Fussball rollt wieder – trotz Trockenheit
21.08.2026 Sport, FussballRasenplätze sind trotz Trockenheit bespielbar
Die Trockenheit der vergangenen Wochen hat auch die regionalen Fussballplätze arg strapaziert. Der Saisonstart in den regionalen Ligen ist auf den Naturrasenfeldern im Oberbaselbiet trotz allem kaum in Gefahr.
Thomas ...
Rasenplätze sind trotz Trockenheit bespielbar
Die Trockenheit der vergangenen Wochen hat auch die regionalen Fussballplätze arg strapaziert. Der Saisonstart in den regionalen Ligen ist auf den Naturrasenfeldern im Oberbaselbiet trotz allem kaum in Gefahr.
Thomas Ditzler
Wer dieser Tage über den Sportplatz Tannenbrunn in Sissach läuft, dem zeigt sich beim Anblick der Trainingsplätze ein trostloses Bild: «Der Rasen gleicht einer Savanne», sagt Mathias Lüthy, Anlagenwart und Leiter Gärtnerei der Gemeinde Sissach. Anstelle eines saftigen Grüns dominiert ein weitläufiges Braun, gezeichnet von der Trockenheit. Anders als beim Hauptfeld habe man bei den Trainingsfeldern aufgrund der Wasserknappheit darauf verzichtet, diese zu bewässern. Das Resultat stimmt beim Betrachten nachdenklich.
Ganz ohne Wasser ist das Sportzentrum Tannenbrunn nicht ausgekommen. «Das Hauptfeld wurde regelmässig bewässert», bestätigt Lüthy und ergänzt: «Wir haben aber die Wassermenge auf ein Minimum reduziert.» Dies hatte zur Folge, dass auch das Hauptfeld nicht gänzlich ohne sichtbare Schäden durch die Hitzetage kam. Wie gross diese ausfallen, zeige sich erst, wenn es wieder über eine längere Zeitspanne regne. Die entstandenen Trockenschäden zu beheben sei erst möglich, wenn wieder eine gewisse Feuchtigkeit vorhanden sei.
Alternative mit Kunstrasen
Angst, dass die Rasenfelder nicht wieder im saftigen Grün erstrahlen werden, habe er aber keine, so Lüthy weiter. Die Auswirkungen auf den Spielbetrieb des SV Sissach wegen der Rasensituation seien derzeit nicht gross. «Zumal mit dem Kunstrasenfeld auch in der Vorbereitung eine zusätzliche Alternative bestand», so Lüthy. Für Trainingsspiele sei bewusst vermehrt auf das Plastik-Grün ausgewichen worden. Dem Saisonstart, den die 4.-Liga-Mannschaft des SV Sissach in einer Woche gegen den FC Wallbach-Zeinigen zu Hause in Angriff nehmen wird, stehe im Tannenbrunn bezüglich Rasenqualität nichts im Weg, sagt Lüthy. Auch das Spiel der SV-Sissach-Frauen im Schweizer Cup gegen den FC Étoile Carouge FC (NLB) von morgen Samstag sehe er nicht in Gefahr, so der Anlagenwart.
Auch in Lausen, wo der FC Lausen zum Saisonstart in der 3. Liga Gruppe 1 morgen den FC Gelterkinden auf dem Sportplatz Bifang empfängt, sei man rasentechnisch bereit, bestätigt Peter Aerni auf Nachfrage. «Unseren drei Naturrasenfeldern geht es so weit gut. Sie sind alle bespielbar», sagt der Gemeindepräsident. Auch hier habe man in den vergangenen Wochen mit einer regelmässigen Bewässerung versucht, die Rasenflächen intakt zu halten.
Ohne Wasser grösserer Schaden
Dass die Gemeinde die Bevölkerung einerseits zum Wassersparen auffordere und im Gegenzug die Rasenfelder bewässert, sei nicht überall gut angekommen, bestätigt Aerni. Man habe den Sachverhalt in der Öffentlichkeit richtigzustellen versucht. «Würden wir bei der Rasenpflege auf die Bewässerung verzichten, würde der Schaden später wohl noch viel grösser ausfallen», so Aerni weiter.
