Hoffnung trotz Keller-Aus
16.05.2026 Waldenburg«Theater im Pfarrhauskeller» verliert seine langjährige Heimat
Das beliebte «Theater im Pfarrhauskeller» kehrt definitiv nicht mehr in die Räumlichkeiten an der Pfarrgasse in Waldenburg zurück. Nun prüft der Theaterverein alternative Standorte. ...
«Theater im Pfarrhauskeller» verliert seine langjährige Heimat
Das beliebte «Theater im Pfarrhauskeller» kehrt definitiv nicht mehr in die Räumlichkeiten an der Pfarrgasse in Waldenburg zurück. Nun prüft der Theaterverein alternative Standorte. Co-Präsident Leo Engeler gibt sich trotz Zeitdrucks zuversichtlich.
Pascal Kamber
Es war eine Hiobsbotschaft, die der Verein Theater im Pfarrhauskeller aus Waldenburg Ende März erhalten hat: Wegen Mängeln beim Brandschutz darf der traditionsreiche Kulturkeller in Waldenburg bis auf Weiteres nicht mehr genutzt werden. Betroffen sind sowohl der Haupt- als auch der Nebeneingang, die gemäss einem Gutachten nach der Brandkatastrophe am vergangenen Silvester in Crans-Montana zu eng sind und somit nicht den aktuellen Vorschriften entsprechen. Veranstaltungen wären zwar weiterhin möglich, allerdings nur für maximal 50 Personen. Um diese Obergrenze zu erhöhen, wären bauliche Massnahmen nötig. Die Stiftung Kirchengut Baselland als Eigentümerin des Pfarrhauskellers wäre zu diesem Schritt bereit, sofern diese Massnahmen extern finanziert würden. Dazu nicht gewillt ist hingegen die Kirchgemeinde der Reformierten Kirche Langenbruck-Waldenburg-St. Peter, die den Keller mietet.
Somit ist klar: Die Türen an der Pfarrgasse werden für den Theaterverein definitiv geschlossen bleiben. «Wir haben bis zuletzt gehofft, dass die Kirchenpflege doch noch einlenken würde. Vor Kurzem haben wir von ihr aber eine Absage erhalten. Jetzt müssen wir einen neuen Standort suchen», sagt Co-Vereinspräsident Leo Engeler gefasst. Dieses Unterfangen gestaltet sich nicht einfach, weil das neue Zuhause gewisse Bedingungen erfüllen sollte: «Es muss Platz vorhanden sein für mehr als 50 Personen, damit die Rechnung für uns aufgeht.» Weiter benötige man einen kleinen Barbetrieb sowie einen Raum für Stühle, Beleuchtung und die restliche Technik. «Wir evaluieren diverse Lokalitäten in Waldenburg und der näheren Umgebung, weil wir grundsätzlich hierbleiben wollen», erklärt Engeler. Letztlich hänge die Wahl auch von den finanziellen Möglichkeiten des Theatervereins ab: «Unsere Mittel sind beschränkt. Ohne externe Unterstützung können wir nicht gross in neue Räumlichkeiten investieren.»
Lösung in Sicht?
Von Gemeinden, Privaten und auch vonseiten der Kirche hat der Theaterverein alternative Spielorte angeboten bekommen. So werden die Anlässe des Herbstprogramms an verschiedenen Orten durchgeführt, abgestimmt auf die spezifischen Darbietungen. Bereits in den vergangenen Wochen hat der Theaterverein auf diese Zwischenlösung gesetzt: Ende April fand das musikalische Theater «La Montagna» mit Jan Pezzali und Ambrosius Huber im Kulturhaus Palazzo in Liestal statt und der Bündner Barde Walter Lietha begrüsste seine Gäste Anfang Mai in der Revue in Langenbruck.
Trotz optimaler Einrichtung seien beide Orte aber nicht als dauerhafte Lösung geeignet, betont Engeler: «Sie sind zu weit weg von Waldenburg, ausserdem wollen wir das bereits vorhandene Angebot nicht konkurrenzieren.» Für die Juni- und August-Veranstaltungen will der Theaterverein wie bis anhin noch den Pfarrgarten in Waldenburg nutzen, weil dieser von den Brandschutz-Massnahmen nicht betroffen ist. Nach wie vor keine Option ist für Engeler ein temporärer Wechsel in die Waldenburger Kirche: «Die Kirchenpflege hat uns diese Möglichkeit angeboten, aber sie ist für grosse Konzerte eher geeignet als für Bühnen-Kleinkunst.»
Vom erneuten Rückschlag lässt sich Leo Engeler nicht entmutigen: «Wir haben schon mehrere interessante Objekte geprüft, noch ist aber nichts spruchreif.» Die Suche nach einer neuen Spielstätte sieht er auch als Chance für den Verein und das Theater, sich 40 Jahre nach der Gründung neu aufzustellen.

