Hector Herzig, Langenbruck
17.07.2026 LangenbruckEs gibt Menschen, deren Leben sich kaum in Funktionen oder Ämtern beschreiben lässt. Hector Herzig war ein solcher Mensch. Sein Tod am 27. Juni 2026 nach kurzer, schwerer Krankheit hinterlässt eine grosse Lücke – in seiner Familie, bei Freunden, Kollegen und ...
Es gibt Menschen, deren Leben sich kaum in Funktionen oder Ämtern beschreiben lässt. Hector Herzig war ein solcher Mensch. Sein Tod am 27. Juni 2026 nach kurzer, schwerer Krankheit hinterlässt eine grosse Lücke – in seiner Familie, bei Freunden, Kollegen und Wegbegleitern sowie in all den Bereichen, die er über Jahrzehnte mitgeprägt hat.
Hector Herzig wurde im Jahr 1954 in Langenthal geboren. Nach seiner Ausbildung zum Lithografen folgte er seiner grossen Leidenschaft: der Musik. Er studierte Trompete, war als Orchestermusiker und Musiklehrer tätig und verstand Musik nie bloss als Beruf. Sie war für ihn Ausdruck von Gemeinschaft, Disziplin und Kreativität – Werte, die sein Leben prägten.
Ein wichtiger Wendepunkt war seine Berufung zum Leiter der Musikschule Zumikon. Er überzeugte mit Persönlichkeit, Ideen und Visionen, absolvierte parallel eine Schulleitungsausbildung bei Beat Kappeler und legte damit den Grundstein für seine spätere Arbeit als Führungspersönlichkeit. Danach wechselte er an die Musikschule Liestal, die er während 15 Jahren leitete. 1999 gründete Hector Herzig gemeinsam mit Beat Kappeler die Herzka GmbH. Über viele Jahre begleitete er – zuerst mit Beat Kappeler, später mit Liliane Girsberger – Musikschulen, Gemeinden sowie öffentliche und gemeinnützige Organisationen in strategischen Entwicklungen und Veränderungsprozessen.
Sein Engagement für die Musik reichte weit darüber hinaus. Von 2015 bis 2026 war er zudem Zentralsekretär des Jodlerverbands Schweiz. Auch in der Politik übernahm Hector Verantwortung. Während mehr als 20 Jahren engagierte er sich für die Gemeinde Langenbruck, zunächst als Gemeinderat, später als Gemeindepräsident. Von 2011 bis 2019 war er Präsident der GLP Baselland. Gleichzeitig setzte er sich als Präsident des Verbands Musikschulen Schweiz für die musikalische Bildung auf nationaler Ebene ein und war Mitinitiant der Initiative «jugend+musik», die 2012 zur Aufnahme des Verfassungsartikels 67a «Musikalische Bildung» in die Bundesverfassung beitrug.
Politik verstand er als Auftrag, zuzuhören, zu vermitteln und tragfähige Lösungen zu finden. Sachlichkeit, Weitsicht und Verlässlichkeit zeichneten sein Wirken aus. Gemeinsam mit seiner Frau Madeleine verband ihn neben der Liebe zur klassischen Musik auch die Leidenschaft für Gastronomie. Mit viel Herzblut bauten sie zusammen mit Cécile Grieder, Jonas Kaufmann und Lars Wagener verschiedene Gastrobetriebe in Basel auf, darunter «Das Schiff», «Roter Bären», «Perron», «Grenzwert» und «Amber Bar». Während Hector neue Ideen entwickelte und unternehmerische Chancen erkannte, führt Madeleine dieses gemeinsame Lebenswerk bis heute mit Leidenschaft weiter.
Trotz seiner vielen Aufgaben verlor Hector nie den Blick für die Menschen. Wer mit ihm sprach, ging selten ohne einen neuen Gedanken oder eine neue Perspektive nach Hause. Er war überzeugt, dass Probleme gelöst werden können – und wenn es noch keinen Weg gab, musste man ihn eben finden.
Für seine Familie war Hector vor allem Ehemann, Papa und Grosspapa. Er zeigte seine Liebe, indem er vertraute, ermutigte und seinen Kindern jede Möglichkeit gab, ihren eigenen Weg zu gehen. Er glaubte an sie – oft lange, bevor sie an sich selbst glaubten.
Mit seinem Sohn Ato fieberte er regelmässig mit dem FC Bayern München mit. Er liebte es, zu kochen und Menschen an einem grossen Tisch zu versammeln. Auch das Reisen gehörte für ihn zum wahren Reichtum des Lebens: durch kleine Gassen in Italien zu schlendern, gut zu essen, lange Gespräche zu führen und eine Pistache-Glace zu geniessen.
Mit Hector verlieren wir einen Menschen, der in vielen Bereichen Spuren hinterlassen hat – in der Musik, in der Politik, in der Beratung, im Unternehmertum und in der Gastronomie. Vor allem aber verlieren wir einen Menschen, der andere Menschen gefördert, inspiriert und ermutigt hat. Seine grösste Stärke lag nicht nur in dem, was er geschaffen hat, sondern in dem, was er in anderen ausgelöst hat.
Uns als Familie bleibt die Erinnerung an einen liebevollen Ehemann, Vater und Grossvater. Vielen Wegbegleitern bleibt die Erinnerung an einen Mentor, Berater und Freund. Und allen, die ihn kennenlernen durften, bleibt die Erinnerung an einen Menschen, der bis zuletzt daran glaubte, dass man mit Mut, Optimismus und Offenheit mehr erreichen kann, als man zunächst für möglich hält.
Familie Grieder Herzig
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