Für eine krisenfeste Schweiz
04.09.2026 PolitikFranziska Herren, Initiantin, Wiedlisbach (BE)
Wir leben in einer Welt voller Konflikte, zudem konfrontiert uns der Klimawandel mit enormer Hitze und Wassermangel. Doch unsere Wasserversorgung ist nicht mit einer nationalen Planung abgesichert
– obschon ...
Franziska Herren, Initiantin, Wiedlisbach (BE)
Wir leben in einer Welt voller Konflikte, zudem konfrontiert uns der Klimawandel mit enormer Hitze und Wassermangel. Doch unsere Wasserversorgung ist nicht mit einer nationalen Planung abgesichert
– obschon wir seit dem Hitzesommer 2003 wissen, wie schnell Trinkwasser und Wasser für die Landwirtschaft fehlen können. Die Schliessung von Grundwasserfassungen durch Verschmutzung gefährdet die Trinkwasserversorgung zusätzlich.
Doch bis heute hat der Bund keinen Überblick über unsere Wasserressourcen. Er weiss nicht, wie viel Wasser zu welchem Zweck verbraucht wird und wie viel Wasser uns zur Verfügung steht. Durch die Forderung der Initiative, sauberes Trinkwasser und die dafür nötigen Grundwasserressourcen sicherzustellen, bekommt die Schweiz erstmals eine nationale Planung für die Wasserversorgung – auf die auch die Landwirtschaft sowie die ganze Wirtschaft angewiesen sind.
Wie wir mit grosser Besorgnis erleben, ist auch unsere Landwirtschaft nicht auf den Klimawandel vorbereitet. Zudem hat der Bund die Landwirtschaft nicht so ausgerichtet, dass sie die Ernährung der Bevölkerung in Krisen und Mangellagen innert einem Jahr ganz aus eigenem Boden gewährleisten kann. Das ist ein Verfassungsauftrag. Dafür sind genügend Ackerböden per Gesetz gesichert.
Zu unserer Versorgungslage sagte Bundesrat Parmelin an der Medienkonferenz zur «Agrarpolitik 30+»: «In der Schweiz vergisst man, dass wir bei einem Problem an den Grenzen jeden zweiten Tag nichts zu essen haben, weil wir importieren.»
Die Schweiz kann sich zu mehr als 100 Prozent selbst versorgen, wenn wir das Grasland für die Milchund Fleischproduktion nutzen und auf unseren Ackerflächen mehr pflanzliche Lebensmittel anbauen statt Futtermais sowie «Food Waste» halbieren. Dabei verbessern wir die Umwelt und erreichen die Klimaziele. Das zeigt eine kürzlich in der «Agrarforschung Schweiz» publizierte Studie.
Genau diesen Weg geht die Initiative für eine sichere Ernährung und strebt so 70 Prozent Selbst- versorgung an. Zugleich sichert sie für die landwirtschaftliche Produktion die Bodenfruchtbarkeit und die Biodiversität und verlangt, dass die Höchstwerte für Dünger, die zum Schutz der Böden, Gewässer, Seen und Trinkwasser in den Umweltzielen der Landwirtschaft festgelegt sind, eingehalten werden. Diese werden heute durch eine mit 1,8 Millionen Tonnen Importfutter erhöhte Tierproduktion überschritten.
Keinen Vegan-Zwang oder einen staatlich verordneten Menüplan verursacht die Initiative – doch eine vermehrte Förderung der Produktion und des Konsums von pflanzlichen Lebensmitteln. Heute fördern 75 Prozent der Agrarsubventionen die Tierproduktion. Die Folge: Nur ein Drittel der pflanzlichen Nahrung, die wir essen, produzieren wir selbst. Dadurch liegt unsere Selbstversorgung nur bei 42 Prozent, das heisst, in Krisen ist unsere Ernährung nicht gesichert.
Es braucht ein Ja zur Volksinitiative «Für eine sichere Ernährung» – denn Ernährungs- und Trinkwassersicherheit sind das Fundament unserer Existenz und der Sicherheit sowie des Wohlstands unseres Landes.

