Gemeinde hofft auf Geldrückfluss
19.06.2026 ArisdorfJahresrechnung schliesst mit Gewinn ab
sth. Die Gemeinde Arisdorf schloss das Rechnungsjahr 2025 mit einem Überschuss von rund 396 000 Franken ab. Das ist deutlich besser als erwartet: Budgetiert war ursprünglich ein Verlust von rund 23 000 Franken. Der ...
Jahresrechnung schliesst mit Gewinn ab
sth. Die Gemeinde Arisdorf schloss das Rechnungsjahr 2025 mit einem Überschuss von rund 396 000 Franken ab. Das ist deutlich besser als erwartet: Budgetiert war ursprünglich ein Verlust von rund 23 000 Franken. Der Gemeinderat führte die positive Abweichung von knapp 419 000 Franken vor allem auf eine Neubewertung des Finanzvermögens zurück (netto rund 767 000 Franken Aufwertung). Ohne diesen einmaligen Buchgewinn hätte die Gemeinde einen Verlust von etwa 371 000 Franken verzeichnet, hiess es an der Gemeindeversammlung am Mittwoch.
Die Investitionsrechnung zeigte Nettoinvestitionen von rund 2,6 Millionen Franken – vor allem für Strassen- und Wasserleitungssanierungen sowie den Kanalisationsbau. Das Eigenkapital des allgemeinen Haushalts betrug per Ende vergangenen Jahres rund 3,4 Millionen Franken. Die rund 30 anwesenden Stimmberechtigten genehmigten die Rechnung an der Versammlung einstimmig.
Kredit für Schadensbehebung
Im Zentrum der Gemeindeversammlung stand ein Kredit von 680 000 Franken für die Sanierung von Wasserleitung, Kanalisation und Strassenbelag der Berstelstrasse. Hintergrund war ein Schadenfall: Im Zuge eines privaten Bauvorhabens kam es im Jahr 2024 zu Erdbewegungen, welche die Strasse und die Trinkwasser-Hauptleitung beschädigten. Die Wasserleitung musste vorübergehend oberirdisch verlegt werden. Die Gemeinde verwies auf das Verursacherprinzip, die Kosten sollten teilweise von der privaten Bauherrschaft getragen werden. Aufgrund der buchhalterischen Vorgaben muss die Gemeinde zunächst den gesamten Betrag bewilligen lassen und allfällige Rückzahlungen später separat verbuchen. Der Gemeinderat rechnet im Idealfall mit einer Nettobelastung von rund 35 000 Franken. Gemeindepräsident Markus Miescher wollte jedoch keine Garantie für eine bestimmte Summe abgeben: Es werde eine Herausforderung, das Geld «zurückzuholen».
Gleichzeitig will die Gemeinde die Gelegenheit nutzen, um im Generellen Wasserversorgungsplan (GWP) vorgesehene Massnahmen umzusetzen, etwa einen Ringschluss der Wasserleitung und einen neuen Regenwasserkanal, um Eisbildung im Winter zu vermeiden. Nach einigen Fragen und Anmerkungen aus der Versammlung wurde der Kreditantrag einstimmig bewilligt.
Kommission unterbesetzt
Aufgrund des Rücktritts von Theodor Röösli per 30. Juni wurde ein Ersatzmitglied für die Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission gesucht. Bis vor der Versammlung waren der Gemeinde keine Kandidaturen bekannt; dies änderte sich auch während der Versammlung nicht, der Sitz bleibt vakant.
Zum Abschluss begrüsste die Gemeinde drei Jungbürgerinnen erstmals offiziell im Kreis der Stimmberechtigten. Die Jungbürgerfeier fand zudem zum ersten Mal im Rahmen der Gemeindeversammlung statt.
