Die 1.-August-Feier im Bezirkshauptort lockte alle Generationen an – es wurde bis spätabends gefeiert
Etwa 200 bis 300 Besucherinnen und Besucher feierten am Samstag gemeinsam den 735. Geburtstag der Schweiz. Für Denkanstösse sorgte Rednerin Barbara Saladin mit ihrem ...
Die 1.-August-Feier im Bezirkshauptort lockte alle Generationen an – es wurde bis spätabends gefeiert
Etwa 200 bis 300 Besucherinnen und Besucher feierten am Samstag gemeinsam den 735. Geburtstag der Schweiz. Für Denkanstösse sorgte Rednerin Barbara Saladin mit ihrem Appell für einen bewussteren Umgang mit der Landschaft.
Janis Erne
Obschon in seinem Pass Gelterkinden als Heimatort eingetragen ist, ist Peter Buser Sissacher durch und durch. Das bezeugen nicht nur seine Familiengeschichte und sein 25-jähriges Engagement im Gemeinderat, sondern auch die Tatsache, dass der 59-Jährige bisher nur eine Bundesfeier im Bezirkshauptort verpasst hat. 58-mal war Buser mit von der Partie – so auch am Samstag. In seiner kurzen Begrüssungsrede sagte der Gemeindepräsident, es sei 2018 der richtige Entscheid gewesen, die 1.-August-Feier wieder ins Dorf zu holen, nachdem sie zuvor jahrelang auf der Sissacher Fluh durchgeführt worden war. Nicht nur die Trockenheit, die eine Feier auf der Fluhmatte dieses Jahr stark eingeschränkt hätte, sondern auch der grosse Publikumsaufmarsch in der Begegnungszone gaben ihm recht: Schätzungsweise 200 bis 300 Personen sassen an den Tischen im Zelt vor dem Restaurant «Sydebändel» oder wippten vor dem «Cheesmeyer» zu den Klängen der Thürner Band «Living In The 80s». Zuvor waren bereits der Musikverein Sissach und der Männerchor Liederkranz aufgetreten.
Die Festansprache hielt Autorin und Journalistin Barbara Saladin aus Hemmiken. Sie spannte den Bogen von der Fussball-Weltmeisterschaft und Ostafrika über Luxusprobleme bis zu den Vorzügen der Schweiz wie dem guten Bildungs- und Gesundheitssystem, den Sozialversicherungen und der Sicherheit. Gleichzeitig appellierte sie an den gesellschaftlichen Zusammenhalt und warnte davor, dass die Interessen in der Gesellschaft zunehmend auseinanderdriften würden.
Dass Barbara Saladin die Region bestens kennt, zeigte sich auch in ihrem Exkurs zu Flurnamen und Sagen, die viel über die Geschichte des Oberbaselbiets erzählen. Sie erwähnte Geisterkatzen und schneeweisse Jungfrauen, die in Burgen über Schätze wachen. Gleichzeitig plädierte sie dafür, die Umgebung wieder bewusster wahrzunehmen. Gerade angesichts der Rekorddürre gelte es, ein stärkeres Bewusstsein für die Landschaft zu entwickeln.
Fünf der sieben Gemeinderatsmitglieder nahmen an der Bundesfeier teil – laut Peter Buser ein Rekord. Ebenfalls vor Ort war der designierte neue Gemeinderat Stefan Zemp. Seine stille Wahl sorgte unter den Gästen für Gesprächsstoff – allerdings nicht wegen seiner Person, sondern aus grundsätzlichen Überlegungen. Hier und da war zu hören, es sei bedauerlich, dass es in einer so grossen Gemeinde wie Sissach keine Urnenwahl gebe. Vereinzelt wurde die Abschaffung der stillen Wahl gefordert. Doch je länger der laue Sommerabend dauerte, desto mehr rückte das Politische in den Hintergrund und das Feiern in den Vordergrund.