Von rund 100 000 Franken Schadenssumme spricht Aerni im Falle einer Nicht-Bewässerung der drei Rasenfelder Bifang, Stutz und Schelligacker, die zulasten der Gemeinde und somit der Steuerzahler gehen würden. Zugleich betont der Gemeindepräsident, dass ein herkömmlicher Rasen im Garten mit einem Sportrasen nicht verglichen werden könne.
Wie in Sissach wurde auch in Lausen die Bewässerung auf ein Minimum heruntergefahren. «Unsere Sportplätze sind dank der Pflege grösstenteils noch grün», bestätigt Aerni. Somit sei auch hinsichtlich des Saisonstarts der beiden Lausner Fussballvereine alles im grünen Bereich. Während der FC Lausen bereits dieses Wochenende sein erstes Heimspiel austrägt, startet die AC Rossoneri in der Gruppe 2 der 3. Liga morgen Samstag auswärts gegen den FC Reinach, ehe in einer Woche das erste Heimspiel ansteht.
Tägliche Wasserzufuhr
Gleich mit einem Derby startet der FCArisdorf auf dem Gemeindesportplatz in die 5.-Liga-Saison. Zu Gast wird morgen der SV Sissach sein. Auch Arisdorf versucht beim Fussballplatz der Trockenheit Herr zu werden, bestätigt Adrian Studer, Leiter Technischer Dienst. Den Platz grün zu halten sei schwierig: «Wir haben unser Bestmögliches gemacht und den Rasen täglich und somit mehr gewässert als gewohnt. Hätten wir nichts unternommen, wäre der Rasen wohl abgestorben.»
Zurzeit präsentiere sich das Feld mit grünen und braunen Stellen. Wie sehr das Fussballfeld gelitten habe, könne auch er noch nicht sagen. Studer glaubt aber, dass sich der Rasen, komme die nötige Feuchtigkeit zurück, schnell erholen werde.
Kein Wasser mehr im Tank
Mit Galaxy 1998 trägt ein weiterer Oberbaselbieter Verein seine Heimspiele auf Naturrasen aus. Der 4.-Liga-Aufsteiger aus Gelterkinden startet morgen Samstag gegen den FC Laufenburg-Kaisten in die Saison. Gespielt wird auf dem Sportplatz Mehrzweckhalle. Dieser sei jedoch in einem so schlechten Zustand wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr, bestätigt Silvio Auf der Mauer, Leiter des Gelterkinder Werkhofs. Beim Mehrzweckhalle-Platz ist die Situation insofern speziell, als dieser nur mit Wasser aus einem zum Wassertank umfunktionierten Dieseltank unter der Halle bewässert wird. Dabei handelt es sich um Nicht-Trinkwasser, das durch einen Schacht in den Tank gelangt.
«Fast die Hälfte ist braun»
In der Regel befinde sich darin genügend Wasser. Nicht aber diesen Sommer. Anstatt einer Wassermenge von rund 20 Kubikmetern pro Tag, seien es zurzeit knapp vier bis sechs Kubikmeter, die in den Tank fliessen, erzählt Auf der Mauer. Entsprechend konnte der Fussballplatz vergangene Woche zum bislang letzten Mal leicht gewässert werden.
Das Fussballfeld verfüge über keine Anlage im Boden, was die Bewässerung zusätzlich erschwere, so Auf der Mauer weiter. «Rund 40 Prozent der Rasenfläche ist zurzeit braun», sagt der Werkhof-Leiter. Der Rest sei noch einigermassen grün. Trotz der prekären Platzverhältnisse stehe dem Galaxy-Saisonstart von seiner Seite nichts im Wege, betont Auf der Mauer: «So lange die Trockenheit anhält, können wir den Rasen sowieso nicht gross pflegen.» Diese Arbeiten werden wohl frühestens im Herbst möglich sein.
Auch wenn vonseiten der jeweiligen Gemeinden dem Fussballbetrieb nichts im Wege stehe, entscheidet letztendlich der Schiedsrichter vor Ort, ob der Rasen bespielbar ist, sagt Pascal Buser, Geschäftsführer des Fussballverbands Nordwestschweiz auf Anfrage: «Wir empfehlen unseren Schiedsrichtern stets in Absprache mit den Vereinen und den Platzwarten eine Entscheidung zu fällen und im Sinne des Fussballs eine einvernehmliche Lösung zu finden.»


