Gewerbezentrum soll Handwerker vereinen
14.08.2026 LäufelfingenAuf ehemaligem Industrieareal entstehen neun flexible Einheiten
Auf dem ehemaligen Areal der Stahlbiegehalle gegenüber dem Bahnhof Läufelfingen entsteht das «Gewerbezentrum Homburg». Auf fast 2000 Quadratmetern vermietbarer Fläche soll es vor allem ...
Auf ehemaligem Industrieareal entstehen neun flexible Einheiten
Auf dem ehemaligen Areal der Stahlbiegehalle gegenüber dem Bahnhof Läufelfingen entsteht das «Gewerbezentrum Homburg». Auf fast 2000 Quadratmetern vermietbarer Fläche soll es vor allem Handwerksbetrieben Platz bieten – und den Austausch unter ihnen fördern.
Sander van Riemsdijk
Geht es nach den Vorstellungen von Bauherr Firass Chamas, Co-Geschäftsführer und Mitgründer der Novexus AG, soll das neue zweistöckige «Gewerbezentrum Homburg» am Weidenmattweg gegenüber dem Bahnhof Läufelfingen langfristig zur wirtschaftlichen Entwicklung von Läufelfingen und des Homburgertals beitragen. Ziel ist es, unterschiedlichen Gewerbebetrieben flexibel nutzbare Flächen anzubieten und sie an einem Standort zusammenzubringen.
Ursprünglich waren auf dem Areal Mehrfamilienhäuser geplant. Diese Pläne wurden jedoch durch eine Zonenänderung verunmöglicht. Daraufhin entschied sich die Bauherrschaft bewusst für das Kleingewerbe. «Wir arbeiten selber in einem Co-Working-Space und wissen, wie viel dieses Umfeld bringt. Für das handwerkliche Gewerbe gibt es so etwas praktisch nicht. Genau diese Lücke schliessen wir», sagt Chamas. Beim Umbau soll ein Teil der bestehenden Substanz erhalten bleiben. Die Fundamente und die alten Bahnschienen werden weiter genutzt, die vorhandene Stahlstruktur wird erweitert und sukzessive mit Paneelen eingekleidet.
Unterstützung von der Gemeinde
Das neue Gewerbezentrum in Läufelfingen soll am 1. April kommenden Jahres bezugsbereit sein. Vorgesehen sind auf einer vermietbaren Fläche von fast 2000 Quadratmetern fünf Gewerbehallen und vier Gewerberäume sowie das Erdgeschoss und ein Lager im Güterschopf. Die Einheiten verfügen über elektrische Sektionaltore, Starkstrom und Glasfaser. Hinzu kommen ein 31 Quadratmeter grosser Gemeinschaftsraum mit Küche, dessen Nutzung im Mietzins inbegriffen ist, sowie ein Aussensitzplatz mit Grill. Für den motorisierten Verkehr stehen 37 Parkplätze zur Verfügung.
Bei der Baueingabe habe er grosse Unterstützung vom Gemeinderat erfahren, sagt Chamas. Laut Gemeinderat Rolf Nardo befürwortet die Gemeinde das Projekt. Sie verbindet damit auch die Hoffnung auf eine Aufwertung des Bahnhofgebiets. «Wir erhoffen uns vom neuen Gewerbezentrum eine optische Verbesserung des jetzigen Zustands rund um den Bahnhof.» Eine spürbare Zunahme des Verkehrs oder erhöhte Lärmemissionen im angrenzenden Quartier seien laut Nardo nicht zu befürchten. «Dabei ist es ja eine Gewerbezone. Da wird es manchmal halt etwas laut.»
Die modularen Einheiten mit Galerien sind zwischen 114 und 322 Quadratmeter gross. Je nach Bedarf lassen sie sich zu Flächen von bis zu rund 640 Quadratmetern kombinieren oder flexibel unterteilen. Damit sollen die Räumlichkeiten auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Betriebe zugeschnitten werden können.
«Schon viele Anfragen erhalten»
Laut der Website des Unternehmens eignen sie sich etwa für Zimmereien, Schreinereien, Metallbaubetriebe, Autowerkstätten und Unternehmen aus den Bereichen Elektroinstallation, Sanitär und Heizung. Auch Private können Einheiten als Hobbyoder Sportraum mieten. Priorität habe jedoch das handwerkliche Gewerbe: «Unser Ziel ist es, nicht nur neue und dringend benötigte Gewerbeflächen zu schaffen, sondern einen Ort, an dem sich Unternehmen ansiedeln, austauschen und Synergien nutzen können.»
Der Gemeinschaftsraum mit Küche ist dabei für Chamas kein Nebenschauplatz, sondern ein wichtiger Bestandteil des Konzepts. «Ein Schreiner braucht eine Metallkonsole, ein Metallbauer eine Holzschalung, eine Autowerkstatt einen Elektriker für die Ladestation. Wer sich beim Mittagessen kennt, vergibt den Auftrag an den Nachbarn statt auswärts», führt er aus. Chamas ist optimistisch, dass die Einheiten rasch vermietet werden können. «Wir haben schon viele Anfragen von Handwerksfirmen erhalten.»
Bis zur Fertigstellung könne sich das Projekt aufgrund der Wünsche künftiger Mieter noch verändern, sagt Chamas. «Wir bauen modular. Deshalb können wir die Einheiten bis zur Fertigstellung im April 2027 noch auf die Bedürfnisse des einzelnen Betriebs zuschneiden.» Die Kosten des Umbaus belaufen sich ohne Landkauf auf mehr als 3 Millionen Franken.

