Hitzestart für Wirte-Ehepaar
24.07.2026 ThürnenNeue Pächter haben die einzige Beiz im Dorf übernommen
Im «Warteckstübli» in Thürnen empfängt das Wirte-Ehepaar Gül und Murat Kutlutürk seine Gäste. Auf die ausserordentlichen Hitzewellen der vergangenen Wochen reagierte es mit einer ...
Neue Pächter haben die einzige Beiz im Dorf übernommen
Im «Warteckstübli» in Thürnen empfängt das Wirte-Ehepaar Gül und Murat Kutlutürk seine Gäste. Auf die ausserordentlichen Hitzewellen der vergangenen Wochen reagierte es mit einer angepassten Menükarte.
Sander van Riemsdijk
Aufgrund eines Pächterwechsels war Thürnen eine Zeit lang ohne eine einzige Beiz. Seit Pfingstmontag empfängt das Restaurant «Warteckstübli» an der Hauptstrasse aber wieder Gäste. Das Motto der Pächter: «Jenseits des Gewöhnlichen». Das neue Wirte-Ehepaar setzt sich aus der 44-jährigen gebürtigen Liestalerin Gül und dem 50-jährigen gebürtigen Stuttgarter Murat Kutlutürk zusammen. Sie bieten ein kulinarisches Konzept mit gutbürgerlicher Schweizer Küche sowie italienischen und mediterranen Einflüssen an.
Das Ehepaar bringt viel Erfahrung in der Führung eines Restaurants mit, sind doch beide seit 27 Jahren in der Gastronomie tätig, zuletzt im Restaurant «Post» in Mariastein. Als dieses Restaurant wegen eines Umbaus für zwei Jahre geschlossen wurde, machte sich das Wirte-Duo auf die Suche nach einer neuen Wirkungsstätte. Schliesslich wurde es in Thürnen mit dem altehrwürdigen «Warteckstübli» fündig. Für die Wirtin schliesst sich damit ein Kreis, war sie doch in jungen Jahren häufig in Thürnen unterwegs und ein regelmässiger Gast im «Stübli».
Als ehemalige Modeberaterin ist Gül Kutlutürk eher zufällig in die Gastronomie gerutscht und schliesslich geblieben. «Ich habe die Entscheidung nie bereut», sagt sie mit einer Überzeugung, die an ihren Worten nicht zweifeln lässt. «Das Wirten ist für mich eine Berufung.» Das Gastgewerbe sei darauf angewiesen, eine gute Beziehung zu seinen Gästen zu pflegen und so eine Kundenbindung aufzubauen.
Es ist diese Kundenbeziehung, auf die das Wirte-Duo grossen Wert legt. «Wir wollen den Gästen nicht nur das Gefühl geben, dass sie bei uns stets willkommen sind, sondern dass sie sich bei uns auch zu Hause fühlen», so die Wirtin. «Sie sollen unsere Wärme spüren.» Schon bald nach der Eröffnung sollten die Gäste ebenso die meteorologische Wärme spüren.
Küche als Glutofen
Mit viel Leidenschaft und Herzblut nach einer aufwendigen Renovierung gestartet, wurden die Wirteleute kurz nach der Eröffnung mit einem aussergewöhnlichen Wetterphänomen konfrontiert. In den vergangenen Wochen folgte Hitzewelle auf Hitzewelle mit viel Sonnenschein und Temperaturen bis 38 Grad. Das ist zwar ideal für einen erfrischenden Badibesuch, für Restaurants und Beizen jedoch eine – teilweise existenzielle – Herausforderung.
Während viele Gastronomiebetriebe unter ausbleibender Kundschaft zu leiden hatten, setzte das Thürner Wirte-Ehepaar auf Innovationsgeist. «Man sollte bei diesen Temperaturen darauf achten, leicht zu essen», so Gül Kutlutürk. «Wir haben dann auch, um den veränderten Konsumgewohnheiten gerecht zu werden, sofort unsere Menüs angepasst, insbesondere unsere Fitnessteller. Ebenso waren bei den Menüs immer wieder viel Salat oder sonstiges frisches Gemüse dabei.» Die Pizza stand bei den Gästen wegen der Kohlenhydrate und ihres Salzgehalts ebenfalls hoch im Kurs.
Die Gästebesuche verlagerten sich sukzessive auf die Abendstunden und ins Restaurantinnere, wo es dank der Bausubstanz noch verhältnismässig kühl war. An den Öffnungszeiten ab 9 Uhr hielt das Wirte-Ehepaar jedoch fest. «Wir wollten auch bei diesen Temperaturen den ganzen Tag für unsere Gäste da sein.» Die Trinkgewohnheiten veränderten sich jedoch schlagartig. «Es wurde weniger Wein getrunken, mehrheitlich nur noch Softgetränke wie Mineralwasser und Panachés», sagt Gül Kutlutürk.
Nicht nur auf der Terrasse war es heiss, auch in der Küche. Murat Kutlutürk bereitete dort zusammen mit einer Kochgehilfin unter teilweise extremen Bedingungen die Mahlzeiten zu. Ventilatoren sorgten dabei für etwas Abkühlung.
Schon nach kurzer Zeit fühlt sich das Wirte-Duo in Thürnen zu Hause, wie Gül Kutlutürk ausführt. «Wir sind trotz der Hitze mit dem Start sehr zufrieden und haben das Gefühl, im Dorf akzeptiert zu sein.»

