Für den Ernstfall gerüstet
27.10.2026 GelterkindenRegionalfeuerwehr zeigt an ihrer Hauptübung verschiedene Einsatzbereiche
Von der Bekämpfung von Vegetationsbränden bis zum Umgang mit Schadstoffen: An ihrer diesjährigen Hauptübung gab die Feuerwehr Region Gelterkinden Einblick in ihre Arbeit. Neben den ...
Regionalfeuerwehr zeigt an ihrer Hauptübung verschiedene Einsatzbereiche
Von der Bekämpfung von Vegetationsbränden bis zum Umgang mit Schadstoffen: An ihrer diesjährigen Hauptübung gab die Feuerwehr Region Gelterkinden Einblick in ihre Arbeit. Neben den Vorführungen gab es auch Beförderungen und Ehrungen.
Otto Graf
Waldbrände mit lodernden Flammen bis in die Kronen der Bäume kommen hierzulande nur selten vor. Weit häufiger sind sogenannte Vegetationsbrände, die «nur» den Bewuchs auf dem Boden im Wald und auf dem Offenland erfassen.
Ein derartiges Szenario war denn auch Bestandteil der diesjährigen Hauptübung der Feuerwehr Region Gelterkinden (FWRG), der zahlreiche Interessierte beiwohnten. Um zu zeigen, wie man ein derartiges Ereignis angeht, liess Leutnant Simon Bühler mit seinem Team zwar keinen Wald abfackeln, legte aber – Regen hin oder her – mittels Brandbeschleuniger ein echtes Feuer, das einen Brand im Wald simulieren sollte.
Mit handlichen und leichten Kleingeräten, etwa mittels Laubrechen, Besen, Hauen und Laubbläsern, legten die Feuerwehrleute vor dem Feuer eine von der dürren Vegetation gesäuberte Gasse an, um das Überspringen der Flammen und somit das weitere Ausbreiten des Feuers zu verhindern. Ausserdem netzten sie eine Hecke und den Boden mit leichten Strahlrohren, die selbst Kinder bedienen können. Häufig wüten Schadenfeuer in schwer zugänglichen Lagen, wo schweres Gerät und ein massiver Wassereinsatz kaum infrage kommen.
Deshalb setzen die Einsatzkräfte auf dünne Schläuche, die nur wenig Wasser brauchen, sich leicht bewegen lassen und ein effizientes Bekämpfen der Brandnester ermöglichen. Mit speziellen Sonden lassen sich sogar Glutnester in Stöcken und im Boden eliminieren. Auch Wärmebildkameras, etwa an Drohnen, kommen zum Einsatz, um ein Wiederaufflackern des Feuers zu erkennen.
Die langen Trockenperioden im Sommer haben gezeigt, dass die Ausbildung und die Vorkehrungen der Feuerwehr im Hinblick auf Schadenfeuer ausserhalb des Siedlungsgebiets von grosser Bedeutung sind.
Befreien von schädlichen Stoffen
An einem weiteren Posten bekam das Publikum mit, was es braucht, einen Feuerwehrmann nach einem Einsatz unter Atemschutz von möglicherweise giftigen Partikeln an der Ausrüstung zu befreien. Das Prozedere beginnt mit einer gründlichen Dusche in Vollmontur und endet mit dem Anziehen frischer Kleidung in einer mobilen Umkleidekabine. Wichtig sei es, betonte Leutnant Daniel Fringeli, kontaminiertes Material sofort in Plastiksäcke zu verpacken und später professionell reinigen zu lassen. Hautkontakt mit verunreinigtem Material sei tunlichst zu vermeiden.
Ebenfalls um die Sicherheit der Feuerwehrangehörigen ging es am Posten «Atemschutz-Werkstatt» von Leutnant Michele Del Greco. Hier warteten speziell ausgebildete Feuerwehrangehörige die Atemschutzgeräte. Die Flaschen werden in der eigenen Anlage mit gesunder und entfeuchteter Gelterkinder Luft mit einem Druck von 300 Bar gefüllt, was für einen gut halbstündigen Einsatz reicht. Damit alles funktioniert, bedürfen die Geräte einer genau vorgeschriebenen technischen Wartung.
Die Jugendfeuerwehr unter der Leitung von Leutnant Stefan Hofer zeigte ebenfalls Flagge und legte in einem Gruppenwettkampf mit einer Stafette Zeugnis ihres Könnens ab. Im Vordergrund standen dabei Geschicklichkeit, Tempo, ein kluger Kopf und eine Portion Glück.
Zu Beginn der Hauptübung gelang es der Kompanie unter dem Einsatzkommando von Wachtmeisterin Annemarie Baader, einen vor der grossen Halle der Firma GGS an der Rünenbergerstrasse brennenden Lieferwagen zu löschen und ein Übergreifen des Feuers auf das Gebäude zu verhindern. Nach der Übung beförderte Leutnant Mathias Oberer seitens des Feuerwehrrats Wachtmeisterin Annemarie Baader zum Leutnant.
Die Beförderte ist die erste Frau in der Feuerwehr Region Gelterkinden im Offiziersrang. «Darauf sind wir besonders stolz», betonte Hauptmann Reto Kunz, der die Einheit seit 2005 kommandiert. Ausserdem ernannte Oberer Wachtmeisterin Laura Rentsch zum Fourier, während Kunz drei Korporäle zum Wachtmeister und sechs Soldaten zum Korporal beförderte. Leutnant Daniel Fringeli (23 Dienstjahre) und Fourier Kirsten Knöpfli (8 Dienstjahre) quittieren ihren Job in der Feuerwehr Ende Jahr. Schliesslich durften Oberleutnant Adrian Schärer (35 Dienstjahre), Oberleutnant Matthias Moor und Wachtmeisterin Annemarie Baader (beide 20 Jahre) den Dank und die Glückwünsche zum Dienstjubiläum empfangen.
Der Ist-Bestand der Kompanie zählt 72 Feuerwehrangehörige und liegt leicht über dem Soll-Bestand. Der Frauenanteil bewegt sich seit Jahren in einer Bandbreite zwischen 20 und 25 Prozent. Rund 10 Prozent leisten über das reglementarische Alter von 42 Jahren freiwillig Dienst, was den guten Geist in der Einheit widerspiegelt.

