«Gary Moore hat mich umgehauen»
04.09.2026 Kultur, Bezirk LiestalDer deutsche Blueser Henrik Freischlader spielt morgen im «Elefantehuus»
Henrik Freischlader zählt seit zwei Jahrzehnten zu den festen Grössen der europäischen Bluesszene. Im Interview erzählt er von seinem musikalischen Erweckungsmoment, der anhaltenden ...
Der deutsche Blueser Henrik Freischlader spielt morgen im «Elefantehuus»
Henrik Freischlader zählt seit zwei Jahrzehnten zu den festen Grössen der europäischen Bluesszene. Im Interview erzählt er von seinem musikalischen Erweckungsmoment, der anhaltenden Kraft des Blues und seiner besonderen Beziehung zur Schweiz.
Thomas Gubler
Herr Freischlader, Sie sind 43 Jahre alt. Wie sind Sie zum Blues gekommen?
Henrik Freischlader: Ich habe schon als kleines Kind viel Musik gehört und gemacht, damals noch Kool & the Gang, Michael Jackson und James Brown. Angefangen habe ich mit Schlagzeug und bin erst mit ungefähr 14 Jahren zur Gitarre gekommen, als ich zum ersten Mal Gary Moore gehört hatte. Das hat mich förmlich umgehauen – der Sound, das Feeling, die Virtuosität. So bin ich zum Blues und zur Gitarre gekommen und spiele seitdem selbst. Auf Gary Moores Alben waren viele Gastmusiker: BB King, Albert King, Albert Collins
– ausserdem hat Gary Moore ein Album für Peter Green aufgenommen, so habe ich dann nach und nach alles kennengelernt.
Blues ist eine Musik, die bekanntlich nie untergeht, aber mal mehr und mal weniger gefragt ist. Wie steht es derzeit um die Konjunktur des Blues? Können Sie von Ihrer Musik leben?
Es gibt glücklicherweise ein treues und dankbares Publikum. Und bei vielen unserer Konzerte sehen wir auch immer mehr junge Menschen, die sich für den Blues begeistern. Das freut mich beides gleichermassen. Der Blues ist absolut zeitlos und bleibt immer spannend und lebendig. Natürlich ist es kein Mainstream, aber gerade das macht ihn ja auch so beständig. Und ja, ich kann davon leben – für meine CDs und Schallplatten habe ich 2009 ein eigenes kleines Label gegründet – «Cable Car Records». So bin ich auch da etwas freier, und es bleibt am Ende etwas mehr hängen.
Welches sind Ihre Vorbilder?
Wie oben erwähnt, hat für mich alles mit Gary Moore angefangen, und auch wenn ich heute etwas Zeit zum Musikhören habe, fällt die Wahl meistens auf ihn! Er hat einfach eine ganz eigene und einmalige Art zu spielen und löst mit jedem Ton etwas Gutes aus. Aber ich habe auch viel BB King, Stevie Ray Vaughan und Peter Green gehört, damals und heute auch immer wieder Oscar Peterson.
Sie spielen ziemlich regelmässig in der Schweiz. Was verbindet Sie mit unserem Land?
Ja, wir spielen schon seit 2006 regelmässig in der Schweiz. Unsere damalige Bookerin kam aus der Schweiz und hat uns dort unsere ersten kleinen Gigs gebucht. Seitdem haben wir fast jedes Jahr hier gespielt und inzwischen auch ein treues Publikum. Wir spielen sehr gerne in der Schweiz. Die Menschen sind sehr herzlich und gastfreundlich, die Clubs sind sehr gut organisiert und auch kulinarisch sind wir immer wieder begeistert. Das ist dann jeweils wie ein kleiner Urlaub für uns und fühlt sich fast gar nicht mehr wie Arbeit an.
Kennen Sie Schweizer Bluesmusiker?
Ja, ich kenne zum Beispiel Lucky Wüthrich – er hat mit seiner Band einmal als Vorgruppe bei uns gespielt. Und das hat mir sehr gut gefallen. Manu Hartmann kenne ich auch schon sehr lange, fast seit unseren allerersten Gigs in der Schweiz. Philipp Fankhauser habe ich zwar noch nie persönlich getroffen, aber wir lassen uns immer gegenseitig grüssen in den Clubs. Und natürlich gibt es da noch unseren guten Kumpel Phipu Bluedög Gerber, wir sind auch schon seit Ewigkeiten befreundet.
Mit welchem Line-up spielen Sie morgen in Liestal?
Wir spielen im Quartett mit Dave Warmerdam an der Hammondorgel, Gregor Sonnenberg am Bass, Janik Hüsch am Schlagzeug und mir an Gesang und Gitarre.
Henrik Freischlader,
Samstag, 5. September um 20 Uhr im «Elefantehuus», Liestal.
Zur Person
vs. Der 1982 in Köln geborene Henrik Freischlader ist Gitarrist, Sänger, Songwriter, Produzent und Multiinstrumentalist. Der Autodidakt spielt neben Gitarre auch Schlagzeug, Bass und Tasteninstrumente. Seine Musik gründet im Blues, verbindet diesen aber mit Einflüssen aus Rock, Soul, Funk und Jazz. 2004 gründete er die Henrik Freischlader Band, zwei Jahre später erschien das Debütalbum «The Blues». Seit 2009 veröffentlicht er seine Musik über das eigene Label «Cable Car Records». Freischlader tourt regelmässig durch Europa.

