Geschwister Weber begeistern mit neuer CD
18.02.2025 ReigoldswilSeit 17 Jahren treten die drei Schwestern Sandra, Doris und Maya aus Reigoldswil jodelnd unter dem Namen Geschwister Weber auf. Am vergangenen Sonntag lancierten sie mit einer Show, die das Publikum aus nah und fern fesselte, ihre neuste CD «All’s was bruchsch».
...Seit 17 Jahren treten die drei Schwestern Sandra, Doris und Maya aus Reigoldswil jodelnd unter dem Namen Geschwister Weber auf. Am vergangenen Sonntag lancierten sie mit einer Show, die das Publikum aus nah und fern fesselte, ihre neuste CD «All’s was bruchsch».
Andreas Hirsbrunner
«Reigoldswil first» hiess es am vergangenen Sonntag. Das bedeutete, dass die Parkplätze rund ums Schulhaus, die an Wochenenden normalerweise von Wasserfallen-Touristen besetzt werden, reserviert blieben für einen Anlass mit den wohl bekanntesten Protagonistinnen aus dem eigenen Dorf – die Taufe der neusten CD der Geschwister Weber. Und die Vorsichtsmassnahme erwies sich als mehr als berechtigt, war die mit 350 Plätzen bestuhlte Turnhalle doch bis fast auf den letzten Platz besetzt – entsprechend voll waren auch die Parkplätze. Die Nummernschilder aus der halben Schweiz sowie vereinzelt auch aus Frankreich und Deutschland liessen dabei auf den weitverzweigten Fan-Kreis der drei Schwestern Sandra (28), Doris (27) und Maya (24) schliessen.
Und wer kam, kam auf seine Rechnung. Denn die Geschwister Weber spielten bei ihrem Querschnitt durch ihre brandneue, dritte CD in gewohnter Manier alle ihre Trümpfe aus, die da heissen: dreistimmiger Jodel, Schwyzerörgeli und Alphorn. Dazu wurden sie bei etlichen Stücken vom Bassisten Andreas Liebi begleitet. Und sie machten das mit einer hohen Perfektion praktisch ohne Misston und einer Ausdrucksstärke, bei der ihnen die Freude am miteinander Musizieren aus den Gesichtern sprach. Das Publikum verlangte denn nach dem letzten Stück auch stehend und minutenlang klatschend nach einer Zugabe, die es natürlich erhielt.
Das letzte Stück des offiziellen Programms hiess «All’s was bruchsch uf dr Wält» von Ernst Jakober. Es gehört zu jenen Liedern, welche die Geschwister Weber schon lange im Repertoire haben – entsprechend kraftvoll sang der Saal den Refrain mit – und das nun etwas verkürzt namensgebend für die neue CD «All’s was bruchsch» ist. Das Album sei ein Mix aus altbekannten und neu eingespielten Stücken wie etwa «Hie bini deheim» von George Schwab, erläuterte Moderator Richard Weber. Die neue Produktion habe «unzählige Stunden für Proben, 1800 Kilometer für den Weg ins Tonstudio, Nerven und einiges zum Lachen» eingefordert. Richard Weber ist der Vater von Sandra, Doris und Maya. Und dass er und Mutter Bernadette mit auf der Bühne standen, zeigt, wie sehr das Ganze ein Familienprojekt ist.
Sandra, die Managerin unter den drei Schwestern, dankte ihren Eltern denn auch explizit: «Ohne sie wäre das alles nicht möglich.» Für einen speziellen Dank auf die Bühne gebeten wurden auch Rita Wermuth und Albert Krähenbühl. Letzterer als grosser Helfer im Hintergrund, erstere als langjährige Gesangslehrerin, «die uns den letzten Schliff gibt», wie Sandra sagte.
Nervös wegen vielen Bekannten
Der einstündige Anlass war eine gut komponierte Show. Angefangen bei der mit allerhand Utensilien aus dem Landleben liebevoll dekorierten Bühne, über den von zwei Treichlern, dem Bassisten und den Eltern flankierten Einmarsch der drei Schwestern, der eigentlichen CD-Taufe mit Champagner bis hin zum Hauptelement, den zwei Handvoll vorgetragenen, abwechslungsreichen Stücken aus der CD. Zu diesen meinte eine Fachfrau aus dem Publikum, welche die Geschwister Weber zum ersten Mal live hörte: «Sie haben schon sehr gute Stimmen.»
Ein weiterer Gradmesser, wie gut das Programm beim Publikum ankam, war neben dem grossen Applaus der Run zum CD-Tisch nach dem Konzert und danach die lange Schlange vor den drei Schwestern, welche die Neuerwerbungen signierten. Eine sichtlich zufriedene Maya Weber meinte nach dem Anlass auf eine entsprechende Frage: «Ja, ich war recht nervös. Wir haben zwar schon öfter vor so grossem Publikum gespielt, aber nicht vor so vielen bekannten Gesichtern.» Und ihr Vater Richard ergänzt: «Wir waren alle nervös, ob alles klappt und vor allem, ob alle gesund sind am Auftritt. Sonst hätten wir das Programm umstellen müssen.»
Den Hauptgrund dafür, dass sie mit «All’s was bruchsch» jetzt zum dritten Mal mit viel Aufwand eine CD produziert haben, verrieten die Geschwister Weber kürzlich der «Volksstimme»: Immer wieder kämen nach ihren Konzerten Leute und wollten eine CD mit den gehörten Liedern kaufen. Doch ihr Repertoire habe sich in den 17 Jahren, in denen sie schon zusammen auftreten, stetig gewandelt und viele Lieder seien auf den beiden früheren Alben nicht zu finden.


