugendcafé feiert im «Jundt-Huus» seinen 15. Geburtstag
Mit Grill, Spiel und Spass feierten zahlreiche Jugendliche den 15. Geburtstag des Jugendcafés Gelterkinden. Mit dabei war Regierungspräsident Thomi Jourdan, der als damaliger Jugendarbeiter massgeblich zur ...
Jugendcafé feiert im «Jundt-Huus» seinen 15. Geburtstag
Mit Grill, Spiel und Spass feierten zahlreiche Jugendliche den 15. Geburtstag des Jugendcafés Gelterkinden. Mit dabei war Regierungspräsident Thomi Jourdan, der als damaliger Jugendarbeiter massgeblich zur Realisierung 2011 beigetragen hatte.
Jürg Gohl
Für sein Präsidialjahr hat sich Regierungsrat Thomi Jourdan fest vorgenommen, maximal einem Anlass pro Abend seine Aufwartung zu machen. Diesem Vorsatz wurde der Vorsteher der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion am vergangenen Freitag bereits ein erstes Mal untreu, als er abends das «Jundt-Huus» in Gelterkinden besuchte. Dort feierte bereits eine stattliche Zahl Jugendlicher aus der Standortgemeinde und der Umgebung den 15. Geburtstag des Jugendcafés.
Auf den ersten Blick unterschied sich der Betrieb nicht von einem ganz normalen Tag im und um das Haus: Sport, Spass, Entspannung – auch «Chillen» genannt. So läuft das seit nunmehr 15 Jahren jeweils am Mittwoch von 15 bis 19 Uhr und am Freitag von 17 bis 22 Uhr. Dann verbringt dort eine in der Tendenz steigende Anzahl Jugendlicher gemeinsam ihre Freizeit. Das Jugendcafé sei in Gelterkinden «nicht mehr wegzudenken», stellt Gemeinderat Thomas Persson im Verlauf des Abends fest. Regierungsrat Thomi Jourdan greift sogar zum Superlativ und spricht vom «schönsten Jugendhaus».
Unihockey als Beispiel
Aussergewöhnlich war für die jungen Gäste hingegen, dass auch viele Erwachsene – Eltern und Politiker aus den beteiligten Gemeinden – anwesend waren. Zudem sorgte der örtliche Rotary-Club, der das Jugendcafé seit Beginn unterstützt, für die Verpflegung. Dafür mussten die Jungen in Kauf nehmen, dass der gewohnte Betrieb durch die eine oder andere Ansprache bisweilen ins Stocken geriet.
Fabio Kunz, der seit Beginn im Auftrag der Offenen Jugendarbeit und der beteiligten Gemeinden gemeinsam mit Praktikantin Ladina Recher das Jugendcafé leitet, spricht von «15 Jahren Begegnungen» mit Jugendlichen. Wenn er in den 5369 Tagen, die das Jugendcafé bereits besteht, mit seinen Gästen am «Töggelikasten» steht, komme manches wichtige Gespräch zustande. Er wiederholt auch, was er bereits vor 15 Jahren sagte: «Goht nid, git’s nid.» Dank diesem Motto sind zum Beispiel vier Unihockey-Teams entstanden.
Christine Mangold, die vor 15 Jahren noch Gemeindepräsidentin war und heute noch immer die Jugendkommission anführt, hob zwei andere Vorzüge hervor: Erstens verfügen die Jugendlichen mit dem «Jundt-Huus» über eine ideale Liegenschaft mitten im Dorf und werden nicht mit einem Keller am Dorfrand abgespeist; zweitens wurde von Beginn weg darauf geachtet, dass sich auch die Mädchen Platz schaffen können.
Jourdan als «übler Punk»
Dass sogar der Baselbieter Regierungspräsident den Weg nach Gelterkinden fand, liegt daran, dass er massgeblich zum Entstehen der Einrichtung beitrug. Christine Mangold hatte ihren damaligen Landratskollegen und Jugendarbeiter (auch «Streetworker» genannt) einst gebeten, für Gelterkinden ein Jugendkonzept auszuarbeiten. Dieses mündete in ein Jugendcafé. Deshalb ist Jourdan ihm auch heute emotional stark verbunden. Das zeigte sich in seiner Festansprache und auch darin, dass er hinterher lange sitzen blieb und mit den Hauptdarstellern des Abends, den Jugendlichen, herumalberte.
Der vierfache Familienvater rief die Eltern auf, ihren Kindern Grenzen zu setzen. «Eltern haben die Pflicht, altmodisch zu sein», fordert er. Das Geld, das in die Jugendarbeit investiert werde, sei klug angelegt. Der Erfolg lasse sich nicht messen. «Wenn wir aber allein die Kosten betrachten, die ein Jugendlicher auf Abwegen auslöst, so ist dies ein Mehrfaches», sagt Thomi Jourdan. Selber sei er als Jugendlicher «ein übler Punk» gewesen, dem niemand etwas zugetraut hätte, schloss er, «erst recht nicht Regierungspräsident».


