Grünes Licht für Kunstrasen
19.03.2026 OberdorfSouverän genehmigt überarbeiteten Kredit
Die Oberdörfer Stimmberechtigten ebnen den Weg für einen neuen Kunstrasen. Die Gemeindeversammlung bewilligte einen Kredit von 290 000 Franken sehr deutlich. Die Kritiker verzichten auf das Referendum.
Timo ...
Souverän genehmigt überarbeiteten Kredit
Die Oberdörfer Stimmberechtigten ebnen den Weg für einen neuen Kunstrasen. Die Gemeindeversammlung bewilligte einen Kredit von 290 000 Franken sehr deutlich. Die Kritiker verzichten auf das Referendum.
Timo Wüthrich
Der Kunstrasen auf der Sportanlage z’Hof sorgte in Oberdorf über Monate für hitzige Diskussionen. Im Mai 2025 lehnte die Bevölkerung an der Urne einen Investitionskredit von 530 000 Franken klar ab. Mit diesem Beitrag wollte sich die Gemeinde an der Sanierung der Anlage beteiligen – vielen Stimmberechtigten war dieser Anteil angesichts der angespannten Finanzlage der Gemeinde zu hoch.
Das Projekt wurde überarbeitet. Das neue Finanzierungsmodell sah einen deutlich höheren Beitrag des Fussballvereins vor; die öffentliche Hand sollte neu 290 000 Franken übernehmen. Über diesen Kredit befanden an der Gemeindeversammlung vom Montag mehr als 300 (!) Stimmberechtigte. Wegen des grossen Andrangs mussten vor Versammlungsbeginn zusätzliche Sitzbänke herbeigeschafft werden.
Gemeindepräsident Piero Grumelli gab zunächst Patrick Buser, dem Präsidenten der Rechnungsund Geschäftsprüfungskommission (RGPK), das Wort. Die RGPK hatte geprüft, ob die Beiträge der Gemeinde an den FC Oberdorf korrekt verwendet werden. Der Verein erhält von der Gemeinde jährlich 40 000 Franken für den gesamten Unterhalt der Sportanlage. Grundlage dafür bildet eine entsprechende Leistungsvereinbarung. Trotz Kritik an der Höhe der Zahlung hielt Buser fest: «Die Verwendung des Beitrags ist rechtmässig.» Anschliessend wandte sich Grumelli dem Hauptthema des Abends zu: dem überarbeiteten Kredit für die Sanierung der Sportanlage z’Hof. Gemeinderat und Vertreter des FCO stellten das Projekt und die neue Finanzierung vor. Geplant ist die Erneuerung des heruntergekommenen Kunstrasens. Zusätzlich sollen neue Tore angeschafft und eine grössere Abstellfläche dafür geschaffen werden.
Die Befürworter betonten insbesondere den reduzierten Anteil, für den die Gemeinde aufkommen sollte. Unterstützung kam auch aus der Versammlung. Eine Votantin verwies auf die soziale Bedeutung des Vereins: «Der Kunstrasen ist für die Kinder des Dorfs nicht nur ein Spielfeld.» Dort entstünden Freundschaften.
Ein erneutes Nein hätte unmittelbare Konsequenzen gehabt: Der Fussballverband Nordwestschweiz drohte, den Kunstrasen z’Hof ohne Sanierung nicht mehr für den Spielbetrieb zuzulassen. Der FC Oberdorf hätte somit Juniorenteams auflösen müssen, wie er informierte.
Die Kritiker stellten klar, dass sie dem Verein nicht schaden wollten. Ihr Hauptargument betraf die rechtliche Unklarheit: «Es sind nicht alle Fakten auf dem Tisch. Wir kennen den Inhalt der Verträge nicht – wie sollen wir über etwas abstimmen, wenn wir die Konsequenzen des Entscheids nicht kennen?», fragte Urs Vollmer, der das Referendum zum ersten Kunstrasenkredit initiiert hatte.
Auslöser dieser Kritik sind die überarbeiteten Verträge zwischen Gemeinde und Verein. Die Leistungsvereinbarung soll der Gemeindeversammlung erst im Oktober zur Genehmigung vorgelegt werden – für Vollmer und seine Mitstreiter zu spät.
Keine geheime Abstimmung
Wie im Vorfeld angekündigt, beantragten die Gegner des Kredits eine geheime Abstimmung. Sie begründeten dies mit Anfeindungen, denen sie im Vorfeld ausgesetzt gewesen seien. Der Antrag scheiterte jedoch. Das anschliessende Verdikt fiel klar aus: Ein klares Mehr von 249 Stimmberechtigten hiess den Gemeindebeitrag von 290 000 Franken gut. Hansjörg Regenass, Präsident des FC, zeigte sich erleichtert: «Ich denke, unsere sachlichen Argumente überzeugten die Stimmberechtigten.»
«Unser Engagement hat etwas bewirkt, denn die Kosten konnten gesenkt werden. Unser Ziel wäre jedoch ein tieferer Betrag der Gemeinde gewesen», bilanzierte Vollmer. Wenn die Bevölkerung und die zahlreich erschienenen FCO-Anhänger mit der Vorlage einverstanden seien, müsse man dies akzeptieren, so der Kritiker. Wie Vollmer der «Volksstimme» später schriftlich mitteilte, werde das Komitee darauf verzichten, gegen den nun bewilligten Kredit ein weiteres Referendum zu ergreifen. Damit findet die Debatte um den Kunstrasen voraussichtlich ein Ende.

