Grossprojekt mit offenen Fragen
25.09.2026 EptingenMelioration, Tempo 30 und die Wasserversorgung geben zu reden
Im November soll die Gemeinde über die Melioration entscheiden: Wie viel sie kosten wird und wer später für den Unterhalt aufkommt, blieb am «Gemeindeforum» aber offen. Dafür stiess Tempo 30 bei ...
Melioration, Tempo 30 und die Wasserversorgung geben zu reden
Im November soll die Gemeinde über die Melioration entscheiden: Wie viel sie kosten wird und wer später für den Unterhalt aufkommt, blieb am «Gemeindeforum» aber offen. Dafür stiess Tempo 30 bei den Anwesenden auf Zustimmung.
Aline Schneider
Was die Melioration Eptingen kosten wird, weiss noch niemand genau. Trotzdem soll die Gemeindeversammlung im November über das Grossprojekt entscheiden. Entsprechend viele Fragen gab es am Mittwochabend, als der Gemeinderat die Bevölkerung zu einem Forum einlud. Abgestimmt wurde dort nicht: Der Abend sollte, wie es der Gemeinderat formulierte, einem «offenen Dialog» dienen. Auch Tempo 30 und die Wasserversorgung standen auf der Themenliste. Die Melioration soll die Infrastruktur in Eptingen verbessern. Ein Landwirt wollte wissen, wer später für deren Unterhalt verantwortlich sein wird. Andere sorgten sich um ihre Landzufahrten, falls ein Bach ausgedolt wird.
Vor allem aber stand die Frage nach den Kosten im Raum. Konkrete Antworten auf diese Punkte konnten weder der Gemeinderat noch Christian Kröpfli vom «Ebenrain»- Zentrum geben, der zur Melioration Auskunft gab.
Nach derzeitigem Stand würden Bund und Kanton bei einer Annahme des Projekts je 38 Prozent der Kosten übernehmen. Von den übrigen 24 Prozent entfielen 20 Prozent auf die Gemeinde und 4 Prozent auf die Grundeigentümer. Ob deren Anteil tatsächlich 4 Prozent betragen wird, lässt sich laut Gemeinderat erst sagen, wenn die Projektskizze fertig ist. Diese soll erst nach der Abstimmung an der Gemeindeversammlung im November ausgearbeitet werden.
Gemeindepräsident Joerg Grieder befürwortet die Melioration. In ihrem Rahmen könnten Sanierungsarbeiten ausgeführt werden, die sich Eptingen ohne Unterstützung von Bund und Kanton nicht leisten könnte.
Tempo 30 stösst auf Zustimmung
Weniger Fragen löste der Vorschlag aus, auf den Gemeindestrassen Tempo 30 statt Tempo 50 einzuführen. Besonders auf der steilen Läufelfingerstrasse sei Tempo 50 heikel. Wer dort abends zu Fuss unterwegs sei, habe «das Totenhemd an», sagte eine Anwohnerin. Unter den Anwesenden stiess Tempo 30 auf Zustimmung. Entschieden werden soll ebenfalls an der Gemeindeversammlung im November.
Kontroverser war die Wasserversorgung. Der Gemeinderat dankte den Einwohnerinnen und Einwohnern für ihren haushälterischen Umgang mit Wasser, betonte aber, dass die Versorgung weiter gesichert werden müsse: «Wer hätte vor fünf Jahren gedacht, dass Eptingen jemals Wasserprobleme haben wird?» Eine geplante Taskforce soll sich mit der Wasserversorgung befassen und gemeinsam mit der Mineralquelle Eptingen AG an einem neuen Konzept arbeiten. So soll das eigentlich quellreiche Dorf künftig nicht auf dem Trockenen sitzen.
Zum Schluss stellte Gemeinderätin Yuyani Plattner die Idee vor, das morgendliche Kirchengeläut von 5.30 auf 6.30 Uhr zu verschieben. Für die Anwesenden schien dies kein grosses Anliegen zu sein. An der Gemeindeversammlung soll das Thema nochmals behandelt werden.
