Gemeinsamer Start ins neue Jahr
09.01.2026 GelterkindenTraditioneller KMU-Neujahrsapéro der BLKB zog viele Gewerbler ins Marabu
Zahlreiche Gewerbetreibende aus dem Oberbaselbiet folgten der Einladung von BLKB und regionalen Gewerbevereinen ins Marabu, wo beim KMU-Neujahrsapéro Rückblick gehalten und der Blick auf ...
Traditioneller KMU-Neujahrsapéro der BLKB zog viele Gewerbler ins Marabu
Zahlreiche Gewerbetreibende aus dem Oberbaselbiet folgten der Einladung von BLKB und regionalen Gewerbevereinen ins Marabu, wo beim KMU-Neujahrsapéro Rückblick gehalten und der Blick auf die wirtschaftlichen Herausforderungen gerichtet wurde.
Luana Güntert
Seit Langem starten die hiesigen Gewerbetreibenden Anfang Januar gemeinsam ins neue Jahr. So auch vorgestern Mittwoch, als die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) und die Gewerbevereine Sissach und Umgebung, Gelterkinden und Umgebung (GVG) und KMU Homburger-/ Diegtertal und Umgebung die regionalen Gewerbler und zahlreiche Vertreter der Gemeinden und der Politik zum KMU-Neujahrsapéro ins Marabu einluden.
Das Jahr 2025 hatte es in sich: Der bereits seit Jahren andauernde Ukrainekrieg, geopolitische Veränderungen, Handelsprobleme und Herausforderungen mit Zöllen. «Diesen Problemen können wir uns in der Schweiz als exportorientierte Nation sowie als
KMU-Betriebe im Oberbaselbiet und der Region nicht entziehen, auch wenn wir weniger stark betroffen sind als andere Gebiete auf der Welt», sagte Patrick Tschudin, Leiter des Geschäftsbereichs Unternehmenskundenberatung bei der BLKB, in seiner Ansprache.
«Wir müssen uns aktuell vielfältigen politischen Problemen im In- und Ausland stellen, auch geldpolitischen Herausforderungen in der Schweiz», so Tschudin weiter. Das Zinsniveau sei seit einigen Monaten relativ tief. «Das ist grundsätzlich eine positive Sache.» Hingegen handhabe die Schweizerische Nationalbank die Geldmenge zurzeit restriktiv, was zu einer Verknappung führe und sich so auf Kreditpreise auswirke. «Diese Herausforderungen haben uns 2025 beschäftigt und werden uns auch in diesem Jahr begleiten», sagte Tschudin.
Radicant-Fall wird aufgearbeitet
«Das vergangene Jahr war auch für die BLKB ereignisreich», sagte Tschudin. 2025 sei durch schwierige interne Entscheidungen geprägt worden. «Sie haben es mitbekommen. Unsere Tochterbank Radicant hat sich leider nicht so entwickelt, wie wir uns das erhofft hatten.» Es kam zu Wertberichtigungen, Wechseln an der Bankspitze und schliesslich zum Entscheid, die Banklizenz zurückzugeben und die Gesellschaft in der Folge zu liquidieren. Die Basellandschaftliche Kantonalbank bedaure ausserordentlich, was hier passiert sei. «So etwas entspricht nicht unserem Anspruch und auch nicht unseren Erwartungen. Wir sind dabei, die Vergangenheit aufzuarbeiten, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen und Massnahmen umzusetzen.»
Tschudin versicherte den Anwesenden, dass dieses Vorkommnis jedoch nie einen Einfluss auf die Stabilität der BLKB hatte. «Im Kerngeschäft haben wir in den vergangenen zehn Jahren insgesamt einen Gewinn von rund 1,4 Milliarden Franken erwirtschaftet. Davon gingen 620 Millionen Franken an den Kanton. Auch auf der Seite des Eigenkapitals sind wir solide aufgestellt, mit einer Quote von rund 20 Prozent.»
Mathias Dini, Leiter der BLKB Region Gelterkinden und Co-Präsident sowie Kassier des GVG, dankte dem Marabu für die Gastfreundschaft. «Es ist unglaublich wichtig, dass es im Oberbaselbiet eine aktive Kulturszene und ein Zentrum für Kultur gibt», so Dini. Aber ebenso essenziell sei in der Region ein aktives und erfolgreiches Gewerbe. «Ich werde oft gefragt, warum man überhaupt noch im Gewerbeverein sein sollte. In Zeiten von Internet und Social Media sei dies doch eine veraltete Institution», sagte Dini, der gleich darauf dementierte: Gerade heute wegen des technischen Fortschritts und der zunehmenden Anonymität im Internet sei ein Verein so wichtig wie noch nie. «Ein Verein vereint Menschen mit den gleichen Interessen.»
Name und OK werden bald gefixt
Das Gewerbe liegt auch Yves Bruggisser am Herzen, der den GVG gemeinsam mit Mathias Dini präsidiert. So lobte er im Gespräch mit der «Volksstimme» die gut organisierte «Mega» in Sissach, die ihm von 2025 besonders in Erinnerung blieb. «Die Gewerbler haben sich sehr viel Mühe gegeben und Zusammenhalt gezeigt», sagte Bruggisser. Beruflich im Baugewerbe bei Prinzip B bruggisser baumanagement tätig, spürt er aktuell einen Aufschwung in seiner Branche. Dies aufgrund der Abstimmung rund um den Eigenmietwert beziehungsweise die abzugsfähigen Unterhalts- und Renovationskosten. «Wir erhalten zurzeit viele Aufträge, da Sanierungskosten für das Eigenheim beim steuerbaren Einkommen noch geltend gemacht werden können. Dies wird noch ausgenutzt.» Neue Mitarbeitende musste seine Firma jedoch noch nicht einstellen.
Als GVG-Co-Präsident ist bei Bruggisser auch die gemeinsame Gewerbeausstellung mit dem Gewerbeverein KMU Homburger-/Diegtertal und Umgebung von 2028 in Thürnen ein zentrales Thema. «Am 26. Januar bestimmen wir den definitiven Namen des Anlasses und fixen unser Organisationskomitee», sagt Bruggisser. Bereits jetzt sei klar, dass René Brodbeck, Präsident des Gewerbevereins KMU Homburger-/Diegtertal und Umgebung, das OK führen werde.
Nach den Ansprachen war der Anlass noch lange nicht zu Ende. Die Gewerbler durften sich am üppigen Apéro riche, bereitgestellt von der Metzgerei Zimmermann, bedienen und bei einem Glas Wein oder Bier den Abend ausklingen lassen.



