Gestohlene Autos im Wald angezündet
10.07.2026 SissachVideo deutet auf Brandstiftung hin – Fahrzeuge stammen aus dem Kanton Zürich
Bei der Sissacher Deponie Strickrain brannten in der Nacht auf Dienstag zwei Autos aus. Die Polizei geht von Brandstiftung aus und sucht Zeugen. Dass die Flammen nicht auf den Wald übergriffen, ...
Video deutet auf Brandstiftung hin – Fahrzeuge stammen aus dem Kanton Zürich
Bei der Sissacher Deponie Strickrain brannten in der Nacht auf Dienstag zwei Autos aus. Die Polizei geht von Brandstiftung aus und sucht Zeugen. Dass die Flammen nicht auf den Wald übergriffen, war extremes Glück, sagt Revierförster Thomas Tanner.
Christian Horisberger
Im Wald gilt die höchste Waldbrand-Gefahrenstufe. Ungeachtet dessen haben Unbekannte am frühen Dienstagmorgen im Sissacher Wald zwei Autos angezündet und sich aus dem Staub gemacht. Entdeckt wurde die Tat laut einer Mitteilung der Polizei vom Dienstag von einem Passanten, der im Bereich der Deponie Strickrain auf die beiden ausgebrannten und noch rauchenden Personenwagen stiess. Eines der Fahrzeuge brannte noch. Die aufgebotene Feuerwehr löschte laut Polizei das Restfeuer.
Im Rahmen der Tatbestandsaufnahme verständigte die Polizei das Forstrevier Sissach, welches die Deponie betreibt: «Die Polizei fragte nach den Aufnahmen der Videokamera beim Eingang zur Deponie in unmittelbarer Nähe», erklärt Revierförster Thomas Tanner. Er habe die Beamten jedoch enttäuschen müssen: Die Kamera zeichne nur auf, wenn die Waage befahren werde. Dies sei jedoch nicht der Fall gewesen. Allerdings zeichnet eine andere Kamera, bei der Waage zum Kompostierplatz der Firma Kym unterhalb der Deponie, permanent das Geschehen auf. Diese Aufnahmen seien der Polizei übergeben worden.
Nach Tanners Wissen zeigen die Videobilder, wie zwischen 4.15 und 4.30 Uhr Fahrzeuge an der Überwachungskamera vorbeifahren. Es dürfe deshalb von einem absichtlich gelegten Brand ausgegangen werden. Für die Polizei steht laut Mitteilung Brandstiftung «im Vordergrund», die Brandursache sei jedoch noch nicht geklärt. Wie die Polizei auf Anfrage der «Volksstimme» erklärt, wurden die beiden Fahrzeuge vor einigen Tagen im Kanton Zürich gestohlen. Für welchen Zweck sie entwendet wurden, sei Bestandteil laufender Ermittlungsarbeiten, weshalb darüber nicht näher informiert werde. Es wäre nicht überraschend, wenn die Fahrzeuge mit einer Straftat in Zusammenhang stehen und mit dem «Abfackeln» Spuren vernichtet wurden.
Schaden fürs Forstrevier
Vom Feuer der beiden Autos – es dürfte sich um einen Kleinwagen und einen Van handeln – wurden mehrere Fahrzeuge des Forstreviers Sissach in Mitleidenschaft gezogen, die für die Waldbewirtschaftung benötigt werden. Denn die angezündeten Autos wurden laut Revierförster Tanner neben Mannschaftswagen, einem Rückeanhänger für den Baumstammtransport und einem Forsttraktor abgestellt. Diese Fahrzeuge seien durch die Hitzeentwicklung beschädigt worden. So seien beispielsweise die Kabine und die Kotflügel des Traktors geschmolzen. Die Schadenssumme an den Fahrzeugen des Forstreviers schätzt dessen Chef auf einen tiefen fünfstelligen Betrag.
Damit nicht genug: Auf Verlangen des Amts für Umweltschutz und Energie, das vor Ort gewesen sei, mussten Mitarbeitende des Forstreviers Sissach das Erdreich an der Brandstelle abtragen und entsorgen, so Tanner: «Das war ein halber Tag Arbeit, den wir sinnvoller hätten nutzen können.»
Der Revierleiter spricht von riesigem Glück, dass es nicht zu Schlimmerem gekommen ist. Der Dieseltank des Traktors sei zu den brennenden Autos hin ausgerichtet gewesen. «Wäre der Treibstoff in Brand geraten, hätte das Feuer wohl den Wald erreicht.» Wie die Verursacher des Feuers dies riskieren konnten, ist für ihn rätselhaft: «Das ist doch verrückt. Mir fehlen die Worte.»
Die Polizei sucht Zeugen. Wer zur Tatzeit im Bereich Grimstenweg/ Strickrain verdächtige Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich bei der Einsatzzentrale zu melden, heisst es in der Mitteilung. Von Interesse seien insbesondere Videoaufnahmen aus dem Bereich des Brandorts und den Zufahrtswegen. Gemäss Mediensprecher Patrick Blatter hat die Polizei aus der Bevölkerung «einige Informationen erhalten» und «diverses Bildmaterial gesichert». Über dessen Inhalt werden keine Angaben gemacht. So muss auch offen bleiben, mit was für einem weiteren Fahrzeug die Brandverursacher den Brandort verlassen haben.

