Goalie und Queen
07.08.2026 PolizeiUnter dem Titel «Jonas Omlin» und dem Satz «Der FCB-Keeper konnte sich beim 0:1 nicht über seine Rückkehr ins Joggeli freuen» wird auf der Frontseite der «bz» vom Montag Lust auf die Lektüre im hinteren Teil des Blatts geweckt. Die etwas ...
Unter dem Titel «Jonas Omlin» und dem Satz «Der FCB-Keeper konnte sich beim 0:1 nicht über seine Rückkehr ins Joggeli freuen» wird auf der Frontseite der «bz» vom Montag Lust auf die Lektüre im hinteren Teil des Blatts geweckt. Die etwas umständliche Formulierung ist wohl dem sogenannten Zeilenfall geschuldet. Was den Sprachpolizisten schon seit Langem weit mehr ärgert, ist die Marotte dieser Zeitung, in den sogenannten Anrissen im Kopf der Titelseite hartnäckig nur auf das Ressort und nicht gleich auch auf die Seitenzahl zu verweisen. Diese liegt ja in neun von zehn Fällen auf der Hand.
Im Fall des Goalies wird zwar überraschend das Ressort «Region» angegeben. Dort suchen wir den prominent angekündigten Spielbericht natürlich vergeblich. Und auch im Sportteil ist der Head der Titelseite nur ein Bestandteil des Beitrags, ohne in einer Überschrift oder wenigstens in einem Zwischentitel aufzutauchen.
Der blosse Verweis auf das Ressort kann etwas böse auch als Geringschätzung der Intelligenz der Leserin und des Lesers verstanden werden. Das wurde in dieser Spalte ebenso bereits angeprangert wie die vielen eklatanten Fehler, die sich weniger in langen Texten als vielmehr an prominenten Stellen im Blatt häufen. Da nehmen sich falsche Querverweise geradezu als Lappalie aus. Hier ein paar neue Müsterchen aus den vergangenen Wochen:
In der «Sonntagszeitung» stossen wir in einem mit wuchtigen Lettern hervorgehobenen Zitat auf «Der Sonntag soll nicht noch mehr ausgehölt werden» und wenig später auf den Zwischentitel «Keine offenen Verfahren wegen Vorfal». Die «bz» bietet da, ebenfalls in einem Zwischentitel, mit «Hund als Atrraktion zum Betteln genutzt» Paroli. Und sie doppelt erst vor ein paar Tagen mit dem verwirrenden Titel «Nur nach Baden im Rhein und in Teilen der Birs» nach, in welchem es nicht etwa ums Duschen geht, sondern darum, wo «noch» gebadet werden darf.
Schliesslich begrüssen wir herzlich die «Schweizer Illustrierte» in dieser Rubrik. «Ma’am, wir vermissen Sie» lautete kürzlich der Haupttitel auf ihrer Titelseite. Es fehlen zum Trost der «bz» jegliche Angaben, auf welcher Seite der Beitrag zur Queen zu finden ist, die 100 Jahre alt geworden wäre. Nicht aber der ergänzende Hinweis: «Sie fehlt – heute mehr den je.»
Jürg Gohl
