Unser Hirn, diese geheimnisvolle, raffinierte Schwabbelmasse, die einer geschälten Walnuss ähnelt: Es will gebraucht werden. Es hungert nach Training wie ein Muskel. Mein Hirn ist mein Alles, das, was mich ausmacht, meine Rettung, denn es stellt die Entscheidungen bereit, die meinem ...
Unser Hirn, diese geheimnisvolle, raffinierte Schwabbelmasse, die einer geschälten Walnuss ähnelt: Es will gebraucht werden. Es hungert nach Training wie ein Muskel. Mein Hirn ist mein Alles, das, was mich ausmacht, meine Rettung, denn es stellt die Entscheidungen bereit, die meinem Leben eine Richtung geben. Intelligenz besteht für mich aus lebendigen Zellen, die durchblutet sind vom Lebenssaft, die sich stetig er- neuern und deren Berechenbarkeit begrenzt ist. Darauf muss ich mich einstellen, dass jeder Tag neue Bewegungen in mein Hirn bringt und einzigartig ist, dass ich flexibel auf alles Lebendige reagieren und mich andauernd neu justieren muss. Und genau das macht mein Leben interessant, denn zu viel vom immer Gleichen, sich ewig wiederholende Routine schadet den Synapsen und fördert die Demenz.
Jede Frage an «Google», «ChatGPT» und wie sie alle heissen spiegelt mein Unwissen, erniedrigt schleichend meinen Selbstwert und verkauft mich für dumm. Sie sind Treiber eines abgrundtiefen Rückschritts in die willenlose Verblödung, in die totale Auslieferung und Abhängigkeit von Maschinen. Ich werde aber nicht gerne fremdgesteuert und lasse mich nicht zum willenlosen Objekt, zur süchtigen Konsumentin degradieren.
Ich will mir dank meines einzigartigen Hirns, der Summe meiner Erfahrungen und meiner persönlichen Weisheit weiterhin eine eigene Meinung bilden zu den Vorgängen in mir und um mich herum. Ich brauche meine analogen Gegenüber, meine Mitmenschen, und keine digitalen Ratgeber.
Ich steuere mein Lebensschiff gerne selber, bin die Kapitänin, e poi basta!
Ariane Rufino dos Santos, Sissach