Gemeinde investiert 1,34 Millionen
Die Sanierungsarbeiten am ehemaligen Lupsinger Schulhaus, dem heutigen Standort der Gemeindeverwaltung, haben vor wenigen Tagen begonnen. Das Gebäude soll modern, zweckmässig und behindertengerecht werden.
Willi ...
Gemeinde investiert 1,34 Millionen
Die Sanierungsarbeiten am ehemaligen Lupsinger Schulhaus, dem heutigen Standort der Gemeindeverwaltung, haben vor wenigen Tagen begonnen. Das Gebäude soll modern, zweckmässig und behindertengerecht werden.
Willi Wenger
Das alte Schulhaus im Zentrum von Lupsingen, das 1822 erbaut wurde und Standort der Gemeindeverwaltung war, wird umfassend saniert. Mit dem durch die Gemeindeversammlung im vergangenen Dezember genehmigten Kredit in der Höhe von 1,34 Millionen Franken wird bis voraussichtlich Anfang 2027 ein moderner Bau entstehen, der allen Bedürfnissen gerecht wird. Im Besonderen sollen alle Auflagen des Behindertengleichstellungsgesetzes erfüllt werden, etwa der Einbau eines Lifts.
Architekt Roger Kipfer sagt, dass die sanierte Gemeindeverwaltung im Idealfall bis Ende Jahr bezogen werden kann. «Schreiben Sie lieber Januar», präzisierte er schmunzelnd, als er uns den Zustand des Gebäudes zeigt. Dieses präsentiert sich leer, nachdem die Gemeindeverwaltung zuvor ins Provisorium Pfarrhaus übersiedelt hat.
Die Arbeiten sind anspruchsvoll. Vieles muss neu gestaltet werden. So müssen an der Fassade, am Dach, in den Innenräumen – mit unterschiedlichen Niveaus der Böden – oder an der Kanalisation umfangreiche Anpassungen vorgenommen werden. Neu erstellt werden die Elektroinstallationen, die Heizung, die sanitären Anlagen und der Eingang zum Gebäude. Dort, wo gemäss alt Gemeindepräsident Marcel Dürrenberger bis in die 1960er-Jahre regelmässig die «Gemeinde-Mosti» durch die damalige Milchgenossenschaft betrieben wurde.
Im Fokus werden gemäss der Botschaft des Gemeinderats eine nachhaltige Sanierung sowie die Anpassung an die Bedürfnisse einer modernen Verwaltung stehen. Realisiert wird ein Projekt, das die Nutzung für Kunden verbessert und zusätzliche Räume für Vereine und Kommissionen schafft. Es gehe, so der Gemeinderat, nicht darum, ein Luxusprojekt zu realisieren, sondern notwendige Verbesserungen zu erzielen, zum Beispiel die energetische Effizienz.
Eng mit Geschichte verbunden
Das vor 204 Jahren gebaute Gebäude enthielt ursprünglich eine Lehrerwohnung sowie eine Schulstube. Das zweigeschossige Haus wurde seit dem Bau 1822 vielseitig genutzt, unter anderem als Hauswartwohnung, Schul- und Turnraum, als Austragungsort für Gemeindeversammlungen oder in jüngerer Vergangenheit als Treffpunkt für Spiel- und Krabbelgruppen sowie für Gemeinderatsund Verwaltungszwecke.
Die Glocke im Dachreiter stammt aus dem Jahr 1826 und enthält unter anderem den Namen des damaligen Ziefner Pfarrers Johannes Linder, der als Initiator des Schulhausbaus und «eifriger Förderer des Schulwesens» in der alten Landschaft galt. Linder war aber auch der führende Kopf des Widerstands gegen die Trennung des Kantons Basel, speziell im Reigoldswilertal. Wegen seiner Haltung musste er am 4. August 1833 Ziefen fluchtartig verlassen. Das Pfarrhaus wurde in jener hitzigen Revolutionszeit zerstört.