Hier wird Tradition gelebt – aber nicht nur
05.05.2026 OltingenVolkstanz, Alphornklänge und Rock
Neben den vielen Festbeizen und den Kugelbahnen trug auch ein vielseitiges kulturelles Programm zum Erfolg des Dorffests bei. Auf der grossen Bühne beim Schulhaus wurde sowohl Volkstanz als auch Rockmusik geboten.
Aline Grieder ...
Volkstanz, Alphornklänge und Rock
Neben den vielen Festbeizen und den Kugelbahnen trug auch ein vielseitiges kulturelles Programm zum Erfolg des Dorffests bei. Auf der grossen Bühne beim Schulhaus wurde sowohl Volkstanz als auch Rockmusik geboten.
Aline Grieder
Das Oltinger Dorffest zeigte sich als facettenreiche Plattform für Kultur, Musik und gelebte Tradition. Bereits am Freitag lag der Fokus auf einem festlichen Auftakt mit starkem Gemeinschaftscharakter. Der Einmarsch verschiedener Vereine und Gruppen sowie die offizielle Eröffnung gaben dem Anlass einen feierlichen Rahmen. Am Abend wandelte sich das Bild hin zu einem Unterhaltungsangebot mit grosser musikalischer Vielfalt. Neben volkstümlichen Darbietungen sorgten Formationen aus dem Pop- und Rockbereich für Stimmung. Der Höhepunkt des Abends war das Konzert der Band Les Touristes, die unzählige Zuschauerinnen und Zuschauer vor die Bühne beim Schulhaus lockte.
Der Samstag stand ganz im Zeichen der Volkskultur. Über den Tag verteilt prägten Volkstanzgruppen, Jodelklubs, Chöre und Musikformationen das Programm und boten Einblicke in das kulturelle Erbe der Region. Die Volkskulturbühne wurde von der 2024 gegründeten IG Lebendige Traditionen Baselland bespielt. Ein zentrales Anliegen der IG ist neben dem Erhalt und der Pflege der Volkskultur die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Dieser ist für Andreas Wirth, der sich seit rund 40 Jahren für die Laienkultur engagiert, sehr zentral: «Viele Menschen sind verunsichert durch die weltpolitische Lage. In den Vereinen entsteht etwas Verbindendes, unabhängig davon, woher jemand kommt.»
Ein Ansatz der IG sind niederschwellige Angebote wie Crashkurse in Jodeln, Volkstanz, Alphornblasen oder das Ausprobieren von Instrumenten. «Wir erhalten gutes Feedback. Die Leute schätzen es, einfach einmal mitmachen zu können ohne sich an einen Verein binden zu müssen», so Wirth, das komme an.
Besonders erfolgreich sei dabei die Verbindung von Tradition und Innovation: «Die Mischung aus traditionellen Klängen und neuen Elementen funktioniert erstaunlich gut. Das zeigt, dass sich diese Kultur weiterentwickeln kann, ohne ihre Wurzeln zu verlieren.» Auf der Bühne zeigte sich die Verbindung von Tradition und Gegenwart auch im Programm. Der Chor Diegten überzeugte neben traditionellem Gesang auch mit moderneren Liedern aus dem Musical «The Phantom of the Opera». Die «Jodlerfründe Wisebärg» sorgten für eine stimmungsvolle Atmosphäre.
Besonders auffällig war die junge Musikformation Quarz. Sie brachte traditionelle Volksmusik auf die Bühne und zeigte, dass diese auch ein junges Publikum erreicht – mit Hackbrett, Schwyzerörgeli, Geige sowie Jodel oder Kontrabass. Volkskultur wurde in Oltingen nicht nur vorgeführt, sondern auch aktiv vermittelt. Mitmachangebote für Jodel und Volkstanz luden das Publikum ein, Teil der Tradition zu werden. Sarah Berger von der Volkstanzgruppe der Trachtenvereinigung Baselland animierte Festbesucher zum Mitmachen.
Am Abend öffnete sich das Programm erneut stärker in Richtung moderner Unterhaltung. Bei Konzerten auf verschiedenen Bühnen wurden unterschiedliche musikalische Geschmäcker bedient.
Am Sonntag klang das Fest in einer etwas ruhigeren, aber weiterhin kulturell geprägten Atmosphäre aus. Noch einmal standen Volksmusik, Tanzgruppen und regionale Künstler im Mittelpunkt. Ergänzt wurde das Programm durch weitere Mitmachangebote und einen Gottesdienst.
Insgesamt entstand über die drei Tage hinweg ein abwechslungsreiches Programm, das zwischen Tradition und zeitgemässer Unterhaltung wechselte. Dadurch sprach das Fest sowohl Liebhaber klassischer Volkskultur als auch ein jüngeres Publikum an und unterstrich seine Rolle als lebendiger Treffpunkt der Region.


