Für alle, die den Wecker stellen
13.10.2026 PolitikRaymond Tanner, Gemeindepräsident Lauwil, FDP
Haben Sie den Slogan im Titel auch schon gehört? Mit diesem geht die FDP in das Wahljahr 2027. Der Satz hat mich gleich beim ersten Mal, als ich ihn gehört habe, gepackt. Er klingt im ersten Moment negativ, ...
Raymond Tanner, Gemeindepräsident Lauwil, FDP
Haben Sie den Slogan im Titel auch schon gehört? Mit diesem geht die FDP in das Wahljahr 2027. Der Satz hat mich gleich beim ersten Mal, als ich ihn gehört habe, gepackt. Er klingt im ersten Moment negativ, weil es vermutlich niemanden gibt, der ein Freund des Weckers ist. Aber für mich drückt der Satz vor allem aus, dass nur jemand den Wecker stellt, der etwas erreichen will. Nur die Person, die etwas (er)schaffen will, setzt sich Ziele (denn das Stellen des Weckers ist aus meiner Sicht der Akt am Vorabend, um für den nächsten Tag das erste Ziel zu setzen). Wer sich Ziele setzt, will diese (hoffentlich) auch erreichen.
Das Schwierigste daran, Ziele zu setzen, ist aus meiner Sicht, dass sie nicht zu hoch, aber auch nicht zu tief sein dürfen. Nur ein perfekt gesetztes Ziel bringt maximalen Erfolg. Wie hoch das Ziel ist, muss zur betreffenden Person passen. Wir kennen das alle: Was für die eine Person oder Organisation ein hohes Ziel ist, kann für andere ein tiefes und sehr leicht erreichbares sein. Aus meiner Sicht geht es aber weniger darum, wie hoch ein Ziel ist, sondern wie viel Energie und Durchhalte- willen es braucht, ein Ziel zu erreichen. Wenn man Ziele zwischen unterschiedlichen Organisationen oder Personen vergleicht, sollte man vor allem diesen beiden Punkten Rechnung tragen.
Wir haben es alle schon erlebt, dass jemand in unserem Umfeld voll Stolz vor uns stand, weil er oder sie ein Ziel erreicht hat, von dem wir vielleicht im ersten Moment gedacht haben, dass dieses Ziel nicht so wahnsinnig hoch gesteckt war und dass wir es selbst leicht erreicht hätten. Mit etwas Abstand haben wir dann aber doch attestieren müssen, dass es für die entsprechende Person oder eben Organisation eine riesige Leistung war und somit unser vielleicht viel höher gesetztes Ziel eigentlich lächerlich ist daneben.
Das ist ein weiterer Aspekt, der mir an dem Slogan gefällt: Er ist nicht nur für die «Grossen» geschrieben, nein, er verbindet alle miteinander, die etwas erreichen wollen. Sei es, ein riesiges Projekt pünktlich abzuschliessen oder nur alle Termine an diesem Arbeitstag rechtzeitig anzutreten. Er gibt sogar Motivation, sich ebenfalls dieser Bewegung jener anzuschliessen, die eben den Wecker stellt. Wer mit Zielen arbeitet, strebt nach dem nächsten Schritt. Denn nach dem Erreichen des Zieles wird das nächste Ziel immer höher sein als das letzte. So wird Schritt für Schritt etwas erschaffen. Wer diesen Weg eine Weile geht, wird damit befähigt, anderen dabei zu helfen, sich Ziele zu setzen und diese zu erreichen, oder jemandem zu helfen, der vielleicht auf dem Weg zu einem Ziel gestrauchelt ist und sich neu orientieren muss. Ganz getreu dem Motto: «Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen.» So entsteht am Ende ein System, das alle nach vorne bringt. Wenn Sie schon Mitglied des Teams «Wecker stellen» sind und somit bei der Bewegung dabei sind, die vorwärts geht: vielen Dank dafür! Falls Sie noch nicht dabei sind, seien Sie hiermit herzlich eingeladen, auch mitzumachen. Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung sagen: Es lohnt sich!
In der «Carte blanche» äussern sich Oberbaselbieter National- und Landratsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden zu einem selbst gewählten Thema.

