Grundwasserpumpwerk verschwindet im Hang
15.09.2026 BuusDer Rohbau ist abgeschlossen – Inbetriebnahme voraussichtlich im Mai 2027
Das «Regionale Grundwasserpumpwerk Im Tal» in Buus nimmt Gestalt an. Nach Abschluss des Rohbaus beginnt nun der Innenausbau. Bei einer Besichtigung erhielten Interessierte Einblick in das ...
Der Rohbau ist abgeschlossen – Inbetriebnahme voraussichtlich im Mai 2027
Das «Regionale Grundwasserpumpwerk Im Tal» in Buus nimmt Gestalt an. Nach Abschluss des Rohbaus beginnt nun der Innenausbau. Bei einer Besichtigung erhielten Interessierte Einblick in das 5,2-Millionen-Franken-Projekt.
Christian Horisberger
«Alleine für das Dach, auf dem wir uns befinden, wurden 330 Tonnen Beton verwendet, und die Rückwand, die den Hangdruck aufnimmt, ist einen halben Meter dick.» Der Buusner Gemeinderat Christian Kaufmann hatte am Samstag viel zu erzählen. Als Verantwortlicher für den Bau des «Regionalen Grundwasserpumpwerks Im Tal» führte er zahlreiche Interessierte, die der Einladung zur Besichtigung des Rohbaus gefolgt waren, über die Baustelle.
Den Abschluss der Führung bildete der Ausblick vom massiven, 18 mal 20 Meter grossen Betondach hinunter ins Dorf. Manche Besucher hätten gemeint, dass es sich an dieser Lage gut wohnen liesse, sagte Kaufmann. Doch das ist freilich keine Option. Ist der Bau in der Buusner Landwirtschaftszone vollendet, wird das Gebäude zum grössten Teil wieder unter dem Hang verschwinden, der für dessen Erstellung abgetragen worden ist.
Begonnen hatte die Führung im bestehenden Pumpwerk, das sich einen Steinwurf vom Neubau entfernt befindet. Dort erklärte der Buusner Wasserchef, wie das Wasser seit 1966 aus zwei knapp 40 Meter tiefen Brunnen gefördert wird. Die damalige erfolgreiche Bohrung in den zerklüfteten Muschelkalk sei «ein Lottosechser» gewesen. Deshalb wird an den Brunnen festgehalten. Das gewonnene Wasser wird zur Aufbereitung und Speicherung in den Neubau geleitet. Das alte Betriebsgebäude wird als letzter Akt der Bautätigkeit abgebrochen und das Areal oberhalb des Schulhauses renaturiert.
Zwei Kammern fürs Wasser
Die Speicherkapazität im Neubau bleibt mit insgesamt 300 Kubikmetern nahezu unverändert: Die Reinwasserkammer im bestehenden Pumpwerk fasst 280 Kubikmeter. Die Dimension richte sich nach dem Verbrauch, so Kaufmann, mit dem gewählten Volumen werde der durchschnittliche Tagesbedarf der angeschlossenen Nutzer in insgesamt sieben Gemeinden täglich umgesetzt. Anders als im Altbau ist der Speicher im neuen Gebäude auf zwei Kammern mit je 150 Kubikmeter aufgeteilt: Wartungsoder Reinigungsarbeiten könnten damit durchgeführt werden, ohne den Betrieb zu beeinträchtigen, erklärte Kaufmann. Deutlich höher wird mit der Inbetriebnahme des neuen Pumpwerks die maximale Förderleistung. Diese wird von 900 Litern pro Minute auf 1600 Liter nahezu verdoppelt. Neu sei, dass sich die Leistung der Pumpe regulieren lässt. Und sobald die nahe gelegene Mehrzweckhalle saniert und mit einer Solaranlage bestückt ist, solle das Pumpwerk so weit als möglich mit selbst produziertem Strom betrieben werden, blickte Gemeinderat Kaufmann voraus.
Der Untergrund mit Lehm und Muschelkalk ist anspruchsvoll. Dies war auch der Grund, weshalb sich der Baustart um ein Jahr verzögerte und das Gebäude nur ein- anstatt wie ursprünglich geplant zweistöckig errichtet wird (die «Volksstimme» berichtete). Zur Freude der Verantwortlichen haben sich in der ersten Bauphase, die im Herbst vergangenen Jahres startete, keine Überraschungen und Verzögerungen ergeben.
Mit dem Betonieren der Decke des neuen Betriebsgebäudes vor den Sommerferien wurde der Rohbau abgeschlossen. Demnächst startet gemäss Einladung zur Besichtigung der Innenausbau mit Leitungen, Pumpen, Wasseraufbereitung und Steuerung. Voraussichtlich im Mai kommenden Jahres wird der Neubau in Betrieb gehen. In der zwei- bis dreimonatigen Startphase bleibe das alte Pumpwerk als Reserve betriebsbereit, wie der Buusner Wasserchef ausführte. Die Einweihung des Neubaus solle nach den Sommerferien kommenden Jahres über die Bühne gehen. Ein Jahr darauf werde das alte Gebäude abgerissen.
5,2 Millionen Franken
Die Kosten für das regionale Pumpwerk betragen 5,2 Millionen Franken. 70 Prozent trägt die Gemeinde Buus, 22 Prozent bezahlt Maisprach, die restlichen 8 Prozent Rickenbach. Vom Pumpwerk profitieren darüber hinaus die Gemeinde Hemmiken sowie diverse Höfe in drei weiteren Dörfern. Für den Bau des Neubaus verantwortlich ist ausschliesslich die Gemeinde Buus. Erst im Januar 2028 geht die Anlage ins Eigentum des Zweckverbands über.
Die Investitionen in die Trinkwassergewinnung und -verteilung werden für die Wasserbezüger nicht ohne Folgen bleiben. Laut Wasserchef Kaufmann wurden die zukünftigen Trinkwassertarife den Gemeinden bereits kommuniziert. Gegenüber der «Volksstimme» betonte er, dass bei der Kalkulation des Wasserzinses nicht die Wassergewinnung am stärksten ins Gewicht falle, sondern vielmehr das ausserordentlich grosse Leitungsnetz sowie die Energiekosten fürs Pumpen des aufbereiteten Grundwassers in die Hochzonenreservoire.

