Gemeinderat beschliesst Neustart und Sparvorgabe
07.05.2026 WittinsburgHallenprojekt wird überarbeitet
Die Gemeinde Wittinsburg muss beim Mehrzweckhalle-Projekt noch einmal über die Bücher: Der Kostenvoranschlag hat sich auf 4,5 Millionen Franken aufgebläht. Nun soll die Sanierung auf 3 Millionen Franken zurückgestutzt werden, so der ...
Hallenprojekt wird überarbeitet
Die Gemeinde Wittinsburg muss beim Mehrzweckhalle-Projekt noch einmal über die Bücher: Der Kostenvoranschlag hat sich auf 4,5 Millionen Franken aufgebläht. Nun soll die Sanierung auf 3 Millionen Franken zurückgestutzt werden, so der Gemeinderat.
Janis Erne
Der Gemeinderat von Wittinsburg steht beim Mehrzweckhalle-Projekt auf die Bremse. Wie er mitteilt, sollen die Kosten für die Sanierung der Halle auf 3 Millionen Franken begrenzt werden. Hintergrund sind deutlich höhere Kostenschätzungen.
Bereits 2022 hatte die Gemeinde verschiedene Varianten für die Halle geprüft: von einer reinen energetischen Sanierung über eine umfassende Erneuerung mit Erweiterungen bis hin zu einem Neubau. Damals galt eine Finanzierung im Bereich von rund 3,5 Millionen Franken als realistisch. In der Folge erhielt die Baukommission den Auftrag, ein Projekt mit einer Zielgrösse von rund 3 Millionen Franken auszuarbeiten.
Wie Gemeindepräsidentin Caroline Zürcher auf Anfrage erklärt, bezog sich diese ursprüngliche Vorgabe auf eine reine Sanierung der bestehenden Turnhalle. Im Verlauf der Planung sei das Projekt jedoch schrittweise erweitert worden. Die Gemeinde habe geprüft, wie die Halle künftig vielseitiger genutzt werden könne – als eigentliche Mehrzweckhalle mit moderner Infrastruktur. Dazu gehören etwa Anpassungen bei Küche und Geräteraum sowie eine neue Licht- und Tontechnik.
Auch eine Photovoltaikanlage in Kombination mit Wärmepumpen sei vertieft geprüft worden. Diese Anforderungen hätten sich ebenfalls auf die Bauweise ausgewirkt – etwa auf das Dach, sagt Zürcher. Dadurch seien die Kosten laufend angestiegen. Rückblickend räumt die Gemeindepräsidentin ein, dass die ursprüngliche Kostenvorgabe von 3 Millionen Franken «nicht konsequent genug» als verbindlicher Rahmen eingehalten worden sei.
«Keine Fehlentscheide»
Gemäss Kostenvoranschlag vom Januar belaufen sich die Ausgaben für das ausgearbeitete Projekt inzwischen auf rund 4,5 Millionen Franken. Zürcher sagt, dass die Mehrkosten «nicht durch einzelne Fehlentscheide entstanden sind, sondern durch eine schrittweise Erweiterung des Projekts». Doch die Entwicklung veranlasste den Gemeinderat zu einer vertieften Finanzanalyse mit dem Kanton und der Basellandschaftlichen Kantonalbank. In die Beurteilung flossen auch getätigte Vorfinanzierungen von rund 1,4 Millionen Franken ein.
Die Abklärungen hätten gezeigt, dass ein Projekt in dieser Grössenordnung langfristig nicht tragbar sei, erklärt Zürcher. Man wolle verhindern, dass kommende Generationen übermässig belastet würden. Zudem habe der Gemeinderat die Erfahrungen anderer Gemeinden berücksichtigt, die nach vergleichbaren Projekten ihre Steuerfüsse erhöhen mussten. «Nun ist es unsere Aufgabe, das Projekt wieder auf einen für die Gemeinde tragbaren Umfang zu bringen.»
Die Redimensionierung wirkt sich auf den Zeitplan aus. Das Vorhaben muss überarbeitet werden, wodurch sich das Projekt um «einige Monate» verzögert. Die Baukommission erarbeitet nun eine angepasste Variante, die rund 3 Millionen Franken kosten soll. Anschliessend soll die Bevölkerung informiert werden. Bereits im Februar hätte die Gemeindeversammlung über den Baukredit für die Mehrzweckhalle entscheiden sollen; das Traktandum wurde jedoch abgesetzt.
