Geglückte Rückkehr in die Heimat
24.03.2026 RünenbergDie «Jodlerfründe Wisebärg» begeistern das Publikum
Nach zwei Jahren im Exil durften die «Jodlerfründe Wisebärg» wieder in Rünenberg auftreten. In der Sport- und Kulturhalle überzeugten sie mit einer reifen Theaterleistung und einem ...
Die «Jodlerfründe Wisebärg» begeistern das Publikum
Nach zwei Jahren im Exil durften die «Jodlerfründe Wisebärg» wieder in Rünenberg auftreten. In der Sport- und Kulturhalle überzeugten sie mit einer reifen Theaterleistung und einem gesanglich einwandfreien Vortrag.
Elisabeth Böhm
Martin Eichenberger, Präsident der «Jodlerfründe Wisebärg», war sichtlich gerührt, den ersten Auftritt in der neuen Sport- und Kulturhalle in Rünenberg ansagen zu dürfen. Zwei Jahre mussten sie wegen des Neubaus nach Thürnen ausweichen, umso mehr freute er sich, die Halle ein halbes Jahr nach deren Einweihung erstmals mit Jodelklängen erfüllen zu dürfen. Mit dem Lied «Herbstmelodie» eröffnete der Jodlerklub den Abend. Ein Lied, das an Präzision und gesanglicher Intonation nichts zu wünschen übrig liess und für das die 31 Jodlerinnen und Jodler im vergangenen Juni beim Nordwestschweizerischen Jodlerfest in Reigoldswil die Bestnote erhielten. Aus den eigenen Reihen bestritten Carmen Pfaff und Urs Uhlmann als Duett das Stück «Für s’Müetti» in glasklaren Tönen, sodass einem ein kühler Schauer den Rücken hinunterlief.
Zu dieser gesanglichen Höchstleistung werden die «Jodlerfründe Wisebärg» von ihrer Dirigentin Monika Diethelm-Haldemann gebracht. Seit acht Jahren leitet sie den Klub und machte einst ihr Hobby zum Beruf. Aufgewachsen ist die quirlige Dirigentin in Münsingen, sie genoss bereits als Kind Jodelstunden und absolvierte als erwachsene Frau den zweijährigen Dirigentenkurs. «Ich merkte bald, dass Dirigieren gleich viel Freude macht wie Singen», sagte sie. Am «Jodlerobe» sang der Jodlerklub die acht Lieder selbstständig, da sich Monika Diethelm-Haldemann nach der Tonabnahme zurückzog. «Man muss nicht immer mitsingen», sagte sie lakonisch. Auffallend beim Vortrag waren die präzis gesetzten Zischlaute wie «s» oder «z» jeweils am Ende der Stücke, was die Qualität des Vortrags entscheidend beeinflusste. «Man muss das mit dem Chor immer wieder üben», erklärte die Dirigentin, «mit einer Prise Humor geht das viel ringer.» Unter der erstmaligen Regie von Walter Hofer begann der zweite Teil mit dem Schwank in zwei Akten «Lieber ledig und frei» aus der Feder von Barbara Fischer. Drei ledige Bergbauern können ihre verstorbene Tante nur beerben, wenn sich mindestens einer verheiratet. Ein Dilemma, da alle drei doch lieber ledig und frei bleiben wollen. Doch es kommt anders und am Ende, das sei hier verraten, haben alle drei eine Frau gefunden.
Lustige Witze und Parodien
Ein Schwank lebt auch von wiederkehrenden Witzen. So wartete man jeweils schon auf das Muhen und Grunzen, wenn sich die mittlere der drei Türen im stimmigen Bühnenbild öffnete, das sofort wieder verstummte, wenn die Türe sich schloss. Oder auf die Ermahnungen des für den Haushalt zuständigen Göpf Hürlimann – grandios gespielt von Toni Häcki –, der seine Brüder wegen der dreckigen Schuhe aus der Stube scheuchte, weil er eben erst den Boden feucht aufgewischt hatte. Eine lustige Parodie, in der sich wohl so manche Hausfrau, aber auch so mancher Ehemann gespiegelt sah.
Seit Oktober probten die sieben Schauspieler und Schauspielerinnen das Stück und trafen sich dafür 23mal, wie Walter Hofer gegenüber der «Volksstimme» berichtete. Er übernahm die Regie aufgrund einer Vakanz. Er selber spielte lange Zeit mit und hatte für dieses Jahr die Rollen getauscht. Seine Premiere liess sich sehen: Das Laienensemble zeigte am Wochenende auf der Bühne des Kulturzentrums in Rünenberg eine reife Leistung.

