Freiheit bewahren, Traditionen erhalten
08.10.2026 PolitikMichel Degen, Landrat SVP, Liedertswil
Zwar stecken wir gefühlt noch im Sommer, auch wenn bereits eine leichte Abkühlung eingesetzt hat. Dennoch wirft Weihnachten schon seine Schatten voraus. In diesem Zusammenhang möchte ich auf die Weihnachtsparade in ...
Michel Degen, Landrat SVP, Liedertswil
Zwar stecken wir gefühlt noch im Sommer, auch wenn bereits eine leichte Abkühlung eingesetzt hat. Dennoch wirft Weihnachten schon seine Schatten voraus. In diesem Zusammenhang möchte ich auf die Weihnachtsparade in Bubendorf und den Abstimmungssonntag Ende November eingehen.
Die Weihnachtsparade hat sich in den vergangenen Jahren zu einer beliebten Veranstaltung in der Vorweihnachtszeit entwickelt. Mit unzähligen Lichtern geschmückte Traktoren, Lastwagen und andere Fahrzeuge erfreuen jeweils zahlreiche Besucherinnen und Besucher. Leider sehen sich die Organisatoren heute mit zusätzlichen Auflagen und Bedingungen konfrontiert, die erfüllt werden müssen, um die notwendige Bewilligung zu erhalten.
Dies widerspiegelt eine Entwicklung in unserer Gesellschaft, die zunehmend von Regulierungen und Verboten geprägt ist und damit unsere Freiheit einschränkt. Selbstverständlich ist es wichtig, die Sicherheit zu gewährleisten. Doch Sicherheit darf nicht automatisch zulasten der Freiheit gehen. Regeln und Vorschriften sollen dort angewendet werden, wo sie notwendig sind, aber nicht darüber hinaus. Wir müssen uns bewusst sein, dass eine solche Entwicklung unser gesellschaftliches Leben einschränkt und langfristig zu einer Verarmung des öffentlichen Lebens führen kann.
Veranstaltungen und Vereinsanlässe werden immer schwieriger zu organisieren. Zusätzliche Auflagen bedeuten mehr Aufwand, höhere Kosten und mehr Bürokratie für die Verantwortlichen. Gerade ehrenamtlich organisierte Anlässe geraten dadurch zunehmend unter Druck. Der Wille, Verantwortung zu übernehmen und etwas für die Gemeinschaft auf die Beine zu stellen, darf nicht durch immer neue Hürden ausgebremst werden.
Ein weiteres Beispiel ist die Initiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk», über die wir am 29. November abstimmen werden. Auch hier geht es um zusätzliche Verbote, obwohl zahlreiche Kantone und Gemeinden bereits heute entsprechende Regelungen kennen. Würde die Initiative angenommen, könnte eine weitere Tradition unseres Landes verloren gehen. Natürlich darf und soll man Entwicklungen kritisch hinterfragen. Gleichzeitig braucht es aber den Mut, auf den gesunden Menschenverstand zu vertrauen, statt für jedes Problem neue Vorschriften zu schaffen.
Umso wichtiger ist es, unsere Traditionen und Veranstaltungen wie die Weihnachtsparade hochzuhalten. Dank grosszügiger Sponsoren können die Kosten gedeckt werden, und die freiwilligen Einnahmen kommen einem wohltätigen Zweck zugute. Der eigentliche Wert solcher Anlässe liegt jedoch in der Freude, die Zuschauerinnen, Zuschauer und Teilnehmende erleben. Für die Organisatoren ist die Weihnachtsparade weit mehr als ein Anlass: Sie ist eine Herzensangelegenheit.
Wenn immer möglich, sollten wir deshalb unsere Freiheit bewahren und unseren Traditionen Sorge tragen, auch wenn dies manchmal gegen den Zeitgeist geschieht.
In der «Carte blanche» äussern sich Oberbaselbieter National- und Landratsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden zu einem selbst gewählten Thema.

