Gemeinsam am Start in Liesberg
16.06.2026 Sport, TurnenEin Fest mit dem TSV Anwil
Am Regioturnfest in Liesberg haben sich mehr als 1700 Turnerinnen und Turner aus der ganzen Region zu einem Wochenende voller Sport, Musik und Begegnung getroffen. Mittendrin der TSV Anwil, den die «Volksstimme» begleitet hat.
Wendy ...
Ein Fest mit dem TSV Anwil
Am Regioturnfest in Liesberg haben sich mehr als 1700 Turnerinnen und Turner aus der ganzen Region zu einem Wochenende voller Sport, Musik und Begegnung getroffen. Mittendrin der TSV Anwil, den die «Volksstimme» begleitet hat.
Wendy Maltet
Bunte Fahnen und Trikots prägen das Dorfbild von Liesberg und verwandeln den Ort im Laufental in ein lebendiges Turnfestgelände. Aus dem Oberbaselbiet ist am Samstag unter anderem der TSV Anwil angereist. Insgesamt 40 der rund 50 Aktivmitglieder sind dabei und treten in verschiedenen Disziplinen an, die jeweils mit bis zu 10 Punkten bewertet werden. Dazu gehören unter anderem Steinheben, Pendelstafette, Barren, Fachtest Unihockey, Fachtest Allround sowie der 1000-Meter-Lauf.
Am Rand des Wettkampfgeschehens behält Oberturner Sven Schaffner den Überblick. Er koordiniert Einsätze, beantwortet Fragen und sorgt dafür, dass alle zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind.
Viele sind seit Kindheit dabei
«Wenn möglich nehmen wir jedes Jahr an einem Turnfest teil», erzählt er. Viele Mitglieder seien seit ihrer Kindheit im Verein aktiv. Er selbst turnt seit seinem sechsten Lebensjahr. Der Turn- und Sportverein sei aktuell gut ausgelastet, dennoch suche man stets neue Mitglieder. «Zuzüger in die Region machen wir mit Flyern, Zeitungsinseraten oder auch persönlichen Gesprächen auf den Verein aufmerksam», so Schaffner.
Die Disziplinen werden je nach Können gewählt. Wer stark ist, macht dort mit, wo das benötigt wird. Reine Kraft allein reicht jedoch nicht überall. Das zeigt sich etwa beim Steinheben. Dort sind vier Anwiler und Anwilerinnen im Einsatz. Entscheidend ist nicht nur Stärke, sondern auch Technik: Der Stein muss mit einer Hand möglichst oft gehoben werden, ohne die zweite Hand oder den Körper zur Unterstützung zu benutzen. Die Bewegung kommt stark aus dem Handgelenk.
Für die volle Punktzahl müssen mit beiden Armen zusammen 35 Hebungen erreicht werden, wobei mit dem schwächeren Arm mindestens 14 Wiederholungen nötig sind. Lorenz ist mit seiner Leistung nicht ganz zufrieden: «Ich habe die Hebungen nicht sauber ausgeführt», sagt er. Und genau das zähle ebenfalls.
Seine Lieblingsdisziplin kommt erst noch: der Barren. Auch hier sind nicht nur Kraft gefragt, sondern Synchronität, Spannung und Ausdruck. Sind die Zehen gestreckt, wirken die Bewegungen sauber und kontrolliert? Maximal sind 10 Punkte möglich, wie in allen Disziplinen.
Lorenz rechnet mit einer 9. Auf die Frage, warum nicht die 10, meint er mit einem schiefen Lächeln: «Dann muss schon alles ganz perfekt sein.» Auch Oberturner Sven räumt ein, dass die Vorbereitungszeit knapp gewesen sei. Trainiert wird in der Regel einmal pro Woche, kurz vor Wettkämpfen manchmal auch zweimal. Je nachdem, wie die Termine im Jahr verteilt sind, sei die Vorbereitungszeit jeweils begrenzt.
Guter Auftritt, viel Publikum
Am Barren treten die Anwiler zu zwölft an. Sie sind gut gelaunt und – obwohl die Nervosität da sei – griffund sprungsicher. Die Halle ist während des dreiminütigen Auftritts voll. Vereinsmitglieder, aber auch viele Zuschauer anderer Vereine jubeln, klatschen oder nicken anerkennend zu den verschiedenen Formen und Formationen. Der Einsatz wird belohnt: Die Wertungsrichter vergeben 8,45 Punkte. Es ist die zweithöchste Note des Tages für den TSV Anwil.
Auch in den übrigen Disziplinen zeigen die Oberbaselbieter solide Leistungen. Besonders zufrieden ist der Verein mit dem 1000-Meter-Lauf, der mit 9,06 Punkten bewertet wird. Am Ende resultiert für den TSV Anwil im Vereinswettkampf eine Gesamtnote von 24,21 Punkten.
«Turnerisch haben wir für unsere Verhältnisse eher etwas schlechtere Leistungen gezeigt», zieht Schaffner Bilanz. «Das liegt vermutlich auch daran, dass wir eine neue Disziplin ausprobiert haben und insgesamt etwas weniger trainieren konnten als in früheren Jahren.» Wirklich enttäuscht sei er aber nicht. «Wir hatten eine gute Zeit zusammen und das Fest hat viel Spass gemacht», sagt Sven Schaffner.
Auch mit Blick nach vorne bleibt der Verein aktiv: Als Nächstes steht für die Anwiler bereits der Nationalturntag mit Seilziehen auf dem Programm.
Was sich am Turnfest besonders zeigt, ist der Zusammenhalt – nicht nur beim TSV Anwil, sondern auch bei den anderen Vereinen. Man spricht sich gegenseitig zu, klopft einander auf die Schultern und feiert gemeinsam gute Leistungen. Die Stimmung am Samstag ist ausgezeichnet und die Anwiler zeigen wunderbar auf, wie sich sportlicher Ehrgeiz mit Gelassenheit und der Freude am gemeinsamen Sporttreiben vereinen lassen.



