Gesunder Körper bringt Erfolg
05.06.2026 Sport, Weitere SportartenSchwinger Damian Kehr hat grosse Ziele
Der gebürtige Kienberger Damian Kehr wohnt seit eineinhalb Jahren in Lausen. Am Basellandschaftlichen Kantonalschwingfest hat er nach mehreren Anläufen seinen ersten Kranz geholt. Den Erfolg will er schon am Sonntag beim Aargauer ...
Schwinger Damian Kehr hat grosse Ziele
Der gebürtige Kienberger Damian Kehr wohnt seit eineinhalb Jahren in Lausen. Am Basellandschaftlichen Kantonalschwingfest hat er nach mehreren Anläufen seinen ersten Kranz geholt. Den Erfolg will er schon am Sonntag beim Aargauer «Kantonalen» bestätigen.
Tobias Gfeller
Als er seinen Gegner Daniel Weber aus Ormalingen im sechsten Gang auf dem Rücken hatte, war der Jubel bei Damian Kehr und seinen Angehörigen gross: Endlich hat es mit dem Kranzgewinn geklappt. Kehr platzierte sich am Basellandschaftlichen Kantonalschwingfest am 17. Mai in Oberdorf auf Rang 4a. Der 24-Jährige brauchte für das lang ersehnte Ziel mehrere Anläufe. «Ich war schon mehrfach in fünften und sechsten Gängen nahe dran. Aus unterschiedlichen Gründen wollte es bisher nicht klappen.» Entsprechend gross war die Freude. Das wichtigste Saisonziel hat er damit bereits erreicht. Am kommenden Sonntag will Kehr den Erfolg am Aargauer «Kantonalen» in Rohr bestätigen.
Damian Kehr lebt mit seiner Partnerin seit eineinhalb Jahren in Lausen. Aufgewachsen ist er im solothurnischen Kienberg nah am Oberbaselbiet. Sportlich zu Hause ist der Neukranzer aber beim Schwingklub Aarau, einem der stärksten Vereine im Kanton Aargau. «Ich kann dort wöchentlich mit starken Gegnern trainieren. Das Training auf höchstem Niveau bringt mich als Schwinger weiter», schwärmt Damian Kehr. Seit vergangenem Herbst gehört der Neu-Lausner zum Kader der Nordwestschweizer Topschwinger. Bei einem Ausflug nach Thun erkundete die Gruppe im Januar das Festgelände des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes 2028 (Esaf). «Das war natürlich ein zusätzlicher Ansporn und eine zusätzliche Motivation», erinnert sich Kehr. Das Ziel Esaf 2028 habe zwar schon vorher bestanden, der Blick vor Ort hat bei Kehr den Ehrgeiz aber erst recht geweckt.
Geduldig und taktisch geschickt
Damian Kehr bezeichnet sich als Standschwinger, der mit den klassischen Zügen Kurz, Innerer Haken und Übersprung seine Gegner bezwingen will. «Mir ist es wichtiger, weniger Züge anzuwenden, diese dafür aber technisch sauber zu beherrschen.» Verbesserungspotenzial sieht er beim Einsatz seines Körpers, in der Agilität und Schnelligkeit. Auf die Saison 2026 hin nahm sich Kehr vor, im Sägemehl geduldiger und taktisch geschickter zu agieren. Ging er früher auch einmal etwas zu forsch vor, zeigt er sich mittlerweile geduldig und ruhig.
All diese Details sollen dem 24-Jährigen helfen, die sportlichen Höchstleistungen wie in Oberdorf kontinuierlich abrufen zu können. Die Basis dafür ist bei Damian Kehr die Gesundheit. Lief seine Schwingkarriere bis in die Jugend hinein mit mehreren Festsiegen nahezu reibungslos, folgten ab dem 15. Lebensjahr die körperlichen Probleme. Schulter, Knie und zuletzt die Bandscheibe – Kehr wurde während Jahren vom eigenen Körper ausgebremst. Mit der Hilfe eines Athletiktrainers, gezielten Kraftübungen und Physiotherapie hat er die Probleme in den Griff bekommen.
Nach den herausfordernden Jahren tat der Kranzgewinn am «Basellandschaftlichen» entsprechend gut. Noch am Sonntagabend organisierte Familie Kehr zu Hause in Kienberg ein kleines Fest mit gegen 30 Gästen.
Auch beruflich ehrgeizig
Nach dem Aargauer «Kantonalen» am Sonntag rückt der Schwingsport bei Damian Kehr vorübergehend in die zweite Reihe. An der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur stehen im Masterstudium drei Prüfungen an. Nach der Lehre zum Zimmermann mit abgeschlossener Berufsmatur studierte Damian Kehr im Bachelor Bauingenieurwesen an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Muttenz. Parallel zum Studium arbeitet er zurzeit als Projektleiter und Projektentwickler bei der Energiegenossenschaft Adev in Liestal. Wenn es die Zeit erlaubt, hilft Damian Kehr immer mal wieder im elterlichen Zimmermannsbetrieb aus. Für ihn käme ein Leben als Schwingprofi nicht infrage. «Ich bin auch beruflich ehrgeizig und habe Ziele», betont Kehr.
Nach dem Fricktaler Abendschwinget vom 27. Juni in Gipf-Oberfrick blickt Damian Kehr den kommenden Aufgaben mit Vorfreude entgegen. «Ein Einsatz an einem Bergfest wäre natürlich etwas Schönes. Entscheidend ist für mich aber, weiterhin Kontinuität zu zeigen und die Saison so weiterzuführen wie bisher.»